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Archiv für Juli, 2009

Opernabend mit Anna Netrebko in Baden-Baden

jolantheWarum reist der Opernliebhaber nach Baden-Baden? Ein Grund ist natürlich das Festspielhaus, um dort internationale Stars einmal live zu erleben, die man sonst im heimatlichen Opernhaus nicht zu hören bekommt und nur aus Funk und Fernsehen kennt. So erlebten die Festspielbesucher der bekannten Kurstadt am vergangenen Mittwoch intensives Musiktheater in einer ungekürzten Fassung von Rachmaninows “ Aleko“ und Tschaikowskys wenig bekannter Oper „Jolanthe“ mit Weltstar Anna Netrebko.

Netrebko hatte nach ihrer Babypause überraschend schnell wieder zu ihrer alten Form zurück gefunden. Ihre schlanker Sopran, immer schon durch schier unendlichen Atem und strahlender, durchdringender Stimmgewalt veredelt, schien auch diesmal unverändert sicher und unangestrengt. So geriet die Primadonna auch im Duett mit Tenor Piotr Beczala nicht ins Hintertreffen und Dank der elegisch-fließenden Musikbegleitung strahlte Netrebkos verschattender, aber höhenstarker Mezzo im ausverkauften Baden-Badener Forum noch schöner. Zu einem atemberaubenden Kehlkopf-Konzert gerieten ihre Arien voller leuchtender Koleraturketten, gesungen mit rücksichtslosem Einsatz. In Tschaikowskys 1892 entstandener, letzter Oper brillierte Anna Netrebko in der Rolle der blinden Königstochter Jolanthe, die wegen ihrer Liebe zu einen burgundischen Ritter aus ihrem farb- und formlosen Dasein befreit wird und schließlich  ihr Augenlicht wiedererlangt. Gerade weil die äußere Handlung von Tschaikowsky auf das Wesentliche reduziert wurde, spielt sich die eigentliche Paragnosie im Inneren der Figuren ab. In gut eineinhalb Stunden erlebten die Zuschauer eine eindrucksvolle Vorstellung in allen Belangen.

Dem Dirigenten Valery Geriew gelang es, das Orchester des Mariinsky-Theaters zu ungeahnten Höchstleistungen anzuspornen. Nicht selten verließ Geriew in seiner Partitur die klassische Harmonieordnung und stieß  in atonale Welten vor. Neben der anspruchsvollen Musikleistung  wurde die Rhythmik von starker Unregelmäßigkeit geprägt. Nur selten glitt das Orchester in romantische Melodiebögen ab, meisterte jede musikalische Hürde mit Bravour und schaffte es sehr gut, die dunkele Stimmung, die sich durch das gesamte Werk zog, aufzufangen. Trotz der technisch und körperlich schwierigen Rolle konnte Anna Netrebko die Spannung ohne Probleme aufrecht erhalten. Erst in der Schlussszene tritt Jolanthe aus ihrer Isolation und übernimmt in der religiös stilisierten Apotheose auch die musikalische Führung. Mit Anna Netrebko in der Rolle der Jolanthe ist dem Festspielhaus Baden-Baden ein wahrlich großer Wurf gelungen, obwohl der musikalische Weg der Sopranistin bisher nicht ganz  frei von Allüren war. Aufsehen geregte Anna Netrebko bereits im Sommer 2007, als sie auf Grund von Stimmband-Problemen ihr Engagement bei den Salzburger Festspielen kurzfristig absagte und durch ihr Nicht-Erscheinen eine Diskussion über die „Belastbarkeit von Opernstars“ auslöste.

Trotz allem wirkte Anna Netrebko bei ihrem letzten Saisonauftritt in Baden-Baden gelöster als sonst und auch die zusätzlichen Babypfunde machten sie sympathischer und authentischer. Am Schluss gab es verdienten Beifall, anhaltende Bravo-Rufe und man sah, trotz Verbots der Theaterleitung, zahlreiche Foto-Handys im Einsatz.

Anmerkung der Redaktion: Saar Report dankt dem Festspiehaus Baden-Baden für die freundliche Unterstützung.

Quelle:

Dieter J. Maier

Festakt zu „50 Jahre Tag X“ mit Bundeskanzlerin Merkel in Saarbrücken

p1011751Mit einem Festakt in der Saarbrücker Congresshalle haben die Spitzenorganisationen der Saarwirtschaft, IHK- Saarland, die Handwerkskammer des Saarlandes und die Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände (VSU) am 6.Juni die Rückgliederung des Saarlandes in den bundesdeutschen Wirtschaftsraum vor 50 Jahren begangen. Ganz im Zeichen einer ökonomischen Bilanz der „ersten deutschen Wiedervereinigung“ und eines unvermeidlich optimistischen Blicks in die Zukunft sprachen sich der Direktor des Instituts für deutsche Wirtschaft in Köln, Prof. Dr. Michael Hüther, der Chef der IHK-Saar, Dr. Richard Weber und Bundeskanzlerin Angela Merkel für die Fortführung der bisher angestrebten Wirtschafts-Strukturen im Saarland aus.

„Die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Strukturwandel sind Dank der geleisteten Wirtschaftsreformen hier ausgesprochen gut“, sagte Merkel in ihrer Begrüßungsansprache. Die Bundeskanzlerin ließ keinerlei Zweifel daran aufkommen, dass die Integration Europas eine historische Notwendigkeit auch für Deutschland bedeute. Ebenso seien das Saarland zusammen mit Lotringen und Luxemburg immer noch eine der aktivste Euro-Regionen, da viele Berufspendler aus den Nachbarregionen vor allem in Luxemburg ihren festen Arbeitsplatz hätten. Das Saarland habe in den vergangenen Jahren notwendige Veränderungen angepackt und leiste somit einen wichtigen Beitrag auch für die bundesdeutsche Wirtschaft. Als Beispiel nannte sie den sozialveträglichen Ausstieg aus dem Bergbau, der im Saarland kein Signal zur Desindustriealisierung gewesen sei. Den wirtschaftlichen Aufholprozess habe das  Saarland insbesondere dem Erfolg der Industrie zu verdanken, die zusammen mit den Dienstleistern den regionalen Wirtschaftsaufbau enorm voran gebracht haben. Auch Ministerpräsident Peter Müller zog erwartungsgemäß ein p1011769positives Fazit der vergangenen fünfzig Jahre. Das Saarland gehöre mit zu den dynamischsten Bundesländern, die eindeutig bei einem Vergleich mit der Arbeitslosenquote und dem Bruttoinlandsprodukt unter den Westdeutschen Bundesländern auf Platz Eins liege. Diese erfolgreiche Entwicklung sah Ministerpräsident  Müller vor allem im Erfolg des Arbeitsmarkts begründet. „Dass die Arbeitslosigkeit im Saarland gerade durch die starke Erwerbsbeteiligung von Frauen, sowie bei älteren und jüngeren Arbeitnehmenr  gesenkt werden konnte, halte ich persönlich für eine wichtige Leistung auf dem Gebiet der wirtschaftlichen und sozialen Integration der Menschen inn unserem Land“,  so Müller in seiner Festastansprache.

Am Tag X, dem 6.Juli 1959, wurde das Saarland  gut 30 Monate nach der politische Wiedereingliederung auch wirtschaftlich ein Teil Deutschlands. Die französische Währung wurde durch die deutsche Mark ersetzt, die Zollgrenzen fielen und die saarländische Wirtschaft wurde nach vielen Jahren der Abschottung und  Desintegration den Marktchancen, aber auch der harten  Konkurenz im bundesdeutschen Raum, geöffnet.

Quelle und Fotos :

Dieter J. Maier

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Interview mit Dr. Richard Weber

richard-weberDer geschäftsführende Gesellschafter der Karlsbergbrauerei und Präsident der IHK-Saarland Dr. Richard Weber nahm in einem exklusiven Interview unserem Magazin gegenüber Stellung zu dem Steigerungpotential der Saar- Wirtschaft, seiner Zusammenarbeit mit der saarländischen Landesregierung und über die in Anspruchnahme der IHK bei den saarländischen Unternehmen.

Dieter Maier:

Die IHK ist eine bedeutsame Service- und Beratungseinrichtung. In welchen Bereichen wird die IHK am meisten in Anspruch genommen?

Dr. Richard Weber:

Die IHK Saarland bietet Serviceleistungen für aktuell mehr als 46.000 Mitgliedsunternehmen – und das in den verschiedensten Bereichen:  Das reicht von der Hilfe für ganz junge Unternehmer und Existenzgründer in unserem Gründerzentrum bis hin zur Unterstützung, wenn es einmal schwierig oder gar existenzgefährdend wird. Wir bieten verschiedenste Info-Dienste zu gesetzlichen Neuregelungen, Hilfe bei der Erschließung ausländischer Märkte, Branchenforen, und, und, und. Ein Schwerpunkt liegt dabei sicherlich in der Berufsbildung – so betreut die IHK allein mehr als 12.000 Ausbildungsverhältnisse.

Dieter Maier:

Sind Sie als Chef der IHK mit der Zusammenarbeit der saarländischen Landesregierung und der politischen Parteien zufrieden?

Dr. Richard Weber:

Zunächst: die Zusammenarbeit mit den Landesregierungen war in den vergangenen Jahren sehr eng und hat prima funktioniert – unabhängig von der politischen Couleur. Dies ist sicherlich einer der Vorteile unseres kleinen Landes. Wichtig scheint mir allerdings, dass wir unsere Standortbedingungen weiter verbessern, ein deutliches Profil entwickeln und dies auch aktiv nach außen vermarkten. Vieles hat die Politik schon auf den richtigen Weg gebracht – weitere Maßnahmen zur Verbesserung des Wirtschaftsstandortes müssen jedoch folgen. Die IHK wird auch
weiterhin im engen Dialog mit der Politik darauf hinwirken, dass die richtigen Schritte getan werden.

Dieter Maier:

Als Chef der IHK verfolgen Sie seit Jahren die Wirtschaft und geben wichtige Anregungen. Wie sehen Sie das Steigerungspotential der saarländischen Wirtschaft?

Dr. Richard Weber:

Trotz der anhaltenden Turbulenzen auf den Finanz-, Währungs- und Energiemärkten ist die Saarwirtschaft weiter in einer guten Verfassung.  Bei weiterhin verhaltener Binnennachfrage bleibt der Export die Hauptstütze der Konjunktur. Dennoch gehen wir davon aus, dass das schwierigere gesamtwirtschaftliche Umfeld und der Anpassungsprozess im Bergbau die Saarkonjunktur im weiteren Jahresverlauf etwas dämpfen wird. Für das gesamte
Jahr rechnen wir mit einem Saarwachstum von rund 1,5 Prozent. Immer mehr zu einer Wachstumsbremse entwickelt sich allerdings der zunehmende Mangel an Fachkräften – hier müssen wir dringend gegensteuern.

Dieter Maier:

Durch die gesetzmäßig bedingten Verschärfungen bei den Autofahrern und durch das öffentliche Rauchverbot ist der Bierkonsum in Deutschland erheblich zurückgegangen. Auch die Veranstaltungen im Freien leiden unter den verschärften Bedingungen. Gibt es Mittel und Wege, trotz dieser ungünstigen Ausgangslage die Absatzmöglichkeiten wieder zu steigern und spielen die Mixgetränke hierbei eine gewichtige Rolle?

Dr. Richard Weber:

Der Biermixmarkt behält in den nächsten Jahren unveränderte Impulskraft für die deutsche Brauindustrie. Der Markt der Biermischgetränke wächst nach den jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes um 18 Prozent. Biermischgetränke sind und bleiben etablierte Größen auf dem deutschen Biermarkt und haben für die Zukunft weiterhin ein großes Zuwachspotential. Karlsberg MiXery ist auch weiterhin ein starker Motor dieses Marktes. Ohne MiXery hätte das Segment der Biermischgetränke nicht diese Dynamik bekommen, die heute festzustellen ist. Gerade ist Mixery mit neuen Sorten –Vodka Flavour Iced Lemon und Vodka Flavour Iced Energy- und großer Medienpower auf dem Markt. Für das klassische Biersegment setzt Karlsberg mit einer neuen Kampagne auf Emotionen. Das KARLSBERG Bier-Gefühl vereint alle positiven Wahrnehmungen zu Karlsberg und seinen Produkten. Eine wichtige Rolle spielen dabei die regionale Verbundenheit, die Leistungsstärke des Unternehmens und die Markenvielfalt. Das KARLSBERG Biergefühl präsentiert die Markenvielfalt. Neben Karlsberg UrPils wird ab sofort das  gesamte klassische Biersegment, bestehend aus Karlsberg UrPils, Feingold, Gründel´s classic und Gründel´s fresh in den Mittelpunkt gerückt.  Mit einer geballten Medienpower wird dies zielgerichtet im Saarland und der angrenzenden Westpfalz kommuniziert.

Quelle:
Dieter J. Maier