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Archiv für März, 2010

Interview mit dem britischen Stargeiger Nigel Kennedy

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Eines ist bei Stargeiger Nigel Kennedy immer absolut sicher: Langweilig wird es bei seinen Konzerten keine Sekunde. Jetzt ist er am 30. April mit seinem neuen Projekt „Bach meets Ellington“ im Rahmen der PRO ARTE KONZERTE im Mannheimer Rosengarten zu erleben. Zusammen mit seinem eigenen „Orchestra of Life“ und dem Kennedy-Quintett. Kennedy ist ein Musiker ohne Grenzen, der de Tempel der Hochkultur mit spannend-modernen und kreativen Interpretationen aufmischt, der zu Jazz und Klezmer den gleichen faszinierenden Zugang findet wie zu großen klassischen Meisterwerken. Dabei hat sein Spiel einen so umwerfenden Drive, verströmt so viel spontane, ansteckende Lust an der Musik, dass sofort klar wird, warum er zum Kultstar wurde. Seine spektakuläre Aufnahme von Vivaldis 4 Jahreszeiten kam als bestverkaufte Klassik-Platte aller Zeiten ins Guinness-Buch der Rekorde. Auch für seine anderen Einspielungen erhielt Kennedy zahllose Preise, etwa für die unübertroffene Aufnahme des Elgar-Konzertes mit Sir Simon Rattle. Seine brandaktuelle, bei EMI erschienene CD „SHHH!“ ist ein Gemeinschaftswerk seines Quintetts mit dem Sänger Boy George. Und soeben wurde beim gleichen Label aktuell zu seiner Tournée durch 17 deutsche Städte auch seine herausragende CD „Kennedy plays Bach“ mit den Berliner Philharmonikern neu aufgelegt. Wenn er jetzt live Johann Sebastian Bach mit Duke Ellington in eigenen Arrangements kombiniert, dann verspricht das Bach-Ellington- Programm Spannung, Genuss und schieres Hörvergnügen. In einem  exklusiven Interview sprach Nigel Kennedy schon vorab über sein neues Bach-Ellington-Projekt, seine erfolgreiche “ Kennedy Plays Bach“ CD und über sein bizarrstes Konzerterelebnis.

Mr.Kennedy, Sie werden im April und Mai 2010 Ihr Bach-Ellington-Programm in 17 deutschen Städten präsentieren. Welche Parallelen gibt es zwischen Bach und Duke Ellington?

Nigel Kennedy:

Die Verbindung zwischen Ellington und Bach ist der ausgeprägte Reichtum an Harmonien der beiden Komponisten. Darin liegt deren jeweilige Stärke begründet. Ihre Art der Orchestrierung ist eine weitere Parallele. In deren Kompositionen gibt es kaum Dopplungen, weil sie die Platzierung der Klangfarbe eines Instruments exakt planten. Die Klarheit und Präzision in der Präsentation ihrer Musik fasziniert mich.

Aus gegebenem Anlass wird Ihre erfolgreiche CD Kennedy Plays Bach aus dem Jahr 2000 in einer Neuauflage wiederveröffentlicht. Welche Rolle spielt Bach in Ihrer Karriere?

Nigel Kennedy:

Eine enorm große Rolle! Mein Studium mit Yehudi Menuhin glich einer Wegweisung Richtung Bach, weil Menuhin einer der tonangebenden Violinisten in der Bach-Interpretation war. Er trug viel zur weltweiten Popularität der Solosonaten von Bach bei. Für mich besitzt Bach seither jedes Element großartiger Musikkunst – herausragende kompositorische Architektur, wunderschöne Melodien, starke Harmonien. Er wird immer ein Barock-Komponist bleiben, aber in meinen Augen überwindet sein Werk die Epochen, weil er Romantikern wie Chopin den Weg geebnet hat mit seinen Harmonien.

Bietet Bach Ihnen genügend Raum, um Nigel Kennedy sein zu können?

Nigel Kennedy:

Wenn er keinen Platz für Individualismus bieten würde, wäre sogar Bach ein langweiliger Komponist trotz aller Vorzüge seiner Musik. Glenn Goulds Bach-Interpretationen sind nach wie vor populär, weil sie zur Hälfte auf Bachs, zur anderen Hälfte auf sein Konto gehen. Bach bietet mir genügend Platz, um meine eigenen Emotionen ausdrücken zu können, was mein eigentlicher Beweggrund für die Kommunikation mittels Noten ist.

Viele Bassisten benennen Bach als Einfluss wegen seines rhythmischen Verständnisses..

Nigel Kennedy:

Davon besitzt er sicher eine ganze Menge, aber ich habe nicht den Kopf eines Bassisten. Ich bin mir nicht mal sicher, ob Bassisten überhaupt viel Gehirn besitzen! Nein, das war nur ein Scherz. Wie viel rhythmisches Verständnis in Bachs Musik liegt, zeigt sich während meiner kommenden Konzerte in Deutschland, weil ich sie sowohl mit dem Orchestra of Life als auch mit meinem Quintett bestreiten werde. In manchen Stücken wird das Quintett ein Teil des Orchesters, und weil es eher am Groove orientiert ist als das Orchester, tritt die rhythmische Finesse Bachs vielleicht ein Stück mehr in den Vordergrund.

Ist Ihr Bach-Ellington-Programm eine Reminiszenz an die Schnittmenge der beiden Komponisten oder eher eine Huldigung Ihrer eigenen Vieseitigkeit?

Nigel Kennedy:

Ich würde die Programmgestaltung keine Huldigung, sondern eher eine Fortsetzung meines Wegs als Musiker nennen. Schon als Student sah ich keine Notwendigkeit darin, mich entweder für die Klassik oder den Jazz entscheiden zu müssen und jetzt ergäbe die Selbstbeschränkung erst recht keinen Sinn mehr. Ich finde es idiotisch, wenn Musiker nicht ihr Potenzial nutzen, in dem sie sich auf ein Genre festlegen lassen. Ich mag Bach, Bartók, James Brown, Brahms, Hendrix, Ellington, Chopin, Barock und Swing. Entsprechend gestalte ich meine Konzertprogramme.

Welches war Ihr bislang bizarrstes Konzerterlebnis?

Nigel Kennedy:

Mein Brahms-Konzert für den britischen Botschafter in Washington. Eine Geigensaite riss, und meine Ersatzsaiten hatte ich im Hotel vergessen. Ich musste dem Publikum das frühe Ende des Konzerts mitteilen und blickte ausschließlich in glückliche Gesichter.

Was war Ihr schönstes Konzerterlebnis?

Nigel Kennedy:

Das erlebe ich immer, wenn ich den Kontakt zwischen meinem Publikum und dem Geist des Komponisten herstellen kann. Dann herrscht Magie im Konzerthaus.

Quelle;

Dieter J.Maier/ Saar Report u.

Reinhard Söll

MANNHEIM | Pro Arte Konzerte (Pro Arte Konzert GmbH)

Steiger Award 2010 zum 6. Mal in Bochum verliehen

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Prinzessin Haya von Jordanien

Neun prominente Persönlichkeiten aus aller Welt, darunter Sir Christopher Lee, Robert Wilson, Peter Maffay, Prinzessin Haya von Jordanien , Musiker Marius Müller-Westernhagen, Armin Mueller-Stahl, Eva Luise Köhler, Prof. Dr. Alfred Biolek, Prof. Dr. Claus Hipp  und Serbiens Staatspräsident Boris Tadic wurden am vergangenen Samstagabend in der Bochumer Jahrhunderthalle  mit dem Steiger Award 2010 von neun nicht weniger bekannten Prominenten wie dem früheren Bundesaußenminister Joschka Fischer, der ehemaligen persischen Kaiserin Farah Diba, Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers, dem Chefredakteur der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung, Ulrich Reitz und Olympiasieger Ludger Beerbaum ausgezeichnet. Ehrengast des Abends war Bundespräsident Horst Köhler.

Die Auszeichnung des Steiger Award, die aus Privatinitiative und dem Wunsch der kulturellen und gesellschaftlichen Förderung der Rhein-Ruhr-Region entstand, wird alljährlich an Persönlichkeiten verliehen, die sich besonders in den Bereichen Musik, Sport, Medien, Umwelt, Film, sowie in Fragen des Europäischen Zusammenwachsens und des humanitären Engagements verdient gemacht haben. Diesbezüglich würdigte Joschka Fischer die Leistungen seines Freundes Marius Müller-Westernhagen in der Kategorie Musik. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers überreichte den STEIGER AWARD an Weltklasse-Schauspieler Armin Müller-Stahl. Armin Müller-Stahl gehört seit Jahrzehnten  zu den wenigen deutschen Künstlern, die auch in den USA große Erfolge feiern. Seit vielen Jahren verbindet die frühere persische Kaiserin Farah Diba eine enge Freundschaft mit dem Regisseur und Künstler Robert Wilson. Kaiserin Farah Diba lud Robert Wilson bereits in den 70er Jahren zu einem Theater-Festival in den Iran ein. Daher war es für sie eine besondere Freude, ihm persönlich zum STEIGER AWARD 2010 in der Kategorie Kunst zu gratulieren. Farah Diba gehört zu den ersten Preisträgern des STEIGER AWARDs und wurde im Jahr 2005 für ihr soziales Engagement geehrt. Jetzt kehrte die Preisträgerin ins Ruhrgebiet zurück um die Laudatio auf Robert Wilson zu halten.

Der frühere Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hielt die Laudatio auf den serbischen Staatspräsidenten Boris Tadic und hob dessen Verdienste für die Demokratisierung Serbiens hervor. Für sein Lebenswerk wurde  Weltstar Sir Christopher Lee ausgezeichnet, nachdem Schauspieler Mathieu Carrière in rührender Weise an einige legendäre Film-Rollen Lees, wie „Dracula“ oder „Herr der Ringe“  erinnerte. Die Gästeliste der Gala verzeichnete auch weitere bekannte Namen wie zum Beispiel Franz Müntefering mit Gattin, Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert, TV-Moderator Jean Pütz, Moderator Werner Hansch und Schauspielerin Marie-Luise Marjan.

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Film-und Fotoaufnahmen: Dieter J. Maier

Quelle:

Dieter J. Maier- Saar Report u.
Hellen Medien Projekte GmbH
DER STEIGER AWARD
Kornweg 1G
D – 44805 Bochum

Telefon: +49 -234 – 890 15 8-10
Telefax: +49- 234 – 890 15 8-11

Mehr zu Sascha Hellen unter: https://www.derwesten.de/waz/mensch/Hellens-Welt-id1546831.html


Bundeskanzlerin Angela Merkel auf Staatsbesuch in Luxemburg

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Bundeskanzlerin Angela Merkel wurde heute in Luxemburg von Premierminister Jean-Claude Juncker mit militärischen Ehren vor seinem Amtssitz empfangen. Neben einem persönlichen Gespräch stand auch ein Treffen mit Großherzog Henri im luxemburger Stadtpalais auf dem Programm. Merkel und der Luxemburger Premierminister wollen mit diesem Kurzbesuch vor allem auch die deutsch-luxemburgischen Beziehungen verbessern, damit in beiden Ländern in absehbarer Zeit  Minister für bilaterale Beziehungen installiert werden können. Auch will sich die Bundeskanzlerin um eine bessere Bahnverbindung zwischen Trier und Luxemburg kümmern.

Zu Juncker pflegt Merkel ein sehr freundschaftliches Verhältnis. Aus diesem Grund signalisierten die beiden Regierungschefs auch, dass man sich in Deutschland und Luxemburg trotz gelegentlicher Verstimmungen  tatsächlich wie „unter Freunden vorkomme“. Juncker, der die Angriffe des vorigen deutschen Finanzministers auf das Bankgeheimnis offensichtlich noch nicht verkraften konnte, fügte hinzu: „Der Währungsfond kommt als Mittel zur Hilfe für Griechenland nicht in Betracht. Das ist eine kurzfristig zu klärende Problemlage. Ich bin zuversichtlich, dass Griechenland auch weiterhin nicht die Finanzhilfe der Euro-Partner braucht“. Merkel bestätigte, Frankreich, Griechenland, Luxemburg und Deutschland hätten die EU-Kommission gebeten, Maßnahmen gegen den spekulativen Handel mit Kreditausfallversicherungen vorzubereiten.

Vor der Pressekonferenz im luxemburgischen Außenministerium zogen sich Merkel und Juncker zu einem inoffiziellen Gespräch über die Themen Energie und Verkehr in dessen Privatbüro zurück. Hierbei wurden die Pläne einer Zugverbindung zwischen Luxemburg und Koblenz  und eine Kooperation bei der Energiebeschaffung bei einem Windpark in der  Nordsee ausgiebig erörtert, um  nach langem Zögern endlich nach vorne gebracht und stabilisiert  zu werden. Bundeskanzlerin Merkel betonte später vor den zahlreichen internationalen Pressevertretern, sie  unterstütze auch einen Unterstützungsfond für Griechenland, obwohl dieser bei der EZB und bei Finanzexperten auf Ablehnung stößt. Merkel wörtlich: „Ich sehe darin den  letzten Ausweg, wenn ein Euro-Land kurz vor der Staatspleite steht. Es gibt gute Gründe, für unsere Gemeinschaftswährung  einzutreten. Außerdem dürfen wir nicht auf Dauer vom Internationalen Währungsfonds abhängig werden. Die Einrichtung eines solchen Europäischen Währungsfonds ist ein wichtiges Warnsignal an Spekulanten. Hier wird deutlich gemacht, dass Wetten gegen hoch verschuldete Länder wie Griechenland oder gegen den Euro zwecklos  ist“. Die Idee eines Europäischen Währungsfonds fand bei Premierminister Junker besondere Anerkennung, obwohl für das bedrängte Griechenland diese Form der Hilfe jetzt wohl zu spät kommt.

Was gegenwärtig in Griechenland passiert, ist nicht nur für Politiker oder Banker, die die unerwartete Finanzkrise für ausgestanden hielten, ein Schock. Gerade deren Folgen wollte man noch überwinden, wie etwa der Einbruch der Wirtschaftsleistung, den drohenden Anstieg der Arbeitslosigkeit und die Löcher in den Sozialkassen, obwohl das  Finanzsystem selbst wieder als stabil galt. Vor allem hat der Griechenlands Finanzminister Giorgos Papakonstantinou mit dem Misstrauen der Finanzmärkte zu kämpfen. Dies zeigte sich vergangene Woche, als Griechenland eine fünfjährige Staatsanleihe im Volumen von 5,5 Milliarden Euro ausgab: Mit einem Coupon von 5,5 Prozent lag die Rendite des Papiers um 325 Basispunkte über der vergleichbaren deutschen Bundesanleihe.

Text, Foto-und Filmaufnahmen:

Dieter J. Maier

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