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Archiv für Juni, 2010

Freiheit in Europa – 25 Jahre Schengener Abkommen

Im luxemburgischen Schengen fand am heutigen Sonntag der offizielle Festakt zum Jubiläum des 1. Schengener Abkommens statt, das vor 25 Jahren unterzeichnet wurde. Zu den rund 200 hochrangige Gäste aus ganz Europa zählten neben dem Großherzog und der Großherzogin von Luxemburg, auch die Außenminister mehrerer EU-Mitgliedsstaaten. Zu den Festrednern gehörten u.a. der Präsident des Europäischen Parlaments Jerzy Buzek, sowie der Präsident der Europ25-jahre-luxemburg-schengener-abkommen-014äischen Kommission José Manuel Barroso. In diesem Rahmen wurde auch das neue Europamuseum im Schengener EU-Informationszentrum eröffnet. Das Saarland war bei den Festlichkeiten durch Europaminister Stephan Toscani vertreten: „Es ist eine Ehre für mich, unser Bundesland an diesem besonderen Tag zu vertreten. Das Schengener Abkommen stellt einen Meilenstein der europäischen Geschichte dar, insbesondere für unsere Großregion SaarLorLux hat der Wegfall der Grenzkontrollen einen Entwicklungsschub gebracht“, so Toscani.

Auch der europäische Kommissionspräsident Barroso zeigte sich erfreut von der heute noch weitreichenden Tragweite dieses damals einzigartigen europäischen Abkommens : “  Nach dem Schengener Abkommen werden wir gemeinsam auch in Zukunft in der Lage sein, die Europäische Union auf den Weg zur haushaltspolitischen Konsolidierung und zu Strukturreformen bringen, die uns helfen werden, ein nachhaltiges Wachstum und Arbeitsplätze zu sichern“.

Mit dem Schengener Abkommen unterzeichneten vor 25 Jahren die fünf Staaten Belgien,Frankreich, Luxemburg, Bundesrepublik Deutschland und die Niederlande an der Grenze zum Saarland den Vertrag von Schengen. Es war damals die Zeit, als in Berlin noch die Mauer stand und Europa nicht nur geografisch in Ost und West unterteilt wurde. Die Europäische Gemeinschaft  war mit zehn Mitgliedstaatendamals  noch recht übersichtlich und man suchte nach einem neuen zündenden Thema, um den Bürgern das Projekt nach knapp 30 Jahren seines Bestehens noch appetititlicher zu gestalten. Ideengeber gab es zu diesem Zeitpunkt reichlich und der Traum vom Ende der Schlagbäume war der Beginn der Reisefreiheit, deren Verwirklichung man unverzüglich anstrebte. Alles begann mit einer Absichtserklärung, als am 14. Juni  1985 die Benelux-Länder ein Europa ohne Grenzkontrollen aus der Taufe hoben und  40 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, der  von Zerstörung und Gewalt geprägt war, mit dem Schengener Abkommen die europäischen Staaten auf  friedlichem Wege zueinander fanden.

25-jahre-luxemburg-schengener-abkommen-007 Ziel des Abkommens war der „schrittweise Abbau der Personenkontrollen an den Binnengrenzen zwischen den Vertragsparteien“ und damit eine Erleichterung der grenzüberschreitenden Mobilität. Das Abkommen regelt weiterhin die Kooperation im Sicherheitsbereich. Das Schengener Durchführungsübereinkommen SDÜ (Schengen II) regelte1993 die praktischen Umsetzung dieser politischen Vereinbarungen. 2005 wurde der „Vertrag über die Vertiefung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, insbesondere zur Bekämpfung des Terrorismus, der grenzüberschreitenden Kriminalität und der illegalen Migration (Schengen III)“ unterzeichnet, der die vorigen Abkommen ergänzen und die polizeiliche und justizielle Zusammenarbeit stärken soll. Besonders im Saarland als Teil der Großregion SaarLorLux, profitieren die Bürger von der durch das Abkommen geschaffenen grenzüberschreitenden Mobilität. Dies zeigt sich beispielsweise in einer erheblich gewachsenen Zahl von über 200.000 Grenzgängern in der Großregion. Auch die bilaterale Zusammenarbeit wurde deutlich intensiviert: Die Zusammenarbeit im Justizbereich, der grenzüberschreitenden Notfallrettung, etc. wird zunehmend Routine. Heute gehören 25 Länder mit rund 400 Millionen Menschen zum Schengen-Raum.
Quelle, Film- und Fotoaufnahmen: Dieter J. Maier
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Pressegespräch mit UNICEF-Botschafter Sir Roger Moore

roger-moore-co-004 Der weltbekannte Schauspieler Sir Roger Moore warf  am heutigen Montag im Park des Schlosshotels  Bühlerhöhe im Schwarzwald einen Fußball mit Autogrammen in die Höhe. Vier Tage vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft riefen prominente UNICEF-Botschafter wie Nana Mouskouri, Schauspielerin Katja Riemann, Topmodell Julia Stegner und Stargeiger Julian Rachlin zur Hilfe für Kinder in Afrika auf und appellierten damit  an die Regierungen, Medien und die Öffentlichkeit, die WM in Südafrika auch als „Anstoß“ für die Verwirklichung der Rechte der Kinder in Afrika zu nutzen.  

Anlässlich dieses Aufrufs präsentierte UNICEF neueste Fakten zur Situation von Kindern in Afrika. Danach sind in den Ländern südlich der Sahara die Chancen von Kindern zu überleben, zur Schule zu gehen und vor Ausbeutung und Missbrauch geschützt zu werden weltweit, am schlechtesten.

  • Im Jahr 2008 starben in Afrika allein 4,4 Millionen Kinder unter fünf Jahren – das ist rund die Hälfte aller Todesfälle bei Kindern weltweit. Die meisten Kinder starben an vermeidbaren oder behandelbaren Krankheiten.
  • Zwar gelang es, mehr Kinder in die Schule zu bringen. Doch noch immer geht im südlichen Afrika jedes dritte Kind nicht zum Unterricht. Schätzungsweise 45 Millionen Kindern, vor allem aus den ärmsten Familien und auf dem Land, ist das Recht auf Bildung vorenthalten.
  • Während weltweit extreme Armut zurückging, stieg die Zahl der Menschen, die von einem Dollar am Tag leben, im südlichen Afrika allein nach der Jahrtausendwende um über 90 Millionen an. Die globale Finanz- und Wirtschaftskrise verschärft gegenwärtig die Situation noch. Die Folge: jedes dritte afrikanische Kind zwischen fünf und 14 Jahren muss arbeiten. Das ist weltweit der höchste Anteil an arbeitenden Kindern.

roger-moore-co-008Für UNICEF habe ich  fast alle armen Länder der Erde bereist und entsetzliches Leid und Elend gesehen: von Kriegsopfern über Landmienen, misshandelte Kinder, Hungernde und Sterbende. Diese bis dahin nur theoretische Wahrnehmung, dass Menschen in der Dritten Welt in bitterster Armut leben, wurde auf meinen Reisen zu harten Realität. Dieses Leid erhielt somit ein Gesicht und seitdem lässt mich der Wunsch zu helfen nicht mehr los. Dank starker Partner wie UNICEF, aber auch dank vieler selbstloser Mitarbeiter und weltweit unzähliger Spender, wird mein Engagement in vielen Ländern dieser Welt erst möglich“ so UNICEF-Botschafter Roger Moore gegenüber Saar Report.

Weltbekannt wurde Roger Moore vor allem als Geheimagent 007 in Kinoklassikern wie “ Leben und Sterben lassen“, “ Der Spion, der mich liebte“, „Im Angesicht des Todes“, sowie “ Der Mann mit dem goldenen Colt“.  Als er die Rolle des von Frauen umschwärmten Agenten  James Bond  zum letzten Mal verkörperte, war er bereits knapp 58 Jahre alt. Seit 1991 ist der Weltstar als internationaler UNICEF-Botschafter für die Rechte der Kinder tätig. Seine enge Verbindung zum deutschen Publikum nutzt der mittlerweile 82-jährige für seine zahlreichen UNICEF-Einsätze in Deutschland. Für seine schauspielerischen Leistungen und sein weltweites Engagement erhielt Roger Moore  im Laufe der Jahrzehnte diverse Preise und Ehrungen. So erhielt er z.B. 1967 vom spanischen Fernsehen den Ondas Award als bester Schauspieler in der internationalen TV-Serie  „Simon Templar“  – jeweils mit seinem langjährigen Filmpartner Tony Curtis. 1980 erhielt er in Hollywood einen Golden Globe als World Film Favourite und einen Saturn Award als „Most popular international performer“.  Für sein Lebenswerk bekam er in Deutschland 1991 einen Bambi und 1992 die Goldene Kamera in der Kategorie Weltstar mit Einsatz für UNICEF.

Quelle, Fotos und Filmaufnahmen:

Dieter J. Maier

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