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Archiv für April, 2011

Ball des Weines 2011 im Wiesbadender Kurhaus unter dem Motto – „Hilfe für Japan“

19. April 2011 Kommentare ausgeschaltet

wulff-und-ball-des-weines-023Angesichts der dramatischen Entwicklung in Japan stand der Ball des Weines 2011 im Wiesbadener Kurhaus am vergangenen Samstag unter dem neuen Motto: „Hilfe für Japan“, das vor allem durch eine großangelegte Spendenaktion, die Notlage der dort von Erdbeben und Tsunami schwer getroffenen Menschen in den Vordergrund stellte.

„Im Zeichen der Solidarität wird die Veranstaltung Ein Abend für Japan heißen. Alle während des Festes gesammelten Spenden werden einem entsprechenden wohltätigen Zweck zu Gute kommen“, erklärte Michael Prinz zu Salm-Salm, Ehrenpräsident der VDP Prädikatsweingüter, die auch den in diesem Jahr den glanzvollen Gala-Ball  im Wiesbadener Kurhaus ausrichteten. Gemäß dem ursprüngliche Motto der Ballveranstaltung „Asien verzaubert“ wurde der Abend  ganz im Zeichen der asiatischen Kulturen ausgerichtet, da Asien und Europa seit Jahrhunderten in ihrer Unterschiedlichkeit einzigartig und dennoch eng miteinander verbunden sind. 

Ministerpräsident Volker Bouffier begrüßte in seiner Festrede im gegenüberliegenden Nassauer Hof, die Idee der VDP-Prädikatsweingüter: „Unser Mitgefühl und unsere Anteilnahme gelten den Menschen in Japan. Viele von ihnen haben alles verloren und stehen vor den Trümmern ihrer Existenz“, sagte Bouffier. Es werde Jahrzehnte dauern, bis die Schäden behoben und die Spuren der Zerstörung beseitigt seien. „Auch wenn wir das menschliche Leid kaum lindern können, werden wir unser Möglichstes tun, um Japan bei der Bewältigung dieser Naturkatastrophe und ihren Folgen zu unterstützen.“ Deshalb habe ich auch den Japanischen Generalkonsul Toyoei Shigeeda zum Ball des Weines eingeladen. Das Verhältnis zwischen Deutschen und Japanern ist stets durch ein hohes Maß an gegenseitiger Anerkennung und Respekt geprägt gewesen. In japanischen Schulen sind Heine, Goethe, Beethoven und Schumann allgegenwärtig. Deutsche Volkslieder werden im Original gesungen. Umgekehrt haben die Deutschen nicht nur in den Ballungszentren des Rhein-Ruhr- und des Rhein-Main-Gebietes die japanische Kultur für sich entdeckt“, so der Ministerpräsident.

wulff-und-ball-des-weines-024Die intensiven Wirtschaftskontakte, in Hessen unterhalten 200 japanische Unternehmen eine Niederlassung, fast 5000 Japaner und ihre Familien leben hier, haben sich auf kulturelle und zwischenmenschliche Beziehungen ausgeweitet. Somit sollte gerade im Jubiläumsjahr  2011 daran erinnern werden, dass die diplomatischen Beziehungen zwischen Japan und dem damaligen preußischen Staat schon 1861, also vor 150 Jahren aufgenommen wurden. Feste, Festivals und Ausstellungen in beiden Nationen waren und sind geplant. Von daher galt es besonders  für den VDP, an diesem Abend die tiefe und langwährende Verbundenheit auch auf andere Weise zu zeigen. „Die drittgrößte Wirtschaftsmacht der Welt ist durch das schwerste Erdbeben seiner Geschichte schrecklich getroffen worden. Die Zahl der Opfer wird nie sicher festgestellt werden, sie liegt aber bei mehreren Tausend. „Eine halbe Million Menschen, die ein Tsunami überrascht hat, sind obdachlos. Die Folgen der Verstrahlung durch zerstörte Kernkraftwerke sind heute noch nicht abschätzbar. Jede noch so kleine Geste trägt dazu bei, den Menschen in Japan unser Mitgefühlt zu zeigen“, fügte Prinz zu Salm-Salm in seiner Begrüßungsansprache hinzu.

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Quelle, Film-und Fotoaufnahmen: Dieter J. Maier

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Bundespräsident Christian Wulff zu Besuch in Mainz

19. April 2011 Kommentare ausgeschaltet

wulff-antrittsbesuch-009Es mag am jungenhaften Charme des neuen Bundespräsidenten liegen, dass  Christian Wulff zum Auftakt seiner Visite in Mainz, gut über eine Stunde lang in entspannt lockerer Atmosphäre  rund 1300 kleinen Zuhörern in der Kinder-Uni erklärte, was gerade in unserer heutigen Zeit Demokratie bedeutet.

Der 51-Jährige beantwortete mit Geduld und Einfühlungsvermögen die vielen Fragen der Kinder, wie lange z.B. eine Wahl dauert.  „Hier müssem alle sich an dieselben Regeln halten. Wählen dürften auch Kinder. So dürft ihr euren Klassensprecher, Schulsprecher, sowie im Verein wählen. Zur Demokratie gehört auch die Meinungsfreiheit. Das bedeute, dass man verschiedener Meinung ist und dass man versucht, sich zu verständigen“, so Wulff. Ebenso schien es nicht verwunderlich, dass einige Kinder auch von der Eier-Attacke gehört hatten. „Ich glaube, man muss es wirklich als etwas Positives sehen, dass jeder seine Meinung hat», sagt Wulff, der im korrekten Buisness-Anzug vor seinen bunt-angezogenen Gästen stand. „Und es wäre doch irgendwie auch traurig, wenn alle dieselbe Meinung hätten.“

Am Nachmittag ließ sich Bundespräsident Wulff dann in Begleitung des Mainzer Bischofs, Kardinal Karl Lehmann, die Chagall-Fenster in der Kirche St. Stephan erklären. „Jeder Sonnenstrahl, der nach Mainz kommt, fällt durch eines der 21 großen Fenster in den Kirchenraum“, so beschrieb schon der frühere Pfarrer von St. Stephan, Monsignore Klaus Mayer, die Transparenz des Kircheninneren. Klaus Mayer war es auch, der 1973 den Kontakt zu dem Künstler Marc Chagall (1887-1985) suchte, um ihn für die Neugestaltung der Fenster des Ostchores zu gewinnen. Chagall setzte schließlich in neun von ihm gestalteten Glasfenstern Motive der Bibel um, wobei das erste Chagall-Fenster am 23. September 1978 eingeweiht wurde.  Am Ende des Besuchs von St. Stephan überreichte der langjährige Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz Kardinal Lehmann die vier Bildbände zu den Mainzer Chagall-Fenstern, deren Texte Klaus Mayer geschrieben hat. “ Marc Chagall hat sie alle gelesen, bevor sie veröffentlicht wurden“, versichert  Lehmann anschließend dem Bundespräsidenten .

Zum Abschluss seiner Visite in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt, empfing Wulff am Abend gemeinsam mit Ministerpräsident Kurt Beck zu einem Benefizkonzert in der Mainzer Rheingoldhalle, dass im Zeichen der Leseförderung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe stand. Ministerpräsident  Beck lobte die Arbeit der Stiftung Lesen und dankte vor Konzertbeginn  allen Sponsoren und Konzertbesuchern: „Sie haben mit Ihrem Sponsoring oder mit dem Kauf einer Konzertkarte das Angenehme mit dem Nützlichen verbunden. Sie können heute Abend ein besonderes Konzert mit russisch-spanischen Klängen erleben und unterstützen zugleich die Arbeit der Stiftung Lesen.“ Auch Christian Wulff  betonte die Bedeutung des Lesens für die Gesellschaft: „Ohne Lesen, ohne leidenschaftliches Lesen geht unserem Land kulturelle Kraft verloren“. Auch gelte sein Dank allen, die zur Verwirklichung dieses Abends  beigetragen haben. Auf den anschließenden Empfang nutzten viele Konzertbesucher die Chance zum Gespräch mit dem Bundespräsidenten, der an dem Abend von seiner Ehefrau Bettina Wulff begleitet wurde.

Quelle und Fotoaufnahmen: Dieter J. Maier

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Interview mit dem Saudiarabischer Botschafter Dr. Ossama bin Abdul Majed Shobokshi

8. April 2011 Kommentare ausgeschaltet

vortrag-peter-scholl-latur-017Während seines Aufenthalts in Baden-Baden trug sich der Saudiarabische Botschafter Professor Dr. Ossama bin Abdul Majed Shobokshi gestern ins Goldene Buch der Stadt ein. Anlass seines Besuchs in der Kurstadt war ein Vortrag, den er auf Einladung des Wirtschaftsrates der CDU am selben Abend im Kulturhaus LA8 zum Thema „Saudi-Arabien als treibende Kraft des mittleren Ostens – eine Chance für deutsche Unternehmen?“ hielt.

Beim Empfang im Rathaus brachte der Botschafter des Königreiches seine Freude zum Ausdruck, hier zu sein und schwärmte von den „vielen freundlichen Menschen“, die ihm bei seinem Aufenthalt begegnet seien. OB Gerstner nutzte die Gelegenheit zu einem Gespräch und gab dem Gast auch einen kurzen Einblick in die Geschichte und Entwicklung Baden-Badens. Begleitet wurde der Botschafter von Hossam Maarouf, Vizepräsident der Deutsch-Arabischen Freundschaftsgesellschaft (DAFG) sowie Bernhard Feßler, Landesgeschäftsführer des Wirtschaftsrats der CDU Baden-Württemberg. In einem anschließenden Interview äusserte sich seine Exzellenz  gegenüber Saar Report u.a. über die bilateralen Beziehungenzwischen Saudi Arabien und Deutschland, sowie die wirtschaftlichen und politischen Stärken seines Landes:

Exzellenz, worin sehen Sie persönlich die wirtschaftlichen und politischen Stärken Ihres Landes?

Die Stärke meines Landes besteht darin, dass wir eine gute wirtschaftliche und gleichzeitig auch eine damit verbundene politische, sowie religiöse Stabilität besitzen. Arabien ist die “ Wiege des Islam“, somit ist unser Glaube mit rund 1,2 bis 1,57 Milliarden Anhängern nach dem Christentum und vor dem Hinduismus die zweitgrößte Weltreligion. Ausserdem besitzen wir, neben den weltweit größten Erdöreserven noch wichtige Bodenschätze, wie Erdgas, Gold, Salz, Eisenerz und Phosphor.

Wie sehen Sie hierin die wirtschaftlichen und bilateralen Beziehungen zwischen deutschen Unternehmen und Ihrem Land?

Deutschland genießt in Arabien einen sehr guten Ruf als Handelspartner. Auch die  bilateralen Beziehungen zwischen unseren Ländern sind freundschaftlich und spannungsfrei . Etwa 25 % der Beschäftigten im Königreich Saudi-Arabien sind im Industriesektor tätig. Der bedeutendste Industriezweig ist die Erdölraffinerie, gefolgt von der Erdgasraffinerie. Rund 900 Milliarden US-Dollar werden in den nächsten 10 Jahren für die wirtschaftliche Weiterentwicklung in Saudi Arabien ausgegeben. Somit sehe ich für die kommenden Jahre gerade für deutsche Unternehmen gute Möglichkeiten, sich in Saudi Arabien wirtschaftlich anzusiedeln.

Sie sind seit mehreren Jahren Botschafter für das Königreich Saudi-Arabien in Deutschland. Was bedeutet Ihnen diese Aufgabe?

Meine Tätigkeit als Botschafter in Deutschland sehe ich als  notwendige Herausforderung, die Beziehungen zwischen beiden befreundeten Ländern auf den verschiedensten Ebenen und in allen Fachbereichen zu vertiefen, zu intensivieren und zu verbreiten, um somit auch auf wissenschaftlicher, wirtschaftlicher und politischer Ebene den notwendigen Utilitarismus zu erreichen.

Saudi-Arabien investiert  sehr viel in den weiteren Ausbau seiner Infrastruktur. Welche Projekte sehen Sie hierbei als besonders vordringlich und wichtig an?

Für die Modernisierung der Infrastruktur werden neue  Straßen gebaut, Eisenbahnnetze mit insgesamt 3.650 km von Ost nach West erweitert, sowohl von Norden von den Industriestädten Saudi-Arabiens nach Süden, als auch nach Osten und Westen zu den Häfen. Gleichzeitig werden Phosphat- Aluminium- und Eisenerzminen errichtet. Wir hoffen, damit Millionen neuer Arbeitsplätze zu schaffen und gleichzeitig eine Dezentralisierung zu erzielen.

vortrag-peter-scholl-latur-018Das Auswärtige Amt riet vor kurzem nach den Unruhen in Ägypten auch von allen nicht notwendigen Reisen nach Bahrain ab. In wie weit ist Ihr Land auch von diesen Unruhen betroffen?

Unser Land  ist zum Glück von diesen Unruhen nicht betroffen, aber wir sind imbolviert und versuchen nach Kräften, die anderen Nachbarländer zu besänftigen, zu motivieren und zu unterstützen. Wir hoffen natürlich, dass wir mit unseren Bemühungen wieder Stabilität auch in die anderen Länder bringen, obwohl oder gerade weil wir nicht von den Nachbarstaaten beeinflusst werden können.

Exzellenz, vielen Dank für diese ausführliche Gespräch

Quelle und Fotos: Dieter J. Maier, in Zusammenarbeit mit der Pressestelle/ Stadt Baden-Baden

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Aufbruch in der arabischen Welt – Vortrag von Peter Scholl-Latour in Homburg

8. April 2011 Kommentare ausgeschaltet

vortrag-peter-scholl-latur-009Der Journalist und Publizist Prof. Dr. Peter Scholl-Latour, bekannt als scharfsinniger Beobachter des Zeitgeschehens erläuterte am vergangenen Mittwoch auf Einladung der Siebenpfeiffer-Stiftung vor über 700 Gästen im vollbesetzten Homburger Saalbau, die aktuellen Entwicklungen in den nordafrikanischen Staaten. Scholl-Latour stellte  deutlich einen stattfindenden Wechsel bei den Führungsnationen der arabischen Welt in den Vordergrund seiner Betrachtungen und rückte dabei die Staaten Arabien, Ägypten, Tunesien und China in den Fokus seiner Betrachtungen einer neuen weltpolitischen Lage.

Peter Scholl-Latour scheute sich hierbei auch nicht vor deutlicher Kritik gegenüber den Regierungen im Nahen Osten, die oft die Leitidee der politischen, sozialen, religiösen und kulturellen Verflechtungen zwischen Europa in Geschichte und Gegenwart verkannt haben:   „In Israel erinnert z.B. der Umgang mit der Presse zuweilen an „dunkle Regime“: Objektive Berichterstattung aus den besetzten Gebieten wird schnell in Vaterlandsverrat umgedeutet, aus Angst vor dem Volkszorn blenden die meisten israelischen Medien das Thema Besatzung lieber aus. Nicht selten wird Reportern aus Israel der Zugang zu den Palästinenser-Gebieten schlicht verweigert. Ebenso  hat sich die politische und militärische Lage in Libyen unter dem selbsternannter Revolutionsführer und ehemaliger Generalsekretär Gaddafi  mehr als verschärft. Warum Gaddafi allerding im Laufe der Zeit zu einem „Paranoiker“ geworden ist, kann ich nicht beantworten. Früher war er in seinem Land sogar sehr beliebt, weil er mit seiner Machtübernahme die Fremdherrschaft der Europäer abgeschüttelt hat. Dass sich Gaddafi in dieser angespannten Lage  jetzt bis zum Äußersten wehrt, kommt für mich nicht überraschend. Wenn er allerdings vor den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag gestellt wird, droht ihm lebenslange Haft „, so der Nahost-Experte in seinen Erläuterungen.

Doch der Islam und der Nahe Osten sind nur ein Aspekt der journalistischen Arbeit von Scholl-Latour. Zu vielen Themen und Weltregionen erschienen Bücher von ihm (zum Beispiel zu Nordkorea und der Volksrepublik China). Ein besonderes Faible entwickelte Scholl-Latour für Indochina, wovon sein Buch „Der Tod im Reisfeld“ handelt. Als weiteren Hauptschwerpunkt seiner Arbeit kann man Afrika und die vielfältigen Probleme dieses Kontinents nach der Entkolonialisierung nennen.

vortrag-peter-scholl-latur-015Peter Scholl-Latour, inzwischen 87 Jahre alt, bereist seit Jahrzehnten den Nahen Osten.Schon nach seinem Studium und Promotion 1947 war er als französischer Fallschirmspringer in Indochina, ehe er 1948 zunächst als Volontär, dann als Redakteur bei der Saarbrücker Zeitung arbeitete. 1954/55 war er Regierungssprecher der saarländischen Landesregierung unter Ministerpräsident Johannes Hoffmann. Neben seiner langjährigen Tätigkeit als Auslands-Journalist tritt Scholl-Latour seit 1988  vor allem als freier Autor auf; gelegentlich produziert er jedoch noch Reportagen für das ZDF oder tritt als Interviewpartner auf. Von 1985 bis 2007 war Peter Scholl-Latour Mitglied des Beirates der Deutsch-Arabischen Gesellschaft.

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Dieter J. Maier

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Verleihung des Peter Wust-Preises an Prof. Dr. Klaus Töpfer

4. April 2011 Kommentare ausgeschaltet

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Der früheren Bundesumweltminister Klaus Töpfer (CDU)  wurde am vergangenen Wochenende im Studio eins des Saarländischen Rundfunks auf dem Saarbrücken Halberg in einer Feierstunde mit dem Peter-Wust-Preis ausgezeichnet. Mit dem Preis ehrte die Katholische Akademie Trier und die Christliche Erwachsenenbildung Merzig (CEB) den 72-Jährigen Wissenschaftler und Politiker, der sich auch nach seiner Amtszeit als Bundesumweltminister „immer mit ganzer Kraft zum Wohl der Schöpfung und der Menschen eingesetzt habe“, so die Begründung der Stifter.

In seiner Laudatio würdigte Ministerpräsident Peter Müller den früheren Mitarbeiter der Saarbrücker Staatskanzlei nicht nur als einen herausragenden Umweltexperten, sondern hob auch gleichzeitig dessen persönliches Engagement für die Region hervor: “ Klaus Töpfer hat schon zu einer Zeit, als Fragen der Ökologie noch nicht oben auf der Tagesordnung standen, weitblickend seine Kraft zum Wohl der Menschen und zur Bewahrung der Schöpfung eingesetzt. Heute ist er als Gründungsdirektor des Instituts für Klimawandel, Erdsystem und Nachhaltigkeit sowie als Vizepräsident der Welthungerhilfe und Kommissionsvorsitzender im „Rat der Weisen“ zu einem unentbehrlichen Ratgeber und Helfer geworden. Der Mann wird gebraucht“, sagte Müller, der damit auch Töpfers frühe Hinwendung zur Umweltpolitik hervorhob.

In seiner Dankesrede betonte Prof.Dr. Klaus Töpfer vor allem seine starke politische und emotionale Verbundenheit zum Saarland : “ Ich habe im Saarland vieles gelernt, was für mein späteres politisches Wirken und Handeln wichtig war und deshalb bin ich in besonderer Weise dankbar, dass mir der Peter Wust-Preis auch hier in Saarbrücken verliehen wird. Was sich gerade in dem Gedankengut des im saarländischen Rissenthal geborenen Philosophen Peter Wust wiederfindet, ist nicht nur die Achtung vor dem Leben, sondern es ist auch ein Diktat gegen das Unwort des vergangenen Jahres, der Alternativlosigkeit. Wir sollten uns gerade in der heutigen Zeit einmal Gedanken darüber machen, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der fast alles beliebig geworden ist“, so Töpfer.

vortrag-peter-scholl-latur-002Der 1938 in Schlesien geborene Preisträger war ab 1978 als Staatsekretär und Umweltminister in Rheinland-Pfalz, bevor er 1987 Bundesminister für Umwelt und Reaktorsicherheit wurde und danach von 1994 bis 1998 Bundesbauminister. Zwischen 1998 und 2006 wurde Töpfer Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) und ist seit 2009, neben seiner Tätigkeit als politischer Botschafter des Wüstenstromprojekts Desertec, auch Gründungsdirektor des Instituts für Klimawandel, Erdsystem und Nachhaltigkeit in Potsdam.

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Dieter J. Maier

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