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Archiv für März, 2013

500 Folgen „Menschen der Woche“ – Goldene Ehrung für Frank Elstner

27. März 2013 Kommentare ausgeschaltet

frank-elstner-001Nach 500 Sendungen „Frank Elstner – Menschen der Woche“ feierte am 23. März  das Talkformat im SWR Fernsehen 90 Minuten lang sein rundes Jubiläum. Die Maxime von Frank Elstner und seinem Team ist seit  Sendungsstart im Jahr 2000 unverändert: Eine gute Talkshow muss neugierig machen, unterhalten und dabei immer einem seriösen Anspruch gerecht werden.

Zur 500 Folge begrüßte Frank Elstner besonders spannende „Menschen der Woche“:  Multitalent Til Schweiger, Deutschlands erfolgreichster Schauspieler, Produzent, Regisseur, Drehbuchautor – und Frauenschwarm. Kein Wunder also, dass die ARD ihn zum Hamburger  „Tatort“-Kommissar Nick Tschiller beförderte – wofür er sich prompt mit einer Top-Einschaltquote bedankte. Weitere Gäste der Jubiläumssendung waren u. a. die Stargeigerin Julia Fischer, der Kabarettist und Jongleur Timo Wopp sowie Rolf Sachs, Künstler,  Designer und Sohn von Gunter Sachs. Im Anschluss an die Sendung wurde Frank Elstner von Oberbürgermeister Wolfgang Gerstner mit der  Ehrenmedaille der Stadt Baden-Baden in Gold ausgezeichnet.

Mit seinem erfolgreichen Samstag-Talk kehrte der „Wetten-dass?“-Erfinder zu seinen Wurzeln zurück. Beim damaligen Südwestfunk Baden-Baden begann in den 60er-Jahren seine TV-Karriere – als Schauspieler der Serie „Grundgesetz“. Die Schauspielerei wurde ihm in die Wiege gelegt: Er wurde am 19. April 1942 als Sohn des Schauspieler-Ehepaars Erich und Hilde Elstner in Linz geboren. Schon als Zehnjähriger spielte er in dem SWF-Hörspiel „Bambi“ die Hauptrolle. Als Erwachsener zog es Elstner zunächst in den Journalismus. Er volontierte bei den Badischen Neuesten Nachrichten, wechselte mit 21 Jahren aber als Moderator zu den „Fröhlichen Wellen“ von Radio Luxemburg. Bei RTL ging es steil nach oben: 1966 Chefsprecher des Senders, 1970 stellvertretender Programmdirektor, 1972 Direktor des deutschsprachigen Programms.

Dazwischen lief die Fernsehkarriere auf Hochtouren: Moderator bei „Spiel ohne Grenzen“, 1974 bis 1979 die „Montagsmaler“ beim SWF. Mit der von ihm konzipierten Show „Wetten, dass…?“ schrieb Elstner ab 1981 Fernsehgeschichte. Die Moderation von „Wetten,dass…?“ gab Elstner 1987 an Thomas Gottschalk ab.

Frank Elstner hat mit der Entwicklung zahlreicher Sendungskonzepten maßgeblichen Anteil an der Entwicklung der deutschen TV-Landschaft. Heute zählt er zu den versiertesten Kennern des Unterhaltungsfernsehens. Am 25. Mai 2007 wurde ihm vom Bayerischen Ministerpräsidenten für sein Lebenswerk der Ehrenpreis des Bayerischen Fernsehpreises verliehen. Im April 2009 erhielt Frank Elstner die Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg. Im Oktober 2012 erhielt er bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises 2012 in Köln den Ehrenpreis der Stifter des Deutschen Fernsehpreises.

Text und Foto mit freundlicher Genehmigung des SWR- Baden-Baden und der
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Filmaufnahmen:

Dieter J. Maier

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Menschen der Woche-Goldene Ehrung für Frank Elstner

Zum 80. Geburtstag: Verhaltensforscher Werner Freund – Ein Leben unter Wölfen

Foto: Dieter J. Maier

Der Wolf: Seit Jahrhunderten geistert dieses edle und graziöse Raubtier durch die Phantasie der Menschen als gefährliche, Menschen angreifende und blutrünstige Bestie. Doch das Märchen vom bösen Wolf ist genau das, was es ist – eine phantastische Geschichte.

Wölfe sind in Wirklichkeit alles andere als gefährlich und blutrünstig. Sie sind scheu und meiden weitgehendst den Kontakt zu Menschen. Gerade deshalb funktioniert auch das friedliche Zusammenleben von Wolf und Mensch in vielen europäischen Ländern.

In Deutschland jedoch war der Wolf  lange Zeit ausgestorben. Der letzte, in freier Wildbahn lebende, Wolf wurde vor etwa 150 Jahren erlegt. Viele ungeklärte Fragen über die Lebensweise der Wölfe und besonders das Unwissen, das man über diese anmutigen Wildtiere hatte, haben über viele Jahrhunderte zum schlechten Image des Wolfes beigetragen. Die Wirklichkeit sieht jedoch völlig anders aus:

Durch die Ausbreitung der Landwirtschaft und die Zunahme der Bevölkerungsdichte schrumpfte der Lebensraum der Wölfe immer mehr zusammen und letztendlich wurde die Wolfsfrage nicht durch Kompromisse, sondern durch Ausrottung gelöst. Heute hat sich jedoch die Einsicht durchgesetzt, das jedes Lebewesen auch ein Recht auf Existenz besitzt. In der Definition des Artenschutzes gehört dies heute zum moralischen Grundsatz. Für den Wolf, wie für viele andere bedrohte Raubtiere, kam dies Einsicht allerdings fast zu spät.

Dass wir uns heute mit wildlebenden , sogenannten gefährlichen Raubtieren wie Wölfen und Bären auseinandersetzen, haben wir nicht zuletzt der jahrelangen, aktiven Forschungsarbeit von Werner Freund zu verdanken, der sich in seiner über 30 jährigen Verhaltensforschung dem Wolf verschrieben hat. Gerade auch durch seine Initiative ist es gelungen, dass sich der Wolf in den letzten Jahren wieder in Deutschland ansiedeln durfte.

Bereits 1998 wurden auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz in Sachsen zwei, im Jahr 2000 sogar sechs Wölfe – Eltern und Jungtiere – von Revierförstern beobachtet. Seit dem zogen die beiden Elterntiere jedes Jahr Welpen auf. Wiederholt hielten sich einzelne Wölfe auch in Bayern auf – über die Schweiz wanderte zuletzt im Frühjahr 2010 ein Wolf in Süddeutschland ein. In einigen Bundesländern wie z.B. Sachsen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Bayern gibt es inzwischen Managementpläne für den Wolf, um sich auf eine dauerhafte Wiederbesiedlung der grauen Räuber vorzubereiten. Die Rückkehr der Wölfe nach Deutschland ist auch ein großer Erfolg für den Natur-und Tierschutz, den Werner Freund durch seine beispiellose Lebensleistung entscheident mitgetragen hat:

Freund arbeitete zunächst als Gärtner und Raubtierpfleger in Stuttgart, ab 1955 beim Bundesgrenzschutz und wechselte 1957 zur Bundeswehr in die Unteroffizierslaufbahn. Zuletzt war er mit dem Dienstgrad Stabsfeldwebel in der Kaserne Auf der Ell beim Fallschirmjägerbatallion 262 in Merzig stationiert, wo er als Ausbilder für die Vorläufer der Einzelkämpferlehrgänge eingesetzt war. Neben weltweiten Forschungsexpeditionen errichtete er dann auch 1977  in seiner Wahlheimat mit Unterstützung von landes-und städtischen Fördergeldern den Werner-Freund-Wolfspark, der bis heute eine der größten Attraktionen der saarländischen Kreisstadt ist.


werner-freund-wolfe-019Der Ruf des unermüdlichen Wolfsforschers, der morgen in Merzig seinen 80.Geburtstag feiert, ist bedeutend. Seit über drei Jahrzehnten heult und lebt der „Wolfsmensch“ mit seinen Wölfen, die wild sind, wie die freie Natur. Er will nicht, dass sich seine Raubtiere den Menschen anpassen, viel mehr möchte er mit seinen Wölfen zusammen leben und zwar so, wie es noch keinem Menschen vor ihm gelungen ist. Werner Freund, der im Rahmen seiner Verhaltensforschung sehr eng mit seinen Wölfen in Kontakt ist, wurde im Laufe der Jahre, wie er sagt, selbst zum Wolf und hat somit einen Weg betreten, der keinen Rückzug mehr kennt und seinem Leben die Erfüllung gibt, die er für sich selbst immer gesucht hat.

Hinweis der Redaktion: Expeditionsmuseum von Werner Freund in Merzig ist sonntags von 14-18 Uhr geöffnet. Hier hat der Verhaltensforscher viele Fotografien und einige Hundert Exponate zusammen getragen, die die Besucher nun in verschiedenen Ausstellungsräumen, nach Kontinenten gegliedert, besichtigen können.

Die Wölfe im Werner Freund-Wolfspark sind täglich von Sonnenaufgang bis zum Einbruch der Dunkelheit im Kammerforst Merzig zu beobachten. Weitere Auskünfte erteilt das Tourist-Büro Kreistadt Merzig unter der Telefonnummer  06861- 85221.

Quelle, Foto-und Filmaufnahmen :
Dieter J. Maier

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Wolfsforscher Werner Freund zum 80. Geburtstag

Interview mit Wolfsforscher Werner Freund zum 80. Geburtstag