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Archiv für Oktober, 2014

Interview mit Star-Bariton Thomas Hampson

thomas-hampson-002Der amerikanische Star-Bariton Thomas Hampson ist nicht nur aus musikalischer Sicht eine der interessantesten Persönlichkeiten der Klassikszene. Neben seiner außergewöhnlichen Bildung und großen Spannbreite an Interessen hat ihn auch seine künstlerische Vielseitigkeit zu einem der führenden Sänger weltweit gemacht, dessen weitumspannendes Repertoire an Opernpartien von Mozart bis hin zu Puccini reicht. In einem exklusiven Interview stellte sich Thomas Hampson den Fragen von Report aus Berlin.

Sie bezeichnen Ihre musikalische Karriere selbst als persönlichen Glücksfall, da Sie ja mit Ihrem Studium der Politischen Wissenschaften zuerst die berufliche Laufbahn als Rechtsanwalt oder Diplomat einschlagen wollten. Aus welchem Grund haben Sie die Musik gewählt?

Ich komme aus einer sehr musikalischen Familie und daher war Musik immer Teil meines Lebens, ich habe schon als Knabe im Chor gesungen und ein Instrument gespielt. Allerdings hätte ich damals nie zu träumen gewagt, dass mein Talent für ein erfolgreiches Berufsleben oder gar eine internationale Karriere ausreichen würde. Erst viel später wurde mir diese Welt durch die Begegnungen mit außergewöhnlichen Menschen eröffnet – als Student mit einer katholischen Nonne, Sister Marietta Coyle, und später mit Elisabeth Schwarzkopf und Horst Günther, bei denen ich studiert habe. Ich glaube, dass Gesang  aus einer gewissen Sinnlichkeit heraus entsteht und ich bin von Natur aus ein neugieriger Mensch – vielleicht liegt es an meiner amerikanischen Erziehung! Nur zu singen, um meine Stimme zu präsentieren und damit Geld zu verdienen, fände ich für mich nicht akzeptabel, da ich mich für die Dinge die ich singe intersessiere.
Die klassische Musik, vor allem die Oper, scheint heute wieder fast so populär wie zu Zeiten der Callas oder Carusos. Sehen Sie hierin eine Renaissance?
Die Oper ist und war immer ein spannendes Abbild der menschlichen Existenz und ihres Dilemmas. Sie ist in vielerlei Hinsicht die kompletteste Form der Musik, daher bleibt sie auch immer gültig. Dass das nicht nur Teil einer Geisteshaltung sonder sehr real ist, zeigen die hervorragenden Auslastungen zahlreicher Opernhäuser in der ganzen Welt. Ich denke auch, dass die Oper immer populär war, nur die mediale Aufmerksamkeit – und damit eine breitere Wahrnehmung einer Popularität –  für sie kommt in Wellen. Dafür braucht es geeignete Persönlichkeiten. Callas oder Caruso waren das in ihrer Zeit wie Pavarotti oder Freni danach oder wie es andere heute sind.
Ihr Repertoire umfasst Titel- und Hauptpartien aus Opern Mozarts, Verdis und Tschaikowskys ebenso wie aus Werken von Gluck, Wagner, Massenet oder Szymanowski. In wie weit werden sich zukünftig auch zeitgenössische Stücke an den großen Opernhäusern wie z.B. Metropolitan Opera auf Dauer durchsetzen?
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Was sich durchsetzt, ist von einer Generation schwierig zu beurteilen, da es dann, wenn es sich durchgesetzt hat, ja nicht mehr zeitgenössisch ist. Was sich daher „auf Dauer“ bewährt, werden unsere Kinder und Kindeskinder entscheiden. Ich bin allerdings davon überzeugt, dass es die unabdingbare Pflicht jeder Gesellschaft ist, ihre kreativen Stimmen zu Wort kommen zu lassen. Es gibt ein großes Interesse an zeitgenössischer Oper und hervorragende Komponisten. Für mich ist es immer eine Freude und Ehre zeitgenössische Werke aufführen zu dürfen, insbesondere wenn Komponisten wie Wolfgang Rihm, Friedrich Cerha, Matthias Pintscher, Richard Danielpour oder John Corigliano, etwas für mich persönlich schreiben. Ich habe das Gefühl, dass besonders in Deutschland der Trend vorherrscht, Opern nur auf Kosten anderer aufzuführen, anstatt das jeweilige Stück so zu bringen, wie es geschrieben wurde. Ich bin der Meinung, jede Regie sollte zum Ursprung des Stückes zurückgehen. Ich finde es viel, viel spannender, sich in der Regiearbeit mit vergangenen Epochen auseinanderzusetzen, als die jeweiligen Stücke immer wieder auf modern zu trimmen und die Themen mit Gewalt in die heutige Zeit zu zerren.
Sie sind in den vergangenen 30 Jahre an allen großen Musikhäusern der Welt aufgetreten. Was hat sich in dieser Zeit Ihrer Meinung nach am stärksten verändert?
Manchmal denke ich, dass Karrieren wie meine heute fast nicht mehr möglich sind. Zum einen gibt es ein äußerst starkes Fachdenken – das gilt für Stimmen wie für Interpretationen –  zum anderen wird jungen Talenten in gewisser Weise weniger Zeit zum Reifen gegeben. Ich hatte über Jahrzehnte immer die Möglichkeit, Neues zu entdecken. Selbstverständlich haben auch Plattenfirmen früher breiter gefächerte Möglichkeiten innerhalb des Repertoires eröffnet. Das ist heute anders. Nichtdestotrotz bleiben es auch besondere Begegnungen, wie etwa  die heutige  wunderbare Zusammenarbeit mit Maestro Dan Ettinger, dem Generalmusikdirektor am Nationaltheater Mannheim, die mich auch jetzt überzeugen würden, denselben „Beruf“ zu wählen oder vielleicht eher der „Berufung“ zu folgen. Die große Menge an Werken macht es Theatern und Opernhäusern heute nicht einfach, eine Auswahl zu treffen, die einem hohen Anspruch genügt und auch genügend Publikum findet. Abhängig von der Größe des Theaters und dem vorhandenen Budget wird von Intendant und Dramaturgie, jede Sparte des Theaters, wie Schauspiel, Musiktheater, Ballett, etc., ein Spielplan erarbeitet. Je nach Größe des Hauses werden verschiedene Opern in einer Spielplan neu inszeniert und das macht auch für mich die Arbeit an den verschiedenen Opernhäusern äußerst spannend.
Mr. Hampson, herzlichen Dank für das Gespräch.
Interview und Fotos: Dieter J. Maier
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5. VITA CHARITY GALA im KURHAUS WIESBADEN

5. Oktober 2014 Kommentare ausgeschaltet
 Das 5. Jubiläum der Charity Gala zugunsten des Vereins VITA e.V. Assistenzhunde im glanzvollen Ambiente des Wiesbadener Kurhauses hatte es in sich! Die Helfer auf vier Pfoten und ihre zweibeinigen Teampartner begeisterten die Gäste aus Politik, Wirtschaft und Showbusiness und sorgten für ein großartiges Spendenergebnis von über 220.000 Euro.Unter die rund 800 Gästen, die am Samstag zum fünften Jubiläum der VITA Charity Gala ins Wiesbadener Kurhaus strömten, mischten sich jede Menge prominente Gesichter. Stars wie die Schauspieler Sophie Wepper, Daniela Ziegler und Max Volkert Martens sowie die Moderatoren Dunja Hayali, Nina Ruge, Jennifer Knäble, Diana Eichhorn und Joachim Winter sowie der frühere Eiskunstlaufstar Marika Kilius, die ehemalige Fußball-Nationalspielerin Inka Grings und die Unternehmerin und Mäzenin Dr. Dr. h.c. Manuela Schmid ließen sich bis spät in die Nacht von der besonderen Atmosphäre verzaubern. Unter der Schirmherrschaft des hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier, der leider nicht vor Ort sein konnte, wurde unter dem Motto „Lebensfreude und Zukunft schenken“ zum Spenden für ein dringend benötigtes größeres behindertengerechtes VITA-Kompetenzzentrum aufgerufen. Denn ohne dieses und die Unterstützung zusätzlicher Hundeausbilder, sind die Zukunft des Vereins und die Ausbildung weiterer VITA-Assistenzhunde gefährdet. Doch mit jeder Spende kommt VITA dem großen Ziel einen Schritt näher. Der Gesamtspendenerlös des Abends summiert sich inklusive des Losverkaufs für die Tombola auf rund 220.000 Euro.

„Dieser wunderbare Abend, der Auftritt unserer VITA-Teams und die Wertschätzung unserer Gäste bestätigt mich immer wieder darin, dass wir mit VITA seit nun fast 15 Jahren den richtigen Weg verfolgen. Auch wenn dieser oft steinig und unwegsam ist, lohnt es sich, weiter zu kämpfen!“, so Tatjana Kreidler, Gründerin von VITA e.V. Assistenzhunde. „Jede noch so kleine Spende bringt uns einem neuen Wirkungsraum für unseren Verein ein Stück näher.“

Mit einer großartigen Überraschung im Gepäck war Torsten Toeller, Gründer und Inhaber der Fressnapf-Gruppe, angereist und fand auf der Bühne sehr persönliche Worte für VITA. Die von Fressnapf ins Leben gerufene Aktion „Gib-Pfötchen!“ unterstützt seit Jahren Projekte, die notleidenden Tieren zugute kommen und das Zusammenleben von Mensch und Tier fördern. In diesem Jahr geht ein Teil der Spendengelder erneut an VITA „Wir glauben an die wunderbare Beziehung zwischen Mensch und Tier – und darum glauben wir auch fest an den Erfolg und die Arbeit von VITA und werden sie In Zukunft gerne noch nachhaltiger und umfangreicher unterstützen“, so Toeller.

VITA-Vorführung: Tränen der Rührung beim Gala-Publikum

Der FFH-Moderator und VITA-Fürsprecher Daniel Fischer führte einfühlsam und mit viel Charme und Witz durch diesen ganz besonderen Gala-Abend. Die zutiefst berührende Vorführung der VITA-Teams, präsentiert von VITA-Schirmherrin und ZDF-Moderatorin Dunja Hayali und Schauspielerin Daniela Ziegler, ließ die Gäste gebannt auf die Bühne blicken. Voller Liebe und Stolz erzählten Nina, Pauline und Richard dem bewegten Publikum, wie sich ihr Leben durch den Assistenzhund nachhaltig und positiv verändert hat. Richard, der mit einer posttraumatischen Belastungsstörung aus dem Kriegseinsatz zurückkehrte, berichtet eindrucksvoll über sein Leben mit Assistenzhündin Abby: „Bevor sie in mein Leben trat, war mein Alltag ein einziger Albtraum. Nach sechs Jahren der Isolation war es die Verbindung zu Abby, die mir eine Chance auf ein zweites Leben gab.“ Ein besonderer Augenblick, der viele im Saal zu Tränen rührte, war der Auftritt des kleinen Fabio. Er sitzt seit seiner Geburt im Rollstuhl und stand seit langem auf der VITA-Warteliste. Erst vor einigen Wochen wurde der sehnlichste Wunsch des 6-jährigen wahr: Assistenzhündin Madison lebt nun an seiner Seite. Doch aktuell ist nicht sicher, ob sich dieser Traum auch für die noch rund 100 anderen Bewerber auf der Warteliste erfüllt, denn ohne weitere Förderer und Sponsoren ist die Zukunft von VITA gefährdet.

Hochkarätige Künstler und Sponsoren machen den Abend unvergesslich

Zahlreiche, hochkarätige Künstler, die ihr Können und ihre Kreativität in den Dienst der guten Sache stellten, sorgten für ein abwechslungsreiches Programm, das für jeden Geschmack das Richtige bot. Die unglaubliche Lightshow von Feeding the Fish begeisterte die Gäste, die Partyband Black & White forderte zum Tanz und die Jasper Band untermalte musikalisch das exklusive 3-gängige Menü von Gerd Käfer und seinem Team. In den Flanierbereichen feuerten die Bands Ladies First, die Saxophonistin Helen Hofmann und die Herren von Acoustic Champagne die Gäste zum Tanzen an. Zu später Stunde versetzte DJ Giorgio unterstützt vom Trommler und Percussionist Dirk Kalbitzer mit Club-Classics, House und Party-Tunes die Gäste in Partylaune.

Quelle und Fotos: Vita e.V.

Filmbericht: Dieter J. Maier
Report aus Berlin
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Interview mit Dr. Gunther von Hagens

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Dr. Gunther von Hagens hat seit 1977  die Plastination von Leichen und Organen, nicht nur weltweit weiterentwickelt, sondern auch erfunden. Seit 1996 zeigt von Hagens‘ Institut für Plastination unter dem Titel „Körperwelten“ öffentliche Ausstellungen plastinierter Körper, die weltweit viel besucht, aber auch heftig umstritten sind.

Leichenfledderei nennen es die Einen, eine faszinierende Darstellung des menschlichen Körpers die Anderen. Die Rede ist von Gunther von Hagens’ umstrittener Ausstellung „Körperwelten“. Ab dem 24. Oktober können sich die Ausstellungsbesucher in Nürnberg ein eigenes Bild von der Welt der Toten machen. Dann wird die Ausstellung erstmals auch in Deutschland stattfinden. Ihren Ursprung haben alle gezeigten Plastinate in Guben an der polnischen Grenze. Hier werden die Präparate „hergestellt“. Gunther von Hagens’ Sohn Rurik hat uns einen Blick hinein werfen lassen in eine Welt zwischen Kunst und Wissenschaft. Eine Welt mit ganz eigenen Ansichten.

In einem exklusiven Interview  mit Report aus Berlin sprach Dr. Gunther von Hagens mit Report aus Berlin schon vorab schon u.a. über seine neuen  beruflichen Projekte, die Grenze des Vertretbaren und über seine Distanzierung  öffentlich  angebotener Verkäufe von Plastinaten an Privatpersonen.

Dieter J. Maier:

Herr Dr. von Hagens, Sie haben als deutscher Anatom, Hochschullehrer und Unternehmer die  Plastination als eine Form der Aufbearbeitung von Leichen und Organen, maßgeblich weiterentwickelt. Welchen neuen beruflichen Herausforderungen werden Sie sich in Zukunft  stellen?

Dr. Gunther von Hagens:

Den ersten Satz möchte ich dahingehend präzisieren, dass ich die Plastination als neue und beste Konservierungsmethode nicht nur führend weiterentwickelt, sondern, wie aus den erteilten Patenten (1977 – 1982)  deutlich wird, auch erfunden habe!  Gemeinsam mit der Ausstellung “KÖRPERWELTEN der Tiere” vom 7.November bis 25.Februar in Bochum, werde ich erstmals in Nürnberg eine völlig neuartige, so noch nie gesehene Ausstellung  präsentieren, an deren Konzeption ich bereits lange vorher arbeitet habe. Leider konnte ich aus rechtlichen Gründung (Patentanmeldungen etc.) vor deren Eröffnung nichts konkretes darüber mitteilen.

Dieter J. Maier:

Stießen Sie im Lauf Ihrer beruflichen Entwicklung auch öfter an  Grenzen des Vertretbaren?

Dr. Gunther von Hagens:

Wenn ich mich in die Gedankenwelt des konservativen Normalbürgers hinein versetze, dann schon. Nicht jedoch, wenn ich die eigene Überzeugung vertrete, nach der eine Gesellschaft sich nur weiter entwickelt, wenn als selbstverständlich geltende Tabus gebrochen werden.

Dieter J. Maier:

Aus welchem Grund erklärten Sie 2008, sich von dem öffentlich  angebotenen Verkauf von Plastinaten an Privatpersonen  zu distanzieren?

Dr. Gunther von Hagens:

Weil ich, wie mir die öffentlich vernehmbaren Entrüstungsschreie meiner Gegner zeigten, die Empfängergruppe menschlicher Plastinate einfach unsauber definierte. Ich beabsichtigte stets nur an diejenigen Laien menschliche Plastinate zu verkaufen, die dazu berechtigt sind und nannte dafür auch Beispiele wie den emeritierten Anatomieprofessor. Doch die Beispiele wurden in der dann folgenden Diskussionen nicht genannt. Erst als ich erklärte von dem Verkauf menschlicher Plastinate an Privatpersonen zurück  zu treten und stattdessen menschliche Plastinate nun mehr nur an “qualifizierte Nutzer” abgeben zu wollen, legte sich die Entrüstung. Gelernt habe ich daraus, dass es gerade in der Öffentlichkeitsarbeit unverzichtbar  ist, sich klar und unmissverständlich auszudrücken, um keine Ängste, welcher Art auch immer, zu wecken.

Dieter J. Maier :

Im Januar 2004 erhob der Spiegel schwere Vorwürfe gegen von Sie , da Sie für Ihre Ausstellungsstücke Leichen chinesischer Hinrichtungsopfer verwendet haben sollen. Später  gab der Verlag der Zeitschrift jedoch eine Unterlassungserklärung ab, mit der
er sich verpflichtete, diese Behauptungen nicht mehr zu verbreiten. Wie gingen  Sie damals mit diesen Vorwürfen persönlich um ?

Dr. Gunther von Hagens:

Die damaligen Vorwürfe haben mein vordem romantisches Bild, das ich von den Medien hatte, realitätskonformer werden lassen. Dass nämlich einigen Presseorganen, und dazu gehört zweifellos auch das nachrichtliche  Boulevardmagazin “DER SPIEGEL”, schlecht recherchierte sensationelle  Schlagzeilen wichtiger als unspektakuläre Wahrheiten sind. Darüber hinaus  habe ich damals begriffen, dass unserer seit Nazi-Deutschland und DDR  diktatorisch belastete Vergangenheit ihre psychologische Ursache in der  typisch deutschen Art hat, halbamtlichen Mehrheitsmeinungen a priori einen höheren Stellenwert einzuräumen als abweichenden Meinungen von  Individualisten. Anstatt Abweichlern der öffentlichen Meinung als Garanten des Rechts auf freie Meinungsäußerung zu schätzen, werden sie verteufelt oder sogar kriminalisiert. So habe ich bisher vier Hausdurchsuchungen über mich  ergehen lassen müssen. Einmal verflüchtigte sich der Anfangsverdacht, zweimal wurde ich frei gesprochen und ein Prozess läuft noch. Im Falle des Vorwurfs  des Titelmissbrauchs habe ich sogar meine Anwaltskosten aus der Staatskasse  ersetzt bekommen. So habe ich gelernt, dass die von mir nach meinem Freikauf  aus DDR-Haft erwartete demokratische Gesinnung im Westen, welche die nicht  kollektivierte Meinung des Individuum als wichtigsten Träger demokratischen Gedankenguts begreift, nur in der unabhängigen Justiz, und auch dort nur in den höheren Instanzen, zu Hause ist. Insbesondere bayrische und ostdeutsche  Politiker jedoch, welche meine Ausstellung wie die in München zu verbieten versuchten oder wie in Brandenburg Schulklassen den Besuch der Ausstellung  während des Unterricht verweigerten, stehen unzweifelhaft in der langen deutschen Tradition intellektueller Nazi- und DDR-Zensur, für die ich mich  schon mal im Ausland, wo die Ausstellung bisher noch nie zensiert oder  verboten wurde, wiederholt schämte.

Dieter J. Maier:

Herr Dr. von Hagens, herzlichen Dank für das Gespräch

Bild: Dieter J. Maier

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Interview mit Sternekoch Heinz Winkler

heinz-winklerDie Liste seiner Auszeichnungen würde Seiten füllen und seine Erfolgskarriere ist lang und vielseitig. Sternekoch Heinz Winkler gehört seit mehr als zwei Jahrzehnten in seinem Metier zu den besten Köchen Europas und wurde auf Grund seiner exzellenten Küchenleistung und seines unternehmerischen Erfolgs sogar mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. In einem exklusiven Interview gegenüber Report aus Berlin sprach Heinz Winkel u.a. über seine herausragende Kochkunst und seine beruflichen Anfänge.

Dieter J. Maier:

Sie haben lange Jahre in namhaften Häusern gearbeitet und für Ihre Kochkunst unzählige Auszeichnungen erhalten. Aus welchem Grund trafen Sie mit 40 Jahren die Entscheidung, sich hier am Chiemsee selbstständig zu machen?

Heinz Winkler:

Ich setze mich seit meinen beruflichen Anfängen  für eine gehobene Tafelkultur auch außerhalb des deutschen Sprachraumes ein. Trotzdem ist die Idee einer guten Küche, vor allem innerhalb Deutschlands, für mich Ausgangspunkt meiner Leidenschaft als Hotelier und Gastgeber. Mein Wunsch war es aber schon immer, mich selbstständig zu machen und persönlich für das Wohl meiner Gäste da zu sein. Von daher traf ich 1989 eine Entscheidung, die mein berufliches und privates Leben für immer verändern sollte. Ich erwarb damals das ehemalige Hotel zur Post im bayrischen Aschau, das malerisch zwischen Salzburg und München gelegen ist. Meine Frau und ich waren uns, als wir zum ersten Mal vor diesem Objekt standen, sofort einig, dass wir hier den Start in etwas für uns ganz Neues wagen sollten – den Einstieg in das Hotelgewerbe. Wir haben darauf im Laufe der Jahre mit viel persönlichem Engagement aus dieser spätmittelalterlichen Anlage die moderne und doch traditionsbewusstte „Residenz Heinz Winkler“ geschaffen, die von der Zimmerausstattung bis zum Wellnessbereich meine ganz eigene Handschrift trägt. Der Gast kann sich hier nicht nur in 32 luxuriös ausgestatteten Zimmern und Suiten erholen, sondern auch im eigenen Residenz Beauty- und Vitalresort Entspannung finden. Was meine Gäste allerdings hier in dieser wunderschönen Lage zwischen Alpen und Chiemsee noch erwartet, ist die ausgezeichnete Küche, die ich dem sinnesfrohen Genießer hier täglich frisch servieren kann. Doch trotz aller Perfektion konzentriere ich mich bei meiner Kochkunst vor allem auf die punktgenaue Zubereitung der einzelnen Gerichte, wobei ich hier nur beste Zutaten in einer raffinierten Verarbeitung verwende.

Dieter J. Maier:

Inwiefern bilden für Sie Kreativität und Perfektion in Ihrer Küche eine Einheit?

Heinz Winkler:

Ich liebe die Herausforderung und in meinem Leben zählt einzig und allein der Wille und der Erfolg. Selbstverständlich habe ich auch ausgezeichnete Mitarbeiter, auf die ich mich immer hundertprozentigverlassen kann, aber ich bin dennoch jeden Tag persönlich in der Küche, um die Menüs mit meinen Köchen abzustimmen und auch die einzelnen Gerichte abzuschmecken. Ich finde, dass ein harmonisches Arbeitsumfeld sehr viel zum Erfolg eines Hotels oder eines Unternehmens beitragen kann. Mein Wunschziel ist es, in meinem  Hotel alles zu perfektionieren, aber ich koche in erster Linie für meine Gäste und nicht für die Restaurant-Kritiker.

Dieter J. Maier:

Sie gehören zu den internationalen Spitzenköchen, erhielten unzählige Auszeichnungen und wurden 2001 sogar mit dem Bundesverdienstkreuz am blauen Band ausgezeichnet. Hatten Sie jemals in Ihrem Leben mit soviel Erfolg gerechnet?

Heinz Winkler:

Ehrlich gesagt hätte ich es nie zu träumen gewagt, dass ich in meinem Leben einmal so viel Erfolg haben könnte. Aber ich wollte mich auch immer beruflich weiter entwickeln, nicht auf der Mitte meines Weges stehen bleiben und immer den kürzesten Weg zu Ziel zum gehen. Ich bin als Jüngster von 11 Geschwistern zuhause in Südtirol auf einem Bauernhof aufgewachsen und habe damals lernen müssen, hart zu arbeiten und auch Geld zu sparen, um beruflich etwas zu erreichen. Ich wusste schon sehr früh, dass man erst durch die Selbständigkeit lernt, etwas im Leben zu wagen und dadurch erst wirklich erwachsen wird.

Dieter J. Maier:

Wie waren Ihre beruflichen Anfänge?

Heinz Winkler:

Ich war nach meiner Hotel-Lehre in Bozen sieben Jahre in verschiedenen Hotels und Restaurants in Deutschland, Frankreich, Italien und in der Schweiz tätig. Meinen ersten Posten als Chef de Cuisine hatte ich von 1973 bis 1977 und in dieser Zeit war ich jeweils in der Wintersaison auf Schloss Pontresina sowie im Kulm Hotel in St. Moritz und in der Sommersaison im Hotel Bad Schachen tätig. Anschließend hatte ich ein Jahr bei Kochlegende Paul Bocuse in Frankreich gearbeitet und von 1979 bis 1991 war ich als Nachfolger von Eckart Witzigmann Küchenchef im Münchner Nobel-Restaurant Tantris. In dieser Zeit wählte man mich zum Koch des Jahres und ich erhielt meinen ersten
Michelin-Stern. Aber ich hatte immer das Gefühl, das dies noch nicht alles in meinem Leben sein konnte. Von daher machte ich mich 1991 hier in Aschau am Chiemsee mit meiner Residenz selbständig und habe diesen Schritt bis heute nicht bereut, obwohl das unternehmerische Risiko, das ich damals mit einem Kredit von 14 Mio DM einging, nicht
unerheblich war.

Dieter J. Maier:

Hat sich durch Ihre Selbstständigkeit Ihr Alltag verändert?

Heinz Winkler:

Es war schon immer mein Wunsch, eigenständig zu arbeiten und kreativ zu sein. Für mich war immer klar, dass ein Angestelltenverhältnis auf Dauer beruflich nicht in Frage kommt. Was meinen Alltag betrifft, so hat sich durch die Selbstständigkeit vieles verändert, da ich verständlicherweise keinen 8-Stundentag habe und mich um vieles selbst kümmern will.

Dieter J. Maier:

Auf welche Highlights möchten Sie die Leser von Saar Report an dieser Stelle besonders aufmerksam machen?

Heinz Winkler:

In der Residenz Heinz Winkler finden unsere Gäste ideale Räume für die verschiedensten geschäftlichen Anlässe. Die besondere Atmosphäre und das professionelle Engagement der Mitarbeiter lässt jede Veranstaltung  zu einem grandiosen Erfolg und für Ihre Gäste zum besonderen Erlebnis werden. Ob geschäftliche Besprechungen auf Führungsebene, Vorträge über Themen unserer Zeit oder private Festlichkeiten, wir bieten den perfekten Rahmen dafür. Die besondere Atmosphäre und das professionelle Engagement der Mitarbeiter lässt auch private Feiern zu einem grandiosen Erfolg und für unsere Gäste zum besonderen Erlebnis werden. Ob geschäftliche Besprechungen auf Führungsebene, Vorträge über Themen unserer Zeit oder private Festlichkeiten, wir bieten den perfekten Rahmen dafür.

EDieter J. Maier:

Herr Winkler, vielen Dank für das Gespräch.