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Archiv für November, 2014

Interview mit Weltstar Jürgen Prochnow

28. November 2014 Kommentare ausgeschaltet

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Seit über drei Jahrzehnten ist Jürgen Prochnow einer der wenigen deutschen Schauspieler, die in den USA  richtig Fuß fassen konnten, auch wenn seine Rollen häufig auf  die des verschlagenen Bösewichts beschränkt sind. 1981 gelang ihm mit dem Kino-Erfolg “ Das Boot“  der internationale Durchbruch, auch, oder gerade weil ihm Regisseur Wolfgang Petersen die Rolle des strengen, aber menschlichen U-Boot-Kapitäns auf den Leib schrieb. „Ich hatte großes Glück, die Hauptrolle in einem Film zu spielen, der unglaubliches Aufsehen in Amerika erregte“, bekannte Prochnow später zu Recht, denn seit dem Welterfolg des Films ist er auch in Hollywood einer der gefragtesten Charakterdarsteller. In einem exklusiven Interview sprach Jürgen Prochnow mit Report aus Berlin  u.a. über seine beruflichen Anfänge und den Grund, warum es ihn heute wieder auf deutsche Theaterbühnen zurückzieht:

Dieter J. Maier.

Herr Prochnow, Sie haben es als einer der wenigen  deutschen Schauspielern  zu einer konstanten Karriere in Hollywood gebracht. Fühlen sie sich mittlerweiler eher als Amerikaner, oder als Deutscher?

Jürgen Prochnow:

Ich habe neben meiner deutschen Staatszugehörigkeit, seit  2003 auch amerikanische Staatsbürgerschaft angenommen, trotzdem bin ich mit dem Herzen immer Deutscher geblieben. Ich habe weit über die Häfte meines Lebens in Deutschland verbracht und bin bis heute mit vielen Freunden hier immer noch in sehr engem Kontakt. Aber ich lebe auch sehr gerne in Amerika. Gerade wenn man wie ich seit vielen Jahren mit Filmen zu tun hat, bietet sich das natürlich an und ich muss auch zugeben, dass ich  erst durch Hollywood zum reinen Filmschauspieler geworden bin.  Ich habe mich von Anfang an den neuen  beruflichen Herausforderung mit großem Ehrgeiz gestellt und meine ersten beiden Filme in Amerika mit großartigen Regisseuren wie Michael Mann und David Lynch gedreht. Dies war natürlich eine Chance, auf die andere ihr ganzes Leben lang warten. Für mich war dieser Anfang ein ungeheueres Glück, für dass ich sehr dankbar bin und  daran hat sich bis heute nichts geändert.

Dieter J. Maier:

Sie waren im vergangenen Jahr u.a. mit der Theaterproduktion „Der Seefahrer“ , nach der Vorlage des irische Autors und Regisseurs Conor McPherson, wieder auf deutschen Bühnen zu sehen. Was reizte Sie persönlich an dieser Geschichte, die zumindest vom Namen her an Ihren Welterfolg „Das Boot“ erinnerte…

Jürgen Prochnow:

Das Publikum vermutete natürlich bei diesem Titel, dass ich als Kapitän in Uniform auf die Bühne  kommen würde. „Der Seefahrer“ ist allerdings eine Metapher und hat im eigentlichen Sinne nichts mit der  Seefahrt zu tun. Es ist eher die dunklere Geschichte eines Mannes, der um sein Leben und seine  Erinnerung ringt:

In einem heruntergekommenen Haus an der irischen Küste versammelt sich eine  seltsame Männergruppe zum Pokerspiel. Zu dieser feuchtfröhlichen Runde gehören Sharky, er früher als Fischer und Fahrer gearbeitet hat, Ivan, ein alter Freund des Hauses, und Nicky, mit dem  Sharky noch eine Rechnung offen hat. Diesem Sharky, den ich in diesem Stück spiele,  wird seine Seele vom Teufel eingefordert , dem er sie vor 25 Jahren versprochen hat, um aus dem Gefängnis rauszukommen. Ich war von dieser Figur sehr fasziniert, weil sie mich wegen ihres menschlichen Scheiterns unheimlich  interessiert hat. Sharky versucht aus seiner selbstgewählten Situation auszubrechen, aber er schafft es einfach nicht und wird so im Laufe des Stücks immer mehr zum Verlierer seines eigenen Schicksals.

Dieter J. Maier:

Aus welchem Grund zieht es Sie heute von den großen Filmsets in Hollywoods wieder auf deutsche Theaterbühnen zurück?

Jürgen Prochnow:

Ich hatte immer wieder das Bedürfnis, von Zeit zu Zeit Theater zu spielen, vor allem auch, weil ich in den letzten dreißig Jahren hauptsächlich Filme gedreht habe. Meine künstlerischen Wurzeln beginnen beim Theater, gerade  weil ich bereits während meiner Schulzeit in Laienspielgruppen mitspielte. Auf Wunsch meiner Eltern begann ich  zunächst eine Ausbildung zum Bankkaufmann. Nebenbei betätigte ich mich als Statist am Düsseldorfer Schauspielhaus.

Nach Abschluss meiner Lehre absolvierte ich drei Jahre lange ein Schauspielstudium an der Folkwanghochschule, nachdem ich als einer der wenigen von ca. 500 Bewerber nach der Aufnahmeprüfung angenommen wurde. Nach meinem Studium  erhielt mein erstes Engagement an den Städtischen Bühnen Osnabrück. Weitere Engagements führten mich ans Theater Aachen und an das Theater der Stadt Heidelberg. In den folgenden Jahren arbeitete ich als freischaffender Künstler  und nahm auch Gastengagements an verschiedenen Bühnen, unter anderem am Deutschen Schauspielhaus Hamburg und am Düsseldorfer Schauspielhaus, wahr.

Ich bin, wenn ich heute an diese Zeit zurückdenke, noch sehr stolz darauf, mich durch eigene Leistung durchgesetzt zu haben, aber ich glaube, wenn ich die Aufnahmeprüfung an der Folkwanghochschule damals nicht bestanden hätte, wäre der Beruf des Schauspielers für mich nicht mehr in Frage gekommen.

Dieter J. Maier:

Ihr internationaler Durchbruch gelag Ihnen 1981 unter der Regie von Wolfgang Petersen mit der Verfilmung “ Das Boot“, nach der Romanvorlage von Lothar-Günter Buchheim, der hier seine persönlichen Erlebnisse als Kriegsberichterstatter auf verschiedenen U-Booten literarisch verarbeitete. In wie weit hat der generations- übergreifende Erfolg dieses Films und dessen Geschichte die deutsche und auch internationale Filmlandschaft  bis heute nachhaltig geprägt und beeinflusst?

Jürgen Prochnow:

Der Film spielt im zweiten Weltkrieg, genauer gesagt im Jahr 1941, als deutsche U-Boote die Aufgabe übernahmen,  im Atlantik sogenannte feindliche Handelsschiffe zu vesenken, die England damals mit kriegswichtigen Gütern versorgten. Dieser Kampf wurde aber immer härter, weil diese Schiffe effektiv von Zerstörern geschützt werden mussten. Soweit die Geschichte.

Was nun den großen Erfolg  von “ Das Boot“ betrifft,  so hat selten zuvor ein deutscher Film für soviel internationale Beachtung gesorgt, obwohl die anfänglichen Schwierigkeiten nicht unerheblich waren. Die Dreharbeiten begannen, nachdem bereits zwei Anläufe von amerikanischen Produktionsfirmen vorgenommen wurden, bei denen u.a. Paul Newmann  und später auch Robert Redford die Hauptrolle des Kapitäns übernehmen sollten. Mit beiden Produktionsvorschlägen war Lothar- Günter Buchheim inhaltlich allerdings überhaupt nicht einverstanden, weil seiner Meinung nach aus seiner Romanvorlage hier ein typischer amerikanischer Kriegs-und Actionfilm entstehen sollte. Ebenso gingen die Produktionskosten mit mehreren Millionen D-Mark weit über das ursprünglich eingeplanten Buget hinaus, obwohl zu diesem Zeitpunkt immer noch kein Film vorhanden war, um diese Kosten wieder einzuspielen.

Die Bavaria-Filmstudios kamen dann allerdings auf die Idee, diesen Stoff mit Wolfgang Petersen zu verfilmen, was auch von Buchheim akzeptiert wurde. Petersen hielt sich bei den Dreharbeiten auch minutiös an die Romanvorlage, die für mich persönlich grandios die Absurdität dieses sinnlosen Krieges darstellt und auch den Menschen, die mit für diesen Wahnsinn gestorben sind, ein zeitloses Denkmal setzt.

Dieter J. Maier:

Wie haben Sie die Dreharbeiten damals persönlich erlebt?

Jürgen Prochnow:

Als ich das Angebot bekam, die Hauptrolle in „Das Boot“ zu spielen, hatten sich die Produktionbedingungen in den Bavaria-Filmstudios kurzfristig verändert.
Es kamen neuen Produzenten,  die mich für die Rolle des Kapitäns  völlig ungeeignet hielten. Als mich  Wolfgang Petersen anrief und mir sagte, dass diese Rolle für mich nun doch nicht in Frage käme, war das schon ein harter Schlag für mich, obwohl er mir versicherte, dass ich für ihn von Anfang an die richtige Besetzung gewesen bin. Allerdings  konnte er sich zu diesem Zeitpunkt leider nicht gegen die übrigen Produzenten durchsetzen.

Nach einem Jahr meldete sich Petersen völlig überraschend wieder bei mir und fragte mich, ob ich mir  vorstellen könnte, die Rolle doch noch übernehmen. Allerdings mussten wir vorher , um auch die letzten Zweifler zu überzeugen, noch Probeaufnahmen in den Studios machen.  Wolfgang Petersen konnte hier in seiner Regiearbeit zeigen, was er – mit  großem Aufwand – auf  die Kinoleinwand zaubern konnte. Das Ergebnis wirkte auch so authentisch und bedrohlich dicht, wie man es sich im Inneren eines U-Boots vorstellen vermag.  Zwar gab es im Endeffekt, trotz Oskar-Nominierungen keine Auszeichnung, aber das spielte danach weder für  Petersen, noch für mich eine entscheidende Rolle.

„Das Boot“ öffnete Wolfgang und mir die Tür  nach Hollywood, denn in dem Moment, als der Film in den USA anlief, haben wir sofort Anrufe namhafter Filmagenturen bekommen, die uns  sehr interessante Filmangebote unterbreiteten. Ich bin mit Wolfgang Petersen zu diesem Zeitpunkt auch von der Ost- bis zur Westküste quer durchs Land gereist, wobei wir immer auf eine unglaubliche Begeisterung bei den Journalisten, mit denen wir geredet hatten, gestoßen sind.

Dieter J. Maier:

Sie haben danach mit Weltstars wie Marlon Brando, Madonna, Sylvester Stallone und Harrison Ford gedreht. Hat sich durch diese Zusammenarbeit auch Ihre eigene schauspielerische Sichtweise  nachhaltig verändert?

Jürgen Prochnow:

Man hat bei solchen Produktionen immer schauspielerische Vorlagen und Figuren, die man nach Drehbuch zu spielen hat. Da ich aber schon viele Jahre  in Deutschland vor allem als Theaterschauspieler tätig gewesen bin und später auch Filme gedreht habe, hat mich diese Zusammenarbeit künstlerisch überhaupt nicht beeinflusst. Schauspielerei beinhaltet für mich bis heute eine intensive Auseinandersetzung mit der darzustellenden Figur, was ein fundiertes Verständnis des gesamten Handlungszusammenhangs vorausetzt. Allerdings habe ich mich sehr darüber gefreut, u.a. mit Marlon Brando  vor der Kamera zu stehen. Brando war das Idol meiner Jugend und gilt bis heute zurecht als einer der bedeutendsten Charakterdarsteller der Filmgeschichte  des 20. Jahrhunderts.

Dieter J. Maier:

Vielen Dank für das Gespäch und weiterhin viel Erfolg bei Ihrer Theatertournee.

Interview mit Prof. Dr. Bernhard Vogel

25. November 2014 Kommentare ausgeschaltet

bernhrd-vogel-80-geburtstag-032Er regierte zwei Bundesländer in Ost und West ein Vierteljahrhundert. Er führte die Adenauer-Stiftung, saß zweifach dem Bundesrat vor und hat die Geschichte der Bundesrepublik von Anfang an miterlebt, sowohl als Zeitzeuge als auch als poltitischer Akteur. Gerade auch aus diesem Grund ging der Politikaward in der Kategorie „Lebenswerk“ diesem Jahr an den Ehrenvorsitzenden der Konrad-Adenauer-Stiftung Professor Dr. Bernhard Vogel und dessen Bruder Hans-Jochen. Die Jury würdigt damit die jahrzehntelangen Verdienste der beiden.Im Anschluss an die Feierstunde in Bremen war Prof. Dr. Bernhard Vogel nach einer Feierstunde in der Mainzer Staatskanzlei gerne bereit, sich in einem exklusiven Interview den Fragen von Report aus Berlin zu stellen:

Dieter J. Maier:

Herr Prof. Dr. Vogel, herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Auszeichnung und vielen Dank dass sie sich für dieses Interview Zeit genommen haben. Der frühere englische Premierminister Winston Churchill sagte einmal in einer Parlamentssitzung: „Die Demokratie ist eine schlechte Regierungsform, aber es gibt keine bessere“. Wie sehen Sie heute aus Ihrer persönlichen Sicht diese Haltung?

Prof. Bernhard Vogel:

Ich muss an dieses Zitat von Winston Churchill oft denken, denn Churchill hatte Recht. Mit meinen Worten gesagt, ist die Demokratie die schwierigste und die zerbrechlichste Regierungsform, die man sich denken kann. Eine Diktatur ist einfacher zu handhaben, als ein Land zu regieren, in dem Millionen von selbstständigen und entscheidenden Bürgern leben. Aber die Demokratie ist die der menschlichen Natur am meisten entsprechende Regierungsform, sie wahrt die Würde jeder einzelnen Person und das kann nur die Demokratie.

Dieter J. Maier:

Das Jahr 2014 stand politisch ganz im Zeichen der deutschen Wiedervereinigung vor gemau 25 Jahren. Der Wiedererlangung der Einheit gingen allerdings viele Schritte im Zeitrahmen von mehreren Jahrzehnten und unterschiedlichen Schauplätzen voraus, an denen der damalige Bundeskanzler Konrad Adenauer entscheidend mitwirkte, u.a. dem Vorrang vor einer Einheit um jeden Preis

Sie haben als maßgebender Politiker nicht nur die Ära Adenauer noch selbst  miterlebt, sondern auch noch persönlich  mit Konrad Adenauer zusammengearbeitet. Adenauer hat sich damals auch in der saarländischen Landeshauptstadt Saarbrücken für die Wiedereingliederung des Saarlandes trotz persönlicher Bedenken ausgesprochen. Wie haben Sie damals diese historische Entscheidung von Konrad Adenauer wahrgenommen?

Prof. Bernhard Vogel:

Für die damalige Zeit war das Saarland für Konrad Adenauer, wenn Sie so wollen der eigentliche Anfang Europas und deswegen wollte er die Selbstständigkeit des Saarlandes erreichen. Die Saarländer hatte das damals nicht überzeugt und übrigens die Rheinland-Pfälzer auch nicht, der Wahlkampf ist ganz anders als erwartet ausgegangen. Im nachhinein ist es beachtlich, dass die französischen Nachbarn die adenauersche Meinung doch noch gewürdigt und sich der Volksmeinung gebeugt haben. Und insofern hat Adenauer einen wichtigen Beitrag geleistet, indem er nicht zB. deutschen Nationalismus auf sich zog, sondern indem die Franzosen akzeptieren mussten, dass die Bevölkerung des Saarlandes anders wollte.

Dieter J. Maier:

Sie hatten auch zu Helmut Kohl, der bis heute als der „politische Enkel“ Konrad Adenauers bezeichnet wird, ein sehr herzliches und freundschaftliches Verhältnis. Wie würde Deutschland heute aussehen, hätte es die Ära Kohl nicht gegeben?

Prof. Bernhard Vogel:

Wahrscheinlich gäbe es auch heute noch kein wiedervereinigtes Deutschland und wir wären möglicherweise  immer noch am Anfang eines sehr langwierigen Prozesses. Was aber auch ebenso bedeutsam ist, ist die Tatsache, dass der mittlere Osten Europas ohne Kohl nicht zu einem Teil der europäischen Union geworden wäre. Kohls Verdienste für Deutschland stehen für mich außer Frage, aber seine Verdienste um die Einigung Europas sind diesen Verdiensten ebenbürtig.

Dieter J.Maier:

Welches Resüme ziehen Sie aus Ihrer langjährigen politschen Karriere?

Prof. Bernhard Vogel:

Wenn ich mich kurz fassen soll trotz der Länge des Weges, dann heißt meine Zusammenfassung: Es war mitunter schwierig und mühsam. Nach Thüringen als damals neuer Ministerpräsident zu gehen war für mich ein großes Abenteuer, aber alles in allem – es hat sich gelohnt. Ich möchte mit diesen Worten vor allem jungen Leuten Mut machen sich zu engagieren, schon um zu zeigen, dass sie es besser machen können, als diejenigen die sie kritisieren.

Dieter J. Maier:

Wie sehen Sie die Zukunft Deutschland, gerade im Hinblick auf die aktuelle Euro-und Europakrise?

Prof. Bernhard Vogel:

Also, wir haben gegenwärtig eine ganze Menge Schwierigkeiten und Probleme, besonders in der Glaubwürdigkeit der Wirtschaft und in der Glaubwürdigkeit der Parteien. Aber gerade wenn ich zurückblicke und sehe was alles in der Vergangenheit an Schwierigkeiten auf unserem Weg lag, gibt es für mich keinen Zweifel, dass Deutschland als ein wesentliches Mitglied der europäischen Union und als eine starke Wirtschaftsmacht eine gute Zukunft haben wird. Vor allem aber bei allen Problemen spricht vieles dafür, dass auch die heutige junge Generation in Frieden ihr Leben leben kann.

Dieter J. Maier:

Herr Prof. Vogel, vielen Dank für das Gespräch.

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Interview mit Howard Carpendale

25. November 2014 Kommentare ausgeschaltet

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Seine „Spuren im Sand“ sind lang und ziehen sich schon über 40 Jahren, seit seinem musikalischen Durchbruch 1967, durch seine gesamte Karriere.  In Deutschland wurde Howard Carpendale mit dem Image des smarten Sonnyboys und seinem unverwechselbaren südafrikanischen Akzent, den er auch nach Jahrzehnten in der Bundesrepublik nicht ablegte, zum Frauenschwarm. Nach seiner Erfolgs-Tournee „Viel zu lang gewartet“  wird Howard Carpendale auch 2015 „unsere Zeit“ einläuten und wieder live auf den großen Bühnen zu erleben sein.

Im März 2015 erscheint sein neues Album „Das ist unsere Zeit“. Doch ist dies nicht nur ein Titel, ein Motto und sein Antrieb, es ist viel mehr: Nämlich die Erinnerung an das Wesentliche.In einem exklusiven Interview mit Report aus Berlin sprach der Schlagerstar u.a. über sein Leben abseits der Bühne und gab einen Einblick auf die Höhepunkte der neuen Show:

Dieter J. Maier:

Welche Erinnerungen begleiten Sie bis heute, wenn Sie auf Ihre lange Karriere zurückblicken?

Howard Carpendale:

Da gibt es unendlich viele Erinnerungen, die bis heute mein Leben begleiten. Besonders prägend war für mich, dass ich mich nie auf eine musikalische Richtung festgelegen ließ und mich ständig weiter entwickeln wollte. Ich habe immer versucht, mich von dem jeweiligen Trend abzuheben, auch in den Zeiten, wo die Schlager der 70er Jahre nicht mehr so gefragt waren. Als z.B. die “ Neue Deutsche Welle“ aufkam, hatte man mit ernsthaften deutschen Lied kaum eine Chance, in den Hitparaden aufzusteigen. Ich habe es mir persönlich wirklich nicht leicht gemacht, mich immer wieder gegen den jeweiligen musikalischen Strom durchzusetzen, aber  ich hatte  zum Glück von meiner Familie hier sehr viel Verständnis und Hilfe erfahren. Auch meine Eltern haben mich immer sehr unterstützt und mir am Anfang meiner Karriere viele  Freiheiten gegeben.

Dieter J. Maier:

Sie wurden vor einiger Zeit in der RTL-Chart-Show auf Platz vier der Künstler mit den meisten Hits gewählt, zwischen Madonna und Peter Alexander. Gab es in Ihrem Leben , trotz aller Erfolge, auch Zeiten, wo Sie Ihrer Karriere in Frage stellten?

Howard Carpende:

Im Leben gehen sicher gewisse Erfahrungen nicht spurlos an einem vorbei und jeder Erfolg hat auch seinen Preis. Aber ich habe immer aus meiner inneren Einstellung heraus viel Kraft geschöpft, da ich ein Mensch bin, der sehr in sich ruht. Ich wurde oft genug in meinem Leben geprüft, trotzdem habe ich mir immer Zeit genommen, Schwierigkeiten anzugehen und nicht gleich in Panik zu verfallen. Man darf die Dinge nicht immer zu ernst nehmen und  muss sie mit einer gewissen Lässigkeit angehen. Ich erinnere mich hier sehr gut an das Jahr 1974. Ich belegte zu dieser Zeit in der Hitparade nicht gerade die ersten Plätze und war auf der Suche nach einem neuen Hit. Ich flog also kurzerhand nach London zu einem mir bekannten Musikproduzenten, ohne zu ahnen, dass bald eine entscheidende Wende in meinem Leben eintreten sollte. Als wir uns einige Titel angehört hatten, sagte er zu mir: “ Ich glaube, sie gefallen dir nicht, aber ich habe hier schon einige Zeit einen Song in der Schublade, den ich dir gerne noch vorspielen würde“.  Schon nach den ersten Takten war ich von diesem Titel so begeistert, dass ich ihn sofort nach meiner Rückkehr mit einem deutschen Text von Fred Jay aufgenommen habe. Und dass war der Anfang von  “ Deine Spuren im Sand“.

Dieter J. Maier:

Welche Gestaltungsmöglichkeiten sehen Sie heute für junge Musiker, gerade im Hinblick auf die permanenten Veränderungen im deutschen Musikgeschäft ?

Howard Carpendale:

Im Vergleich zu früher gibt es heute nicht mehr so viele Möglichkeiten, seinen eigenen musikalischen Weg zu gehen, da das Musikgeschäft in den letzten 30 Jahren viel härter geworden ist. Ich kann mich hier sehr gut in junge Musiker hineinversetzen, die anfangen die Bühne zu erobern, denn auch für mich ist die Musik und die Bühne nach wie vor mein Leben und ich habe nie angefangen darüber nachzudenken, wie es wäre, wenn meine Karriere einmal zu Ende sein würde. Ich bin über die Jahre sehr gereift und deshalb kann ich es auch nicht verstehen, dass ich jetzt mit fast 66 Jahren immer nur von Liebe singen muss. Von daher habe ich auch nie vor politischen Themen haltgemacht, gerade weil ich auch in Amerika lebe und weiß, wie wichtig es ist, glaubhaft zu sein und seine Meinung gegen Widerstände zu vertreten. Ich kann von mir sagen, dass ich in meinem Leben nichts bereue, denn ich hatte das großes Glück, meine Leidenschaft zum Beruf zu machen, obwohl ich auch einen ganz anderen Weg hätte einschlagen können. Das Leben läuft immer anders, als man es erwartet, aber ich denke, dass ich mit meiner Musik etwas geschaffen habe, das bleiben wird.

Dieter J. Maier:

Sie haben sich vor 11 Jahren mit einer großen Tournee von der Bühne verabschiedet. Gab es dafür besondere private oder berufliche Gründe?

Howard Carpendale:

Ich hatte damals einfach das Gefühl, dass ich viele Dinge schon gemacht hatte und  wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht, wie ich in meinem Beruf weitermachen sollte, ohne mich ständig zu wiederholen. Ich hatte allerdings später gemerkt, dass ich viele musikalische Richtungen noch nicht wirklich ausprobierte  und wollte einfach wieder etwas Neues beginnen. Am meisten habe ich aber die Bühne und mein Publikum vermisst und möchte jetzt auf meiner neuen Tournee wieder mehr von meinen großen Erfolgen singen, weil ich merke, dass das Publikum doch eine starke Sehnsucht nach Nostalgie verspürt. Zur Authensität gehört die Wahrheit und deshalb gebe ich jeden Abend alles. Seltsamerweise denkt man immer, dass  ein Sänger nur auf Tournee geht, um seine Platten zu promoten. Dieser Gedanke ist vollkommen falsch, denn ein Künstler ist ein Live Performer, der Platten macht, um seine Tournee zu unterstützen.

Dieter J. Maier:

Wie sehen Sie die Zukunft der deutschen und internationalen Musikindustrie?

Howard Charpendale:

Die Musikindustrie befindet sich momentan in ganz großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten, da viele Plattenfirmen, die  noch vor Jahren gut  im Geschäft waren, dem steigenden Druck nicht mehr gewachsen sind und in Konkurs gehen.  Sogar das bekannte Tonträgergeschäft von EMI wurde kürzlich  für 1,9 Milliarden Dollar an den französischen Vivendi-Konzern veräußert, dessen Musiksparte Universal bereits heute Weltmarktführer im seit Jahren kriselnden Plattengeschäft ist. Von daher bin ich selbst ratlos über den Verlauf dieser Entwicklung, weil niemand sagen kann, ob sich der Musikmarkt in den nächsten fünf Jahren wieder erholen wird. Die Plattenindustrie geht also spannenden Zeiten entgegen, die sicher nicht von positiven Ereignissen geprägt sein wird und ich bin persönlich sehr froh darüber, dass ich meine Karriere nicht mehr heute beginnen muss.

Dieter J. Maier:

Welche künstlerischen Projekte möchten Sie in nächster Zukunft auch außerhalb der großen Showbühnen noch verwirklichen?

Howard Charpendale:

Ich habe vor kurzem zusammen mit meinem Sohn Wayn unseren ersten gemeinsamen TV-Film „Lebe dein Leben“ gedreht, der am 24.Februar 2012 ausgestrahlt wird. Die Dreharbeiten haben mir großen Spass gemacht und das nicht nur, weil ich mit Wayn zusammengearbeitet habe.  Die Schauspielerei hat mich immer schon sehr fasziniert, gerade weil man von Schauspielern für gewöhnlich verlangt , dass sie sich möglichst nahtlos in ihrer Rolle einfügen und darin aufgehen. Handlungsweise, Motivation und innere Verfassung der Rollenfigur sollen glaubwürdig dargestellt werden, und somit die Illusion hervorbringen, die verkörperte Person sei tatsächlich anwesend. Die Schauspielerei ist daher oft mit hohen mentalen, intellektuellen und körperlichen Anforderungen verbunden. Daneben unterstütze ich noch einige Wohltätigkeitsprojekte und mache natürlich weiterhin meine Tourneen und Fernsehauftritte.

Dieter J. Maier:

Herr Carpendale, ich bedanke mich sehr für dieses Gespräch und wünsche Ihnen besonders für Ihre neue Tour 2015  alles erdenklich Gute.

Interview mit Hansi Hinterseer

17. November 2014 Keine Kommentare
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  • Foto: Hansi Hinterseer-Managment

Seit 1994 zieht der ehemalige Skisportler Hansi Hinterseer seine Spuren im Musikgeschäft. Heuer kann der gebürtige Tiroler mit ausverkauften Konzerten und Traumquoten seiner TV-Shows (ARD/ORF) auf 15 Jahre Erfolg als Sänger, Moderator und Schauspieler zurückblicken.

Dabei zählt für ihn nur, dass die Lieder den Menschen Freude bereiten und das Leben in ein freundlicheres Licht tauchen. Hansi Hinterseer kann heute auf 15 Jahre Erfolg im Musikgeschäft zurückschauen. Dieser spiegelt sich nicht nur in weit über 4 Millionen verkaufter Tonträger, in vollen Konzertsälen, durch Traumquoten seiner TV-Shows, und eine zunehmende Zahl an wanderfreudigen Fans rund ums Kitzbühel Open Air wider. Auch die Vielzahl der Gold- und Platinauszeichnungen spricht für die ungebrochene Beliebtheit von Hansi Hinterseer und seinen Liedern. Zudem erhielt der gebürtige Tiroler Dutzende von Publikumspreisen wie auch Awards bedeutender Fachjurys. Heuer kann der gebürtige Tiroler mit ausverkauften Konzerten und Traumquoten seiner TV-Shows (ARD/ORF) auf fast 20 Jahre Erfolg als Sänger, Moderator und Schauspieler zurückblicken.

Dieser spiegelt sich nicht nur in weit über 4 Millionen verkaufter Tonträger, in vollen Konzertsälen, durch Traumquoten seiner TV-Shows, und eine zunehmende Zahl an wanderfreudigen Fans rund ums Kitzbühel Open Air wider. Auch die Vielzahl der Gold- und Platinauszeichnungen spricht für die ungebrochene Beliebtheit von Hansi Hinterseer und seinen Liedern. Zudem erhielt der gebürtige Tiroler Dutzende von Publikumspreisen wie auch Awards bedeutender Fachjurys.  Anlässlich seiner neuen Tournee 2014. sprach Hansi Hinterseer in einem exklusiven Interview über seine beruflichen Anfänge  und sein persönliches Erfolgsgeheimnis.

 

Herr Hinterseer, es gibt viele Geschichten, wie aus dem Skifahrer Hansi Hinterseer der Sänger wurde. Wie war es wirklich?

Ich bin als Bergbauernbub bei meinen Großeltern mit traditionellen Liedern und Tirolerbräuchen aufgewachsen, ohne Fernseher und elektrisches Licht. Im Sommer ging ich zu Fuß hinunter ins Tal, im Winter bin ich mit den Skiern zur Schule gefahren. In der 70ern war ich mit 14 Jahren das jüngste Mitglied der österreichischen Ski-Nationalmannschaft und gewann einige wichtige Rennen. Doch als ich die hohen Erwartungen bei den Olympischen Spielen 1976 in Innsbruck nicht erfüllen konnte und alles schief ging, haben mich die Fans beschimpft und ausgepfiffen. Das hat fürchterlich weh getan. Aus Enttäuschung bin ich für einige Zeit nach Amerika gegangen um dort Profirennen zu fahren. Doch dann zog es mich wieder in meine Tiroler Berge. Zurück in meiner Heimat bekam ich überraschend das Angebot eines Freundes, dem Musikproduzenten Jack White, der mich öfter im privaten Kreis musizieren gehört hat, mit ihm eine Platte auf zu nehmen. Die hat sofort bombig eingeschlagen und ich hab das Glück halten können, vor allem dank meiner treuen Fans.

Gab es einen besonderen Moment des Durchbruchs?

Mein erster TV-Auftritt im „Musikantenstadl“. 1994 hat mir Karl Moik einen fantastischen Auftritt angeboten. Fast eine viertel Stunde konnte ich meine Bühnenpremiere als Sänger mit der sportlichen Zeit verbinden – und das auch noch in Schladming, an einem Ort, an dem ich als Skisportler einen Weltcup gewonnen habe.

Sie sind 15 Jahren erfolgreich unterwegs und denken sicher noch nicht ans Karriereende?

Ich weiß, dass der unglaubliche Erfolg nicht selbstverständlich ist und freue mich jeden Tag darüber. Ich habe viel Freude an der Musik und werde bestimmt schon noch ein Weilchen dabei bleiben – solange die Fans mir die Treue halten und es auch mit der Gesundheit passt.

Lassen sich Ihre beiden Karrieren eigentlich miteinander vergleichen?

Da gibt es viele Parallelen. Auch die Bretter der Bühne sind rutschig. Du brauchst ,wie im Sport, eine große Disziplin, Kondition, Konzentration und zudem eine unglaubliche Lockerheit. Wenn man nicht 100 Prozent dabei ist und Freude an dem hat, was man macht, spüren das die Leute und man hat keinen Erfolg.

Was dürfen die Fans denn bei Ihren Tournee-Konzerten 2010 erwarten?

Wir wollen mit jedem einzelnen Konzert drei Stunden lang zusammen feiern und Spaß haben: mit Musik, einem schönen Bühnenbild, Stimmung und mit Schmäh – darum geht’s.

Manche Stars brauchen Bodyguards um in der Öffentlichkeit nicht belästigt zu werden. Ihre Fans hingegen sind zurückhaltend und bedrängen sie nicht. Bei Konzerten fällt keiner ihrer Fans vor Hysterie in Ohnmacht, wieso ist das bei Ihnen alles anders?

Zum Glück ist das so, denn wenn die Leute umfallen, haben wir ja alle nichts davon! Meine Fans geben mir „Platz“ und ich fühle mich wohl mit ihnen. Es macht mir großen Spaß mit ihnen zusammen zu sein, zu wandern und zu singen. Ich bin stolz drauf, dass sich das alles so toll entwickeln hat. Bei meinen Fanreisen und bei der Fanwanderung am Kitzbüheler Hahnenkamm mit den Open Air Konzerten stimmt das ganze Package, von mir und der Musik angefangen bis hin zu der traumhaften Bergwelt. Die Leute verbringen ein langes Wochenende in Kitzbühel und spüren, dass ich nicht der abgehobene Star bin. Ich zeige ihnen meine wunderschöne Heimat, mache Musik und lade die Leute zu einem Gemeinschaftserlebnis – der Hahnenkammwanderung – ein. Dabei genießen sie die Natur mit mir zusammen und die Stimmung unter den Fans ist so toll, dass häufig neue Bekanntschaften entstehen und Freundeskreise sich vergrößern. Meine Fans kommen aus ganz Europa und sogar aus Amerika und Australien. Faszinierend ist für mich auch, dass das Publikum aus allen Gesellschaftsschichten und allen Altersgruppen kommt, einfache Leute ebenso wie Studierte. Kinder mit Eltern und Großeltern.

Singen, schauspielern, moderieren, woran hängt ihr Herz am meisten?

Nach der Familie ganz klar an der Musik, denn sie ist meine große Leidenschaft. Auch wenn ich immer gerne gesungen und gejodelt habe, war es nie mein Plan, gewesen, Sänger zu werden. Bergbauer wollte ich als kleiner Bub sein, wie mein Großvater, und später Skisportler.

Sie haben mit allem was sie tun großen Erfolg. Was ist ihr Schlüssel zum Erfolg?

Ich bin einfach der Hansi und bleibe der Hansi. Außerdem mache ich nur das, wovon ich überzeugt bin, dass es den Leuten gefällt. Offenbar liege ich damit richtig richtig, denn die Leute akzeptieren mich. Das Singen macht mir riesigen Spaß und ich glaube, die Fans spüren das. Man muss das Glück fassen und etwas daraus machen, wenn es einem zufällt. Man muss es formen, nutzen und pflegen. Was ich in diesem Beruf erreicht habe, finde ich selbst unglaublich. Es ist ein Geschenk. Ich bin dankbar, dass ich so erfolgreich arbeiten und meine Ideen und Vorstellungen umsetzen darf. Das ist nicht selbstverständlich.

Sie sind auf einer Alm aufgewachsen, hat sie das Leben am Berg geprägt?

Wir haben nicht viel gehabt, eigentlich nur die Tiere und die Natur, aber das war unser Paradies. Besonders die Einfachheit und das Leben mit den vier Jahreszeiten, das prägt. Wir saßen oft nach der täglichen Arbeit auf dem Hof gemütlich mit der Familie und Freunden zusammen und haben Musik gemacht.

Und die Disziplin, die man für eine so unglaubliche Karriere benötigt, lernt man die auch am Berg?

Sicherlich auch, die Zeit hat mich geprägt und meine Wurzeln sind auf der Alm. Man darf nie vergessen, woher man kommt. Ich komme von ganz unten und habe mir alles erarbeitet. Meine sportliche Laufbahn war für mich die beste Schule, weil man dort mit jungen Jahren bereits Erfolg und Niederlage von einem Tag auf den anderen hat. Die Hochs und die Tiefs liegen sehr nahe zusammen. Vor allem als junger Mensch muss man erst lernen, damit umzugehen. Keine andere Schule kann dir das geben, was ich im Sport, in der Gemeinschaft und im Umgang mit den Konkurrenten gelernt habe. Im Sport bekommst du eine gewisse Lebenserfahrung, die du eigentlich nirgends sonst lernen kannst. Ich wusste schnell, was es bedeutet immer öffentlich präsent, anständig und ehrlich zu sein. Diese Disziplin und eine gute Kondition helfen mir auch heute in meinem Job, vor allem wenn ich auf Tournee gehe.

Was ist das besondere an Volksmusik?

Ich glaube es ist die enorme Sehnsucht nach der heilenden Welt, die in uns schlummert. Meine Lieder gehen ins Herz, weil es Wahrheiten sind.


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für die freundliche Unterstützung.

Merkel bezeichnet Schuldeneinsparung als „Wendepunkt“ deutscher Finanzpolitik

14. November 2014 Kommentare ausgeschaltet

Nach exakt 14 Stunden stand am vergangenen Freitag gegen drei Uhr morgens, der Bundeshaushalt für 2015 fest: Nach zähen Verhandelungen, in der die exorbitenstesten Mitglieder des Bundestags-Haushaltsausschusses die Minister der großen Koalition hintereinander postieren ließen, wurde sich eindeutig darauf geeinigt, dass der Bund ab dem kommenden Jahr keine neuen Kredite mehr aufnehmen wird. Als finanzielle Entlastung wurde hierbei die derzeit weiterhin extrem niedrigen Zinsen im Bundesetat von mehr als eine Milliarde Euro genannt, die auch eine üppige Rückzahlung aus Brüssel einschloss, die Deutschland in Höhe von 2,2 Milliarden Euro offenbar in den vergangenen Jahren zu viel dorthin überwiesen hatte.

Bundeskanzlerin Angela Merkel bezeichnete den Haushalt 2015 ohne neue Schulden als „Wendepunkt“ in der deutschen Finanzpolitik: “ Im Finanzhaushalt muss der Bund im kommenden Jahr erstmals seit 46 Jahren keine neuen Schulden machen, um seine Vorhaben und Verpflichtungen zahlen zu können. Deutschland ist ein Garant für Verlässlichkeit und Stabilität und wird als Stabilitätsanker und Wachstumsmotor in Europa gebrauch. „Wenn es uns nicht gelingt, das transatlantische Freihandelsabkommen zügig zu verhandeln, werden wir nicht nur im internationalen Handel große Nachteile gegenüber anderen Regionen haben“, so Merkel in der Generaldebatte vor dem Deutschen Bundestag. Europa müsse die Chance wahrnehmen, internationale Standards bei Ökologie und Verbraucherschutz zu setzen. Deshalb müsse das Freihandelsabkommen „absolute Priorität“ haben.

Auch Bundesfinanzministerminister Schäuble bezeichnete den Bundeshaushalt weiterhin als ausgeglichen: „ Wir geben nur das aus, was wir auch einnehmen. Das ist ein Signal der Verlässlichkeit an Menschen und Unternehmen in Deutschland und in Europa. Den ausgeglichenen Haushalt haben wir erreicht, indem wir über Jahre hinweg konsequent die Ausgaben begrenzt haben. Wir investieren in Deutschlands Zukunft, ohne Schulden zu machen“.

Allerdings werde, trotz schlechterer Wirtschaftslage, der Bundeshaushalt auch im kommenden Jahr mit keinen wesentlich wenigeren Steuereinnahmen rechnen müssen. Die Steuereinnahmen senkten sich laut dem Bundesfinanzministerium Anfang November in 2015 nur leicht von 278,6 auf 270,0 Milliarden Euro. Als Grund für die „positive Entwicklung“ wurde die gute Beschäftigungslage weiterhin als affirmativer Effekt, direkt nach der robuste Inlandsnachfrage“ genannt. Zugleich konnte die Regierung im Haushalt mit geringeren Zinsausgaben kalkulieren.

Die Ausgaben und die Einnahmen des Bundes belaufen sich 2015 auf 299,7 Mrd. Euro, und somit genau auf dem Niveau des Jahres 2010. Damit haben die steigenden Steuereinnahmen in diesem Zeitraum zu einem entsprechenden Abbau des Defizits geführt. Im Finanzplanungszeitraum bis 2018 steigen Einnahmen und Ausgaben bis auf 327 Mrd. Euro an. Der Anstieg ist damit begrenzt auf die allgemeine Wirtschaftsentwicklung, die Ausgaben steigen also nicht stärker an als das Bruttoinlandsprodukt im gleichen Zeitraum.

Quelle:

Dieter J. Maier

Report aus Berlin

 

 

Bundespräsident Gauck verleiht Silbernes Lorbeerblatt an Fußball-Nationalmannschaft

1. November 2014 Kommentare ausgeschaltet

Bundespräsident Joachim Gauck bei der Aufstellung zum Gruppenfoto gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesinnenminister Thomas de Maizière bei der Verleihung des Silbernen Lorbeerblattes in Schloss Bellevue an die Deutsche Fußballmannschaft

Foto: Bundespräsidentialamt-Berlin

Bundespräsident Joachim Gauck hat am 10. November die 23 Spieler der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Schloss Bellevue mit dem Silbernen Lorberblatt usgezeichnet. Sie erhielten die höchste staatliche Auszeichnung im Bereich des Sports für den Gewinn der FIFA-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien.  Bundespräsident Joachim Gauck besuchte am 13. Juli gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel das Finale der Fußballweltmeisterschaft in Rio de Janeiro. Nach dem Spiel sagte der Bundespräsident: „Das war ein wunderbares Turnier. Wir werden das niemals wieder in dieser Begeisterung erleben. Und diese Mannschaft war so großartig. Sie hatte Stars und war trotzdem eine Mannschaft – das kann nicht jeder. Herzlichen Glückwunsch!“

Das Silberne Lorbeerblatt ist die höchste verliehene sportliche Auszeichnung in Deutschland. Die Stiftung erfolgte am 23. Juni 1950 vom damaligen Bundespräsident Theodor Heuss. Bestätigt wurde die Auszeichnung jedoch erst nach der Einführung des Gesetzes über Titel,Orden und Ehrenzeichen, durch den damaligen Bundespräsidenten Heinrich Lübke im Jahre 1964.

Die Auszeichnung wird als silberne Anstecknadel, und in der Damenausführung eine Ansteckbrosche in Form eines waagerecht liegenden Lorbeerblatts entweder am linken Kragenaufschlag des Dienstrockes oder am Anzug getragen. Es ist eines der repräsentabelsten staatlichen Ehrenzeichen und wird als Auszeichnung für hervorragende Leistungen (auch international) auf den Gebieten des sportlichen und musischen Lebens verliehen.

 

Quelle:

Dieter J. Maier

Report aus Berlin