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Archiv für die Kategorie ‘Interviews, Celebrity-Reports & Film-Specials’

Interview mit Sterneköchin Cornelia Poletto

3. Dezember 2014 Kommentare ausgeschaltet

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Jan Peter Westermann / per OTRS
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Seit über 13 Jahren zählt Cornelia Poletto nicht nur zu den besten, sondern auch zu den bekanntesten Starköchen. Für ihre Kochkunst erhielt sie seit 2003 regelmäßig einen Stern im Guide Michelin. Immerhin lautet der selbstgestellte Anspruch der Hamburger Spitzenköchin, den für ihre Küche charakterischen Mix von Mediterranem und Regionalem zu erfüllen. Das gilt natürlich auch, wenn es sich um einen Großevent wie die Dinner-Show Palazzo handelt, der nach acht Jahren Pause wieder in Hamburg zurück ist. In einem exklusiven  Interview mit Report aus Berlin sprach  Cornelia Poletto u.a. über ihre  neuen beruflichen Herausforderungen und ihre außergewöhnliche Karriere.

Dieter J. Maier:

Frau Poletto, Sie wechselten nach ihrer Ausbildung bei Kochlegende Heinz Winkler als Souschefin in das inzwischen nicht mehr bestehende Hamburger Sternerestaurant Anna & Sebastiano und eröffneten bereits im Jahr 2000 in Hamburg ihr eigenes Restaurant, das Poletto.  Aus welchen Gründen haben Sie sich zu diesem Zeitpunkt zur Selbstständigkeit entschlossen?

Cornelia Poleto:

Das waren verschiedene Gründe. Vor allem ist es typbedingt. Ich war schon immer gerne selbstbestimmt und ehrgeizig. Wenn ein Beruf, wie bei mir, Berufung ist, dann ist die Selbstständigkeit der beste Weg, seinen eigenen Stil zu leben und etwas Nachhaltiges gestalten zu können. Außerdem macht es mir Spaß, für mich und ein Team Verantwortung zu übernehmen. Ich bevorzuge die Herausforderung statt der Sicherheit. In der Selbstständigkeit liegen Höhen und Tiefen dicht beieinander. Das fordert mich und bedeutet eine große Chance auf Weiterentwicklung. Ich finde es spannend, dass immer Neues auf mich zukommt.

Dieter J. Maier:

Sie erhielten für ihre Kochkunst seit 2003 regelmäßig einen Stern im Guide Michelin. Welche beruflichen Ziele setzen Sie sich diesbezüglich für 2011?

Cornelia Poleto:

Ich war 7 Jahre der Sterneküche treu. Doch alles hat seine Zeit. Nun breche ich zu neuen kulinarischen Ufern auf. 2011 steht unter einem anderen Stern. Im Mai eröffnet die Gastronomia von Cornelia Poletto. Vieles ist noch in der Entwicklungsphase, aber soviel steht fest: ich verwöhne meine Gäste mit kleinen, feinen mediterranen Kreationen. Es wird italienischer, lockerer, geselliger, unkonventioneller und mit viel Liebe zum Detail. Wer will, kann ausgewählte Produkte einkaufen und bekommt zu seinem Fisch die passenden Kräuter und ein Rezept dazu. Parallel arbeite ich an neuen Buchprojekten und werde auch weiterhin im TV am Herd stehen.

Dieter J. Maier:

Neben der Führung Ihres Restaurants,  schreiben Sie eigene Kochbücher und stellen sich immer neuen Aufgaben und beruflichen  Zielen. Wie gehen Sie persönlich mit diesen enormen Herausforderungen um?

Cornelia Poleto:

Ich mag Herausforderungen, deswegen schaffe ich mir selbst welche. Wer seine Arbeit liebt, hat keine mehr. Ich finde das, was ich mache und den Facettenreichtum, den mein Beruf mit sich bringt, großartig. Ich bin vieles : Köchin, Unternehmerin, Autorin- und jede Rolle fordert etwas anderes. Das macht mir große Freude und hält mich in Bewegung. Natürlich ist es manchmal anstrengend, aber ich bekomme auch sehr viel von meinen Gästen, Lesern und Zuschauern zurück. Das motiviert mich und gibt mir die Kraft, all das zu meistern.

Dieter J.Maier:

Glauben Sie, dass im Zeitalter von Fastfood und Fertiggerichten, der guten  einfachen Küche noch genügend Aufmerksamkeit geschenkt wird?

Cornelia Poleto:

Fastfood und Co. wird es leider auf unabsehbare Zeit geben. Aber ich glaube daran, dass diese Trends auch eine Gegenbewegung erzeugen und zum Nach- und Umdenken anregen. Verstärkt durch Skandale wie die Dioxin Eier gibt es immer mehr Leute, die Wert auf hochwertige Lebensmittel legen und gerne frisch kochen. Die Biolebensmittelbranche boomt, die Kochshows erfreuen sich eines Millionenpublikums. Ich bin guter Dinge und möchte mit meiner Arbeit dazu beitragen, ein Bewusstsein für gesunde Ernährung zu schaffen und Freude am Kochen zu vermitteln.

Interview mit Deborah Sasson

Die in Boston geborene und weltweit gefeierte Opern- und Musicalinterpretin Deborah Sasson hat im klassischen Fach alles erreicht, was sich eine Künstlerin nur wünschen kann. Nach dem Gesangstudium am renommierten New Yorker Oberlin Conservatory feiert sie an der Metropolitan-Opera ihren ersten Erfolg, dem viele weitere folgen sollten. Am Anfang ihrer neuen Weihnachtstournee 2014, gab die symphatische Sopranistin unserem Magazin gegenüber ein exklusives Interview über ihre zukünftigen beruflichen Pläne, ihren musikalischen Entdecker Leonard Bernstein und ihre Freundschaft zu Verhaltensforscher Werner Freund.

Dieter J. Maier:

Ich bedanke mich sehr, dass Sie sich für dieses Interview Zeit genommen haben. Ihr musikalischer Entdecker war Leonard Bernstein. Wie war Ihre künstlerische Entwicklung vor und unter seiner musikalischen Leitung?

D. Sasson:

Ich habe am Anfang meiner beruflichen Laufbahn zuerst Gesang am renommierten Oberlin Konservatorium studiert. Mein erstes Engagement führte mich in das Mekka  des Gesanges: die Metropolitan Opera in New York. Am Broadway debütierte ich in „Showboat“, wo ich Leonard Bernstein zum ersten Mal begegnete. Er vermittelte mich für die Hamburger Inszinierung der „West Side Story“ an die Hamburgische Staatsoper. Dies war der Beginn meiner Karriere in Deutschland. Leonard Bernstein hatte die Fähigkeit, junge Leute sehr zu inspirieren. Er schätzte jede Art von Musik und war für mich immer ein großes Vorbild.

Ich kann mich erinnern, dass wir nach einem Konzert spät abends noch in einen Club gegangen sind, wobei er sich dann einfach unter die Leute mischte und sogar Jazz spielte. Das war einfach toll, weil es für ihn keine E- oder U-Musik gab, sondern nur Gute oder Schlechte. Privat ist er in vielen Dingen sehr unkompliziert gewesen, beruflich aber war er ein sehr strenger Lehrer, bei dem alles perfekt sein musste. Trotzdem war die Arbeit mit ihm grandios und ich bin sehr glücklich, mit einem so phantastischen Musiker gearbeitet zu haben. Durch ihn lernte ich auch den damals schon international bekannten Opernstar Peter Hofmann kennen. Wir heirateten 1983 und waren 7 Jahre auch künstlerisch miteinander verbunden, was auch  unsere spätere Freundschaft sehr gefestigt hat.

Dieter J. Maier:

Sie haben zum kleinsten Bundesland in Deutschland, zum Saarland, eine ganz besondere Beziehung, die durch ihre Freundschaft mit dem im vergangenen März verstorbenen Verhaltens- und Wolfsforscher Werner Freund verbunden ist. Wie ist diese Freundschaft entstanden?

D. Sasson:

Ich habe Werner Freund durch meinen damaligen Mann Peter Hofmann kennen gelernt. Peter kannte Werner Freund schon aus seiner Bundeswehrzeit bei der Fallschirmjägereinheit in Bexbach und beide hatten auch später immer noch engen Kontakt. Werner benannte auch in Wolfspaar nach uns, die hörten dann, wenn Werner das Gehege betrat auch tatsächlich auf ihre Rufnamen „Deborah“ und „Peter“. Er hat sich als einer der ersten Verhaltensforscher mit den Wölfen beschäftigt, und baute dafür eigens den Wolfspark in Merzig auf, in dem heute europäische, sibirische und arktische Wölfe leben.

Um den scheuen Tieren näherzukommen und ihr Verhalten zu studieren, lebte, schlief und heulte er mit ihnen zusammen im Gehege. Etliche Welpen zog er mit seiner Frau Erika per Hand groß und gewöhnte sie so durch direkten Kontakt an den Menschen. Immer wieder warb er in zahlreichen Interviews und Filmbeiträgen für mehr Verständnis für die oft als „böser Wolf“ verteufelten Tiere. Und seine Mission zeigt bis heute Wirkung – die Menschen haben durch sein Vorbild und Beispiel die Furcht vor Wölfen anscheinend verloren. Ich finde es großartig, was Werner geleistet hat, denn er war wirklich ein Pionier auf seinem Gebiet. Werner Freund ist sein ganzes Leben lang für seine Wölfe da gewesen und hat immer das getan, woran er glaubte.

Dieter J. Maier:

Wie sehen Ihre weiteren musikalischen Projekte für 2014 aus?

D. Sasson:

Ich werde auch in diesem Jahr, nach vielen musikalischen Projekten, wieder auf Weihnachtstournee gehen. Am 6..Dezember gebe ich zusammen mit dem Chor des Julius-Mosen-Gymnasiums Oelnitz ein neues Weihnachtskonzert im König-Albert Theater. Danach folgt großes Weihnachtskonzert  mit Iwan Urwalow, Ashraf Kateb sowie dem Evangelischen Kirchenchor, im Herrengarten in Hanover. Weitere Weihnachtskonzerte sind am 14.12. in Wald-Michelbach, am 20.12. in Walddorf, und am 21.12. in Lorsch geplant, worauf ich mich schon sehr freue.

Weihnachten war und ist für mich immer eine Zeit, die man mit geliebten Menschen vebringt. Auch in meiner  Heimatstadt  Bosten ist Weihnachten wichtiger Bestandteil der amerikanischen Kultur. Weihnachten zu feiern, ist hier ein Datum im Kalender, auf das man sich das ganze Jahr über freut. Überall schmücken dann die Menschen ihre Häuser mit Lichterketten, und manchmal bricht in manchen Vorstädten ein richtiger Wettbewerb aus, welcher Nachbar die meisten Glühlämpchen verbaut hat.  Überdimensionale und in bunten Farben blinkende Rentiere zieren Vorgärten und Fassaden. Auch in Südkalifornien, wo im Dezember weder Frost noch Schneefall zu erwarten sind, träumen die Menschen z.B. von einer weißen Weihnacht mithilfe von Kunstschnee, der bei dem Dekorieren zum Einsatz kommt.

Dieter J. Maier:

Sie leben als gebürtige Amerikanerin sehr gerne in Deutschland und geben auch gerne Konzerte hier. Haben Sie nie daran gedacht, irgendwann einmal wieder ganz in den USA zu leben und zu arbeiten?

D. Sasson:

Ich lebe wirklich sehr gerne in Deutschland, habe hier in meinen festen Wohnsitz und zahle auch deutsche Steuern. Aber ich bin auch sehr glücklich, noch oft in Amerika sein zu können, sei es jetzt aus beruflichen oder privaten Gründen. Doch kann ich mir zur Zeit nicht vorstellen ganz in den USA zu leben, da meine beruflichen Verpflichtungen mich sehr stark an Europa binden. Hier in Deutschland zum Beispiel hat man kulturell sehr viele Möglichkeiten, sei es Oper, Konzerte oder Theater. Die Vereinigten Staaten bieten diese Möglichkeiten nicht auf diesem Niveau an. Es ist schockierend, dass eine Stadt wie Boston, die wirklich eine kulturelle Hochburg ist, kein Opernhaus hat. In San Francisco gibt es noch ein Opernhaus, mit einer lange Tradition. Ich bin dort auch schon selbst einige Male aufgetreten. Die Met in New York ist natürlich die Attraktion in Amerika, aber sonst ist es in Europa auf kulturelle Seite besser bestellt.

Dieter J. Maier:

 Sie haben aber auch immer betont, dass Sie Europa nicht nur beruflich sehr verbunden sind…

D. Sasson:

Ja, das ist richtig. Meine Mutter ist Irin und mein Vater Italiener. Insofern wurde ich zwar in den Staaten, in Boston geboren, aber meine Wurzeln sind europäisch. Und die Leidenschaft und das Temperament der Irinnen und Italiener sind ja sowohl berühmt als auch berüchtigt. Da meine „Wiege“ jedoch in Amerika stand, habe ich dieses Ideal vom „amerikanischen Traum“ fest in mir. Ich bin davon überzeugt, dass – wenn man seinen Weg konsequent, beharrlich und optimistisch verfolgt – die Hoffnungen und Wünsche auch in Erfüllung gehen.

Dieter J. Maier:

Vielen Dank für das Gespräch und noch viel Erfolg bei Ihren weiteren beruflichen Projekten.


Interview mit Weltstar Jürgen Prochnow

28. November 2014 Kommentare ausgeschaltet

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Seit über drei Jahrzehnten ist Jürgen Prochnow einer der wenigen deutschen Schauspieler, die in den USA  richtig Fuß fassen konnten, auch wenn seine Rollen häufig auf  die des verschlagenen Bösewichts beschränkt sind. 1981 gelang ihm mit dem Kino-Erfolg “ Das Boot“  der internationale Durchbruch, auch, oder gerade weil ihm Regisseur Wolfgang Petersen die Rolle des strengen, aber menschlichen U-Boot-Kapitäns auf den Leib schrieb. „Ich hatte großes Glück, die Hauptrolle in einem Film zu spielen, der unglaubliches Aufsehen in Amerika erregte“, bekannte Prochnow später zu Recht, denn seit dem Welterfolg des Films ist er auch in Hollywood einer der gefragtesten Charakterdarsteller. In einem exklusiven Interview sprach Jürgen Prochnow mit Report aus Berlin  u.a. über seine beruflichen Anfänge und den Grund, warum es ihn heute wieder auf deutsche Theaterbühnen zurückzieht:

Dieter J. Maier.

Herr Prochnow, Sie haben es als einer der wenigen  deutschen Schauspielern  zu einer konstanten Karriere in Hollywood gebracht. Fühlen sie sich mittlerweiler eher als Amerikaner, oder als Deutscher?

Jürgen Prochnow:

Ich habe neben meiner deutschen Staatszugehörigkeit, seit  2003 auch amerikanische Staatsbürgerschaft angenommen, trotzdem bin ich mit dem Herzen immer Deutscher geblieben. Ich habe weit über die Häfte meines Lebens in Deutschland verbracht und bin bis heute mit vielen Freunden hier immer noch in sehr engem Kontakt. Aber ich lebe auch sehr gerne in Amerika. Gerade wenn man wie ich seit vielen Jahren mit Filmen zu tun hat, bietet sich das natürlich an und ich muss auch zugeben, dass ich  erst durch Hollywood zum reinen Filmschauspieler geworden bin.  Ich habe mich von Anfang an den neuen  beruflichen Herausforderung mit großem Ehrgeiz gestellt und meine ersten beiden Filme in Amerika mit großartigen Regisseuren wie Michael Mann und David Lynch gedreht. Dies war natürlich eine Chance, auf die andere ihr ganzes Leben lang warten. Für mich war dieser Anfang ein ungeheueres Glück, für dass ich sehr dankbar bin und  daran hat sich bis heute nichts geändert.

Dieter J. Maier:

Sie waren im vergangenen Jahr u.a. mit der Theaterproduktion „Der Seefahrer“ , nach der Vorlage des irische Autors und Regisseurs Conor McPherson, wieder auf deutschen Bühnen zu sehen. Was reizte Sie persönlich an dieser Geschichte, die zumindest vom Namen her an Ihren Welterfolg „Das Boot“ erinnerte…

Jürgen Prochnow:

Das Publikum vermutete natürlich bei diesem Titel, dass ich als Kapitän in Uniform auf die Bühne  kommen würde. „Der Seefahrer“ ist allerdings eine Metapher und hat im eigentlichen Sinne nichts mit der  Seefahrt zu tun. Es ist eher die dunklere Geschichte eines Mannes, der um sein Leben und seine  Erinnerung ringt:

In einem heruntergekommenen Haus an der irischen Küste versammelt sich eine  seltsame Männergruppe zum Pokerspiel. Zu dieser feuchtfröhlichen Runde gehören Sharky, er früher als Fischer und Fahrer gearbeitet hat, Ivan, ein alter Freund des Hauses, und Nicky, mit dem  Sharky noch eine Rechnung offen hat. Diesem Sharky, den ich in diesem Stück spiele,  wird seine Seele vom Teufel eingefordert , dem er sie vor 25 Jahren versprochen hat, um aus dem Gefängnis rauszukommen. Ich war von dieser Figur sehr fasziniert, weil sie mich wegen ihres menschlichen Scheiterns unheimlich  interessiert hat. Sharky versucht aus seiner selbstgewählten Situation auszubrechen, aber er schafft es einfach nicht und wird so im Laufe des Stücks immer mehr zum Verlierer seines eigenen Schicksals.

Dieter J. Maier:

Aus welchem Grund zieht es Sie heute von den großen Filmsets in Hollywoods wieder auf deutsche Theaterbühnen zurück?

Jürgen Prochnow:

Ich hatte immer wieder das Bedürfnis, von Zeit zu Zeit Theater zu spielen, vor allem auch, weil ich in den letzten dreißig Jahren hauptsächlich Filme gedreht habe. Meine künstlerischen Wurzeln beginnen beim Theater, gerade  weil ich bereits während meiner Schulzeit in Laienspielgruppen mitspielte. Auf Wunsch meiner Eltern begann ich  zunächst eine Ausbildung zum Bankkaufmann. Nebenbei betätigte ich mich als Statist am Düsseldorfer Schauspielhaus.

Nach Abschluss meiner Lehre absolvierte ich drei Jahre lange ein Schauspielstudium an der Folkwanghochschule, nachdem ich als einer der wenigen von ca. 500 Bewerber nach der Aufnahmeprüfung angenommen wurde. Nach meinem Studium  erhielt mein erstes Engagement an den Städtischen Bühnen Osnabrück. Weitere Engagements führten mich ans Theater Aachen und an das Theater der Stadt Heidelberg. In den folgenden Jahren arbeitete ich als freischaffender Künstler  und nahm auch Gastengagements an verschiedenen Bühnen, unter anderem am Deutschen Schauspielhaus Hamburg und am Düsseldorfer Schauspielhaus, wahr.

Ich bin, wenn ich heute an diese Zeit zurückdenke, noch sehr stolz darauf, mich durch eigene Leistung durchgesetzt zu haben, aber ich glaube, wenn ich die Aufnahmeprüfung an der Folkwanghochschule damals nicht bestanden hätte, wäre der Beruf des Schauspielers für mich nicht mehr in Frage gekommen.

Dieter J. Maier:

Ihr internationaler Durchbruch gelag Ihnen 1981 unter der Regie von Wolfgang Petersen mit der Verfilmung “ Das Boot“, nach der Romanvorlage von Lothar-Günter Buchheim, der hier seine persönlichen Erlebnisse als Kriegsberichterstatter auf verschiedenen U-Booten literarisch verarbeitete. In wie weit hat der generations- übergreifende Erfolg dieses Films und dessen Geschichte die deutsche und auch internationale Filmlandschaft  bis heute nachhaltig geprägt und beeinflusst?

Jürgen Prochnow:

Der Film spielt im zweiten Weltkrieg, genauer gesagt im Jahr 1941, als deutsche U-Boote die Aufgabe übernahmen,  im Atlantik sogenannte feindliche Handelsschiffe zu vesenken, die England damals mit kriegswichtigen Gütern versorgten. Dieser Kampf wurde aber immer härter, weil diese Schiffe effektiv von Zerstörern geschützt werden mussten. Soweit die Geschichte.

Was nun den großen Erfolg  von “ Das Boot“ betrifft,  so hat selten zuvor ein deutscher Film für soviel internationale Beachtung gesorgt, obwohl die anfänglichen Schwierigkeiten nicht unerheblich waren. Die Dreharbeiten begannen, nachdem bereits zwei Anläufe von amerikanischen Produktionsfirmen vorgenommen wurden, bei denen u.a. Paul Newmann  und später auch Robert Redford die Hauptrolle des Kapitäns übernehmen sollten. Mit beiden Produktionsvorschlägen war Lothar- Günter Buchheim inhaltlich allerdings überhaupt nicht einverstanden, weil seiner Meinung nach aus seiner Romanvorlage hier ein typischer amerikanischer Kriegs-und Actionfilm entstehen sollte. Ebenso gingen die Produktionskosten mit mehreren Millionen D-Mark weit über das ursprünglich eingeplanten Buget hinaus, obwohl zu diesem Zeitpunkt immer noch kein Film vorhanden war, um diese Kosten wieder einzuspielen.

Die Bavaria-Filmstudios kamen dann allerdings auf die Idee, diesen Stoff mit Wolfgang Petersen zu verfilmen, was auch von Buchheim akzeptiert wurde. Petersen hielt sich bei den Dreharbeiten auch minutiös an die Romanvorlage, die für mich persönlich grandios die Absurdität dieses sinnlosen Krieges darstellt und auch den Menschen, die mit für diesen Wahnsinn gestorben sind, ein zeitloses Denkmal setzt.

Dieter J. Maier:

Wie haben Sie die Dreharbeiten damals persönlich erlebt?

Jürgen Prochnow:

Als ich das Angebot bekam, die Hauptrolle in „Das Boot“ zu spielen, hatten sich die Produktionbedingungen in den Bavaria-Filmstudios kurzfristig verändert.
Es kamen neuen Produzenten,  die mich für die Rolle des Kapitäns  völlig ungeeignet hielten. Als mich  Wolfgang Petersen anrief und mir sagte, dass diese Rolle für mich nun doch nicht in Frage käme, war das schon ein harter Schlag für mich, obwohl er mir versicherte, dass ich für ihn von Anfang an die richtige Besetzung gewesen bin. Allerdings  konnte er sich zu diesem Zeitpunkt leider nicht gegen die übrigen Produzenten durchsetzen.

Nach einem Jahr meldete sich Petersen völlig überraschend wieder bei mir und fragte mich, ob ich mir  vorstellen könnte, die Rolle doch noch übernehmen. Allerdings mussten wir vorher , um auch die letzten Zweifler zu überzeugen, noch Probeaufnahmen in den Studios machen.  Wolfgang Petersen konnte hier in seiner Regiearbeit zeigen, was er – mit  großem Aufwand – auf  die Kinoleinwand zaubern konnte. Das Ergebnis wirkte auch so authentisch und bedrohlich dicht, wie man es sich im Inneren eines U-Boots vorstellen vermag.  Zwar gab es im Endeffekt, trotz Oskar-Nominierungen keine Auszeichnung, aber das spielte danach weder für  Petersen, noch für mich eine entscheidende Rolle.

„Das Boot“ öffnete Wolfgang und mir die Tür  nach Hollywood, denn in dem Moment, als der Film in den USA anlief, haben wir sofort Anrufe namhafter Filmagenturen bekommen, die uns  sehr interessante Filmangebote unterbreiteten. Ich bin mit Wolfgang Petersen zu diesem Zeitpunkt auch von der Ost- bis zur Westküste quer durchs Land gereist, wobei wir immer auf eine unglaubliche Begeisterung bei den Journalisten, mit denen wir geredet hatten, gestoßen sind.

Dieter J. Maier:

Sie haben danach mit Weltstars wie Marlon Brando, Madonna, Sylvester Stallone und Harrison Ford gedreht. Hat sich durch diese Zusammenarbeit auch Ihre eigene schauspielerische Sichtweise  nachhaltig verändert?

Jürgen Prochnow:

Man hat bei solchen Produktionen immer schauspielerische Vorlagen und Figuren, die man nach Drehbuch zu spielen hat. Da ich aber schon viele Jahre  in Deutschland vor allem als Theaterschauspieler tätig gewesen bin und später auch Filme gedreht habe, hat mich diese Zusammenarbeit künstlerisch überhaupt nicht beeinflusst. Schauspielerei beinhaltet für mich bis heute eine intensive Auseinandersetzung mit der darzustellenden Figur, was ein fundiertes Verständnis des gesamten Handlungszusammenhangs vorausetzt. Allerdings habe ich mich sehr darüber gefreut, u.a. mit Marlon Brando  vor der Kamera zu stehen. Brando war das Idol meiner Jugend und gilt bis heute zurecht als einer der bedeutendsten Charakterdarsteller der Filmgeschichte  des 20. Jahrhunderts.

Dieter J. Maier:

Vielen Dank für das Gespäch und weiterhin viel Erfolg bei Ihrer Theatertournee.

Interview mit Prof. Dr. Bernhard Vogel

25. November 2014 Kommentare ausgeschaltet

bernhrd-vogel-80-geburtstag-032Er regierte zwei Bundesländer in Ost und West ein Vierteljahrhundert. Er führte die Adenauer-Stiftung, saß zweifach dem Bundesrat vor und hat die Geschichte der Bundesrepublik von Anfang an miterlebt, sowohl als Zeitzeuge als auch als poltitischer Akteur. Gerade auch aus diesem Grund ging der Politikaward in der Kategorie „Lebenswerk“ diesem Jahr an den Ehrenvorsitzenden der Konrad-Adenauer-Stiftung Professor Dr. Bernhard Vogel und dessen Bruder Hans-Jochen. Die Jury würdigt damit die jahrzehntelangen Verdienste der beiden.Im Anschluss an die Feierstunde in Bremen war Prof. Dr. Bernhard Vogel nach einer Feierstunde in der Mainzer Staatskanzlei gerne bereit, sich in einem exklusiven Interview den Fragen von Report aus Berlin zu stellen:

Dieter J. Maier:

Herr Prof. Dr. Vogel, herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Auszeichnung und vielen Dank dass sie sich für dieses Interview Zeit genommen haben. Der frühere englische Premierminister Winston Churchill sagte einmal in einer Parlamentssitzung: „Die Demokratie ist eine schlechte Regierungsform, aber es gibt keine bessere“. Wie sehen Sie heute aus Ihrer persönlichen Sicht diese Haltung?

Prof. Bernhard Vogel:

Ich muss an dieses Zitat von Winston Churchill oft denken, denn Churchill hatte Recht. Mit meinen Worten gesagt, ist die Demokratie die schwierigste und die zerbrechlichste Regierungsform, die man sich denken kann. Eine Diktatur ist einfacher zu handhaben, als ein Land zu regieren, in dem Millionen von selbstständigen und entscheidenden Bürgern leben. Aber die Demokratie ist die der menschlichen Natur am meisten entsprechende Regierungsform, sie wahrt die Würde jeder einzelnen Person und das kann nur die Demokratie.

Dieter J. Maier:

Das Jahr 2014 stand politisch ganz im Zeichen der deutschen Wiedervereinigung vor gemau 25 Jahren. Der Wiedererlangung der Einheit gingen allerdings viele Schritte im Zeitrahmen von mehreren Jahrzehnten und unterschiedlichen Schauplätzen voraus, an denen der damalige Bundeskanzler Konrad Adenauer entscheidend mitwirkte, u.a. dem Vorrang vor einer Einheit um jeden Preis

Sie haben als maßgebender Politiker nicht nur die Ära Adenauer noch selbst  miterlebt, sondern auch noch persönlich  mit Konrad Adenauer zusammengearbeitet. Adenauer hat sich damals auch in der saarländischen Landeshauptstadt Saarbrücken für die Wiedereingliederung des Saarlandes trotz persönlicher Bedenken ausgesprochen. Wie haben Sie damals diese historische Entscheidung von Konrad Adenauer wahrgenommen?

Prof. Bernhard Vogel:

Für die damalige Zeit war das Saarland für Konrad Adenauer, wenn Sie so wollen der eigentliche Anfang Europas und deswegen wollte er die Selbstständigkeit des Saarlandes erreichen. Die Saarländer hatte das damals nicht überzeugt und übrigens die Rheinland-Pfälzer auch nicht, der Wahlkampf ist ganz anders als erwartet ausgegangen. Im nachhinein ist es beachtlich, dass die französischen Nachbarn die adenauersche Meinung doch noch gewürdigt und sich der Volksmeinung gebeugt haben. Und insofern hat Adenauer einen wichtigen Beitrag geleistet, indem er nicht zB. deutschen Nationalismus auf sich zog, sondern indem die Franzosen akzeptieren mussten, dass die Bevölkerung des Saarlandes anders wollte.

Dieter J. Maier:

Sie hatten auch zu Helmut Kohl, der bis heute als der „politische Enkel“ Konrad Adenauers bezeichnet wird, ein sehr herzliches und freundschaftliches Verhältnis. Wie würde Deutschland heute aussehen, hätte es die Ära Kohl nicht gegeben?

Prof. Bernhard Vogel:

Wahrscheinlich gäbe es auch heute noch kein wiedervereinigtes Deutschland und wir wären möglicherweise  immer noch am Anfang eines sehr langwierigen Prozesses. Was aber auch ebenso bedeutsam ist, ist die Tatsache, dass der mittlere Osten Europas ohne Kohl nicht zu einem Teil der europäischen Union geworden wäre. Kohls Verdienste für Deutschland stehen für mich außer Frage, aber seine Verdienste um die Einigung Europas sind diesen Verdiensten ebenbürtig.

Dieter J.Maier:

Welches Resüme ziehen Sie aus Ihrer langjährigen politschen Karriere?

Prof. Bernhard Vogel:

Wenn ich mich kurz fassen soll trotz der Länge des Weges, dann heißt meine Zusammenfassung: Es war mitunter schwierig und mühsam. Nach Thüringen als damals neuer Ministerpräsident zu gehen war für mich ein großes Abenteuer, aber alles in allem – es hat sich gelohnt. Ich möchte mit diesen Worten vor allem jungen Leuten Mut machen sich zu engagieren, schon um zu zeigen, dass sie es besser machen können, als diejenigen die sie kritisieren.

Dieter J. Maier:

Wie sehen Sie die Zukunft Deutschland, gerade im Hinblick auf die aktuelle Euro-und Europakrise?

Prof. Bernhard Vogel:

Also, wir haben gegenwärtig eine ganze Menge Schwierigkeiten und Probleme, besonders in der Glaubwürdigkeit der Wirtschaft und in der Glaubwürdigkeit der Parteien. Aber gerade wenn ich zurückblicke und sehe was alles in der Vergangenheit an Schwierigkeiten auf unserem Weg lag, gibt es für mich keinen Zweifel, dass Deutschland als ein wesentliches Mitglied der europäischen Union und als eine starke Wirtschaftsmacht eine gute Zukunft haben wird. Vor allem aber bei allen Problemen spricht vieles dafür, dass auch die heutige junge Generation in Frieden ihr Leben leben kann.

Dieter J. Maier:

Herr Prof. Vogel, vielen Dank für das Gespräch.

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Interview mit Howard Carpendale

25. November 2014 Kommentare ausgeschaltet

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Seine „Spuren im Sand“ sind lang und ziehen sich schon über 40 Jahren, seit seinem musikalischen Durchbruch 1967, durch seine gesamte Karriere.  In Deutschland wurde Howard Carpendale mit dem Image des smarten Sonnyboys und seinem unverwechselbaren südafrikanischen Akzent, den er auch nach Jahrzehnten in der Bundesrepublik nicht ablegte, zum Frauenschwarm. Nach seiner Erfolgs-Tournee „Viel zu lang gewartet“  wird Howard Carpendale auch 2015 „unsere Zeit“ einläuten und wieder live auf den großen Bühnen zu erleben sein.

Im März 2015 erscheint sein neues Album „Das ist unsere Zeit“. Doch ist dies nicht nur ein Titel, ein Motto und sein Antrieb, es ist viel mehr: Nämlich die Erinnerung an das Wesentliche.In einem exklusiven Interview mit Report aus Berlin sprach der Schlagerstar u.a. über sein Leben abseits der Bühne und gab einen Einblick auf die Höhepunkte der neuen Show:

Dieter J. Maier:

Welche Erinnerungen begleiten Sie bis heute, wenn Sie auf Ihre lange Karriere zurückblicken?

Howard Carpendale:

Da gibt es unendlich viele Erinnerungen, die bis heute mein Leben begleiten. Besonders prägend war für mich, dass ich mich nie auf eine musikalische Richtung festgelegen ließ und mich ständig weiter entwickeln wollte. Ich habe immer versucht, mich von dem jeweiligen Trend abzuheben, auch in den Zeiten, wo die Schlager der 70er Jahre nicht mehr so gefragt waren. Als z.B. die “ Neue Deutsche Welle“ aufkam, hatte man mit ernsthaften deutschen Lied kaum eine Chance, in den Hitparaden aufzusteigen. Ich habe es mir persönlich wirklich nicht leicht gemacht, mich immer wieder gegen den jeweiligen musikalischen Strom durchzusetzen, aber  ich hatte  zum Glück von meiner Familie hier sehr viel Verständnis und Hilfe erfahren. Auch meine Eltern haben mich immer sehr unterstützt und mir am Anfang meiner Karriere viele  Freiheiten gegeben.

Dieter J. Maier:

Sie wurden vor einiger Zeit in der RTL-Chart-Show auf Platz vier der Künstler mit den meisten Hits gewählt, zwischen Madonna und Peter Alexander. Gab es in Ihrem Leben , trotz aller Erfolge, auch Zeiten, wo Sie Ihrer Karriere in Frage stellten?

Howard Carpende:

Im Leben gehen sicher gewisse Erfahrungen nicht spurlos an einem vorbei und jeder Erfolg hat auch seinen Preis. Aber ich habe immer aus meiner inneren Einstellung heraus viel Kraft geschöpft, da ich ein Mensch bin, der sehr in sich ruht. Ich wurde oft genug in meinem Leben geprüft, trotzdem habe ich mir immer Zeit genommen, Schwierigkeiten anzugehen und nicht gleich in Panik zu verfallen. Man darf die Dinge nicht immer zu ernst nehmen und  muss sie mit einer gewissen Lässigkeit angehen. Ich erinnere mich hier sehr gut an das Jahr 1974. Ich belegte zu dieser Zeit in der Hitparade nicht gerade die ersten Plätze und war auf der Suche nach einem neuen Hit. Ich flog also kurzerhand nach London zu einem mir bekannten Musikproduzenten, ohne zu ahnen, dass bald eine entscheidende Wende in meinem Leben eintreten sollte. Als wir uns einige Titel angehört hatten, sagte er zu mir: “ Ich glaube, sie gefallen dir nicht, aber ich habe hier schon einige Zeit einen Song in der Schublade, den ich dir gerne noch vorspielen würde“.  Schon nach den ersten Takten war ich von diesem Titel so begeistert, dass ich ihn sofort nach meiner Rückkehr mit einem deutschen Text von Fred Jay aufgenommen habe. Und dass war der Anfang von  “ Deine Spuren im Sand“.

Dieter J. Maier:

Welche Gestaltungsmöglichkeiten sehen Sie heute für junge Musiker, gerade im Hinblick auf die permanenten Veränderungen im deutschen Musikgeschäft ?

Howard Carpendale:

Im Vergleich zu früher gibt es heute nicht mehr so viele Möglichkeiten, seinen eigenen musikalischen Weg zu gehen, da das Musikgeschäft in den letzten 30 Jahren viel härter geworden ist. Ich kann mich hier sehr gut in junge Musiker hineinversetzen, die anfangen die Bühne zu erobern, denn auch für mich ist die Musik und die Bühne nach wie vor mein Leben und ich habe nie angefangen darüber nachzudenken, wie es wäre, wenn meine Karriere einmal zu Ende sein würde. Ich bin über die Jahre sehr gereift und deshalb kann ich es auch nicht verstehen, dass ich jetzt mit fast 66 Jahren immer nur von Liebe singen muss. Von daher habe ich auch nie vor politischen Themen haltgemacht, gerade weil ich auch in Amerika lebe und weiß, wie wichtig es ist, glaubhaft zu sein und seine Meinung gegen Widerstände zu vertreten. Ich kann von mir sagen, dass ich in meinem Leben nichts bereue, denn ich hatte das großes Glück, meine Leidenschaft zum Beruf zu machen, obwohl ich auch einen ganz anderen Weg hätte einschlagen können. Das Leben läuft immer anders, als man es erwartet, aber ich denke, dass ich mit meiner Musik etwas geschaffen habe, das bleiben wird.

Dieter J. Maier:

Sie haben sich vor 11 Jahren mit einer großen Tournee von der Bühne verabschiedet. Gab es dafür besondere private oder berufliche Gründe?

Howard Carpendale:

Ich hatte damals einfach das Gefühl, dass ich viele Dinge schon gemacht hatte und  wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht, wie ich in meinem Beruf weitermachen sollte, ohne mich ständig zu wiederholen. Ich hatte allerdings später gemerkt, dass ich viele musikalische Richtungen noch nicht wirklich ausprobierte  und wollte einfach wieder etwas Neues beginnen. Am meisten habe ich aber die Bühne und mein Publikum vermisst und möchte jetzt auf meiner neuen Tournee wieder mehr von meinen großen Erfolgen singen, weil ich merke, dass das Publikum doch eine starke Sehnsucht nach Nostalgie verspürt. Zur Authensität gehört die Wahrheit und deshalb gebe ich jeden Abend alles. Seltsamerweise denkt man immer, dass  ein Sänger nur auf Tournee geht, um seine Platten zu promoten. Dieser Gedanke ist vollkommen falsch, denn ein Künstler ist ein Live Performer, der Platten macht, um seine Tournee zu unterstützen.

Dieter J. Maier:

Wie sehen Sie die Zukunft der deutschen und internationalen Musikindustrie?

Howard Charpendale:

Die Musikindustrie befindet sich momentan in ganz großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten, da viele Plattenfirmen, die  noch vor Jahren gut  im Geschäft waren, dem steigenden Druck nicht mehr gewachsen sind und in Konkurs gehen.  Sogar das bekannte Tonträgergeschäft von EMI wurde kürzlich  für 1,9 Milliarden Dollar an den französischen Vivendi-Konzern veräußert, dessen Musiksparte Universal bereits heute Weltmarktführer im seit Jahren kriselnden Plattengeschäft ist. Von daher bin ich selbst ratlos über den Verlauf dieser Entwicklung, weil niemand sagen kann, ob sich der Musikmarkt in den nächsten fünf Jahren wieder erholen wird. Die Plattenindustrie geht also spannenden Zeiten entgegen, die sicher nicht von positiven Ereignissen geprägt sein wird und ich bin persönlich sehr froh darüber, dass ich meine Karriere nicht mehr heute beginnen muss.

Dieter J. Maier:

Welche künstlerischen Projekte möchten Sie in nächster Zukunft auch außerhalb der großen Showbühnen noch verwirklichen?

Howard Charpendale:

Ich habe vor kurzem zusammen mit meinem Sohn Wayn unseren ersten gemeinsamen TV-Film „Lebe dein Leben“ gedreht, der am 24.Februar 2012 ausgestrahlt wird. Die Dreharbeiten haben mir großen Spass gemacht und das nicht nur, weil ich mit Wayn zusammengearbeitet habe.  Die Schauspielerei hat mich immer schon sehr fasziniert, gerade weil man von Schauspielern für gewöhnlich verlangt , dass sie sich möglichst nahtlos in ihrer Rolle einfügen und darin aufgehen. Handlungsweise, Motivation und innere Verfassung der Rollenfigur sollen glaubwürdig dargestellt werden, und somit die Illusion hervorbringen, die verkörperte Person sei tatsächlich anwesend. Die Schauspielerei ist daher oft mit hohen mentalen, intellektuellen und körperlichen Anforderungen verbunden. Daneben unterstütze ich noch einige Wohltätigkeitsprojekte und mache natürlich weiterhin meine Tourneen und Fernsehauftritte.

Dieter J. Maier:

Herr Carpendale, ich bedanke mich sehr für dieses Gespräch und wünsche Ihnen besonders für Ihre neue Tour 2015  alles erdenklich Gute.

Interview mit Hansi Hinterseer

17. November 2014 Keine Kommentare
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  • Foto: Hansi Hinterseer-Managment

Seit 1994 zieht der ehemalige Skisportler Hansi Hinterseer seine Spuren im Musikgeschäft. Heuer kann der gebürtige Tiroler mit ausverkauften Konzerten und Traumquoten seiner TV-Shows (ARD/ORF) auf 15 Jahre Erfolg als Sänger, Moderator und Schauspieler zurückblicken.

Dabei zählt für ihn nur, dass die Lieder den Menschen Freude bereiten und das Leben in ein freundlicheres Licht tauchen. Hansi Hinterseer kann heute auf 15 Jahre Erfolg im Musikgeschäft zurückschauen. Dieser spiegelt sich nicht nur in weit über 4 Millionen verkaufter Tonträger, in vollen Konzertsälen, durch Traumquoten seiner TV-Shows, und eine zunehmende Zahl an wanderfreudigen Fans rund ums Kitzbühel Open Air wider. Auch die Vielzahl der Gold- und Platinauszeichnungen spricht für die ungebrochene Beliebtheit von Hansi Hinterseer und seinen Liedern. Zudem erhielt der gebürtige Tiroler Dutzende von Publikumspreisen wie auch Awards bedeutender Fachjurys. Heuer kann der gebürtige Tiroler mit ausverkauften Konzerten und Traumquoten seiner TV-Shows (ARD/ORF) auf fast 20 Jahre Erfolg als Sänger, Moderator und Schauspieler zurückblicken.

Dieser spiegelt sich nicht nur in weit über 4 Millionen verkaufter Tonträger, in vollen Konzertsälen, durch Traumquoten seiner TV-Shows, und eine zunehmende Zahl an wanderfreudigen Fans rund ums Kitzbühel Open Air wider. Auch die Vielzahl der Gold- und Platinauszeichnungen spricht für die ungebrochene Beliebtheit von Hansi Hinterseer und seinen Liedern. Zudem erhielt der gebürtige Tiroler Dutzende von Publikumspreisen wie auch Awards bedeutender Fachjurys.  Anlässlich seiner neuen Tournee 2014. sprach Hansi Hinterseer in einem exklusiven Interview über seine beruflichen Anfänge  und sein persönliches Erfolgsgeheimnis.

 

Herr Hinterseer, es gibt viele Geschichten, wie aus dem Skifahrer Hansi Hinterseer der Sänger wurde. Wie war es wirklich?

Ich bin als Bergbauernbub bei meinen Großeltern mit traditionellen Liedern und Tirolerbräuchen aufgewachsen, ohne Fernseher und elektrisches Licht. Im Sommer ging ich zu Fuß hinunter ins Tal, im Winter bin ich mit den Skiern zur Schule gefahren. In der 70ern war ich mit 14 Jahren das jüngste Mitglied der österreichischen Ski-Nationalmannschaft und gewann einige wichtige Rennen. Doch als ich die hohen Erwartungen bei den Olympischen Spielen 1976 in Innsbruck nicht erfüllen konnte und alles schief ging, haben mich die Fans beschimpft und ausgepfiffen. Das hat fürchterlich weh getan. Aus Enttäuschung bin ich für einige Zeit nach Amerika gegangen um dort Profirennen zu fahren. Doch dann zog es mich wieder in meine Tiroler Berge. Zurück in meiner Heimat bekam ich überraschend das Angebot eines Freundes, dem Musikproduzenten Jack White, der mich öfter im privaten Kreis musizieren gehört hat, mit ihm eine Platte auf zu nehmen. Die hat sofort bombig eingeschlagen und ich hab das Glück halten können, vor allem dank meiner treuen Fans.

Gab es einen besonderen Moment des Durchbruchs?

Mein erster TV-Auftritt im „Musikantenstadl“. 1994 hat mir Karl Moik einen fantastischen Auftritt angeboten. Fast eine viertel Stunde konnte ich meine Bühnenpremiere als Sänger mit der sportlichen Zeit verbinden – und das auch noch in Schladming, an einem Ort, an dem ich als Skisportler einen Weltcup gewonnen habe.

Sie sind 15 Jahren erfolgreich unterwegs und denken sicher noch nicht ans Karriereende?

Ich weiß, dass der unglaubliche Erfolg nicht selbstverständlich ist und freue mich jeden Tag darüber. Ich habe viel Freude an der Musik und werde bestimmt schon noch ein Weilchen dabei bleiben – solange die Fans mir die Treue halten und es auch mit der Gesundheit passt.

Lassen sich Ihre beiden Karrieren eigentlich miteinander vergleichen?

Da gibt es viele Parallelen. Auch die Bretter der Bühne sind rutschig. Du brauchst ,wie im Sport, eine große Disziplin, Kondition, Konzentration und zudem eine unglaubliche Lockerheit. Wenn man nicht 100 Prozent dabei ist und Freude an dem hat, was man macht, spüren das die Leute und man hat keinen Erfolg.

Was dürfen die Fans denn bei Ihren Tournee-Konzerten 2010 erwarten?

Wir wollen mit jedem einzelnen Konzert drei Stunden lang zusammen feiern und Spaß haben: mit Musik, einem schönen Bühnenbild, Stimmung und mit Schmäh – darum geht’s.

Manche Stars brauchen Bodyguards um in der Öffentlichkeit nicht belästigt zu werden. Ihre Fans hingegen sind zurückhaltend und bedrängen sie nicht. Bei Konzerten fällt keiner ihrer Fans vor Hysterie in Ohnmacht, wieso ist das bei Ihnen alles anders?

Zum Glück ist das so, denn wenn die Leute umfallen, haben wir ja alle nichts davon! Meine Fans geben mir „Platz“ und ich fühle mich wohl mit ihnen. Es macht mir großen Spaß mit ihnen zusammen zu sein, zu wandern und zu singen. Ich bin stolz drauf, dass sich das alles so toll entwickeln hat. Bei meinen Fanreisen und bei der Fanwanderung am Kitzbüheler Hahnenkamm mit den Open Air Konzerten stimmt das ganze Package, von mir und der Musik angefangen bis hin zu der traumhaften Bergwelt. Die Leute verbringen ein langes Wochenende in Kitzbühel und spüren, dass ich nicht der abgehobene Star bin. Ich zeige ihnen meine wunderschöne Heimat, mache Musik und lade die Leute zu einem Gemeinschaftserlebnis – der Hahnenkammwanderung – ein. Dabei genießen sie die Natur mit mir zusammen und die Stimmung unter den Fans ist so toll, dass häufig neue Bekanntschaften entstehen und Freundeskreise sich vergrößern. Meine Fans kommen aus ganz Europa und sogar aus Amerika und Australien. Faszinierend ist für mich auch, dass das Publikum aus allen Gesellschaftsschichten und allen Altersgruppen kommt, einfache Leute ebenso wie Studierte. Kinder mit Eltern und Großeltern.

Singen, schauspielern, moderieren, woran hängt ihr Herz am meisten?

Nach der Familie ganz klar an der Musik, denn sie ist meine große Leidenschaft. Auch wenn ich immer gerne gesungen und gejodelt habe, war es nie mein Plan, gewesen, Sänger zu werden. Bergbauer wollte ich als kleiner Bub sein, wie mein Großvater, und später Skisportler.

Sie haben mit allem was sie tun großen Erfolg. Was ist ihr Schlüssel zum Erfolg?

Ich bin einfach der Hansi und bleibe der Hansi. Außerdem mache ich nur das, wovon ich überzeugt bin, dass es den Leuten gefällt. Offenbar liege ich damit richtig richtig, denn die Leute akzeptieren mich. Das Singen macht mir riesigen Spaß und ich glaube, die Fans spüren das. Man muss das Glück fassen und etwas daraus machen, wenn es einem zufällt. Man muss es formen, nutzen und pflegen. Was ich in diesem Beruf erreicht habe, finde ich selbst unglaublich. Es ist ein Geschenk. Ich bin dankbar, dass ich so erfolgreich arbeiten und meine Ideen und Vorstellungen umsetzen darf. Das ist nicht selbstverständlich.

Sie sind auf einer Alm aufgewachsen, hat sie das Leben am Berg geprägt?

Wir haben nicht viel gehabt, eigentlich nur die Tiere und die Natur, aber das war unser Paradies. Besonders die Einfachheit und das Leben mit den vier Jahreszeiten, das prägt. Wir saßen oft nach der täglichen Arbeit auf dem Hof gemütlich mit der Familie und Freunden zusammen und haben Musik gemacht.

Und die Disziplin, die man für eine so unglaubliche Karriere benötigt, lernt man die auch am Berg?

Sicherlich auch, die Zeit hat mich geprägt und meine Wurzeln sind auf der Alm. Man darf nie vergessen, woher man kommt. Ich komme von ganz unten und habe mir alles erarbeitet. Meine sportliche Laufbahn war für mich die beste Schule, weil man dort mit jungen Jahren bereits Erfolg und Niederlage von einem Tag auf den anderen hat. Die Hochs und die Tiefs liegen sehr nahe zusammen. Vor allem als junger Mensch muss man erst lernen, damit umzugehen. Keine andere Schule kann dir das geben, was ich im Sport, in der Gemeinschaft und im Umgang mit den Konkurrenten gelernt habe. Im Sport bekommst du eine gewisse Lebenserfahrung, die du eigentlich nirgends sonst lernen kannst. Ich wusste schnell, was es bedeutet immer öffentlich präsent, anständig und ehrlich zu sein. Diese Disziplin und eine gute Kondition helfen mir auch heute in meinem Job, vor allem wenn ich auf Tournee gehe.

Was ist das besondere an Volksmusik?

Ich glaube es ist die enorme Sehnsucht nach der heilenden Welt, die in uns schlummert. Meine Lieder gehen ins Herz, weil es Wahrheiten sind.


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Interview mit Star-Bariton Thomas Hampson

thomas-hampson-002Der amerikanische Star-Bariton Thomas Hampson ist nicht nur aus musikalischer Sicht eine der interessantesten Persönlichkeiten der Klassikszene. Neben seiner außergewöhnlichen Bildung und großen Spannbreite an Interessen hat ihn auch seine künstlerische Vielseitigkeit zu einem der führenden Sänger weltweit gemacht, dessen weitumspannendes Repertoire an Opernpartien von Mozart bis hin zu Puccini reicht. In einem exklusiven Interview stellte sich Thomas Hampson den Fragen von Report aus Berlin.

Sie bezeichnen Ihre musikalische Karriere selbst als persönlichen Glücksfall, da Sie ja mit Ihrem Studium der Politischen Wissenschaften zuerst die berufliche Laufbahn als Rechtsanwalt oder Diplomat einschlagen wollten. Aus welchem Grund haben Sie die Musik gewählt?

Ich komme aus einer sehr musikalischen Familie und daher war Musik immer Teil meines Lebens, ich habe schon als Knabe im Chor gesungen und ein Instrument gespielt. Allerdings hätte ich damals nie zu träumen gewagt, dass mein Talent für ein erfolgreiches Berufsleben oder gar eine internationale Karriere ausreichen würde. Erst viel später wurde mir diese Welt durch die Begegnungen mit außergewöhnlichen Menschen eröffnet – als Student mit einer katholischen Nonne, Sister Marietta Coyle, und später mit Elisabeth Schwarzkopf und Horst Günther, bei denen ich studiert habe. Ich glaube, dass Gesang  aus einer gewissen Sinnlichkeit heraus entsteht und ich bin von Natur aus ein neugieriger Mensch – vielleicht liegt es an meiner amerikanischen Erziehung! Nur zu singen, um meine Stimme zu präsentieren und damit Geld zu verdienen, fände ich für mich nicht akzeptabel, da ich mich für die Dinge die ich singe intersessiere.
Die klassische Musik, vor allem die Oper, scheint heute wieder fast so populär wie zu Zeiten der Callas oder Carusos. Sehen Sie hierin eine Renaissance?
Die Oper ist und war immer ein spannendes Abbild der menschlichen Existenz und ihres Dilemmas. Sie ist in vielerlei Hinsicht die kompletteste Form der Musik, daher bleibt sie auch immer gültig. Dass das nicht nur Teil einer Geisteshaltung sonder sehr real ist, zeigen die hervorragenden Auslastungen zahlreicher Opernhäuser in der ganzen Welt. Ich denke auch, dass die Oper immer populär war, nur die mediale Aufmerksamkeit – und damit eine breitere Wahrnehmung einer Popularität –  für sie kommt in Wellen. Dafür braucht es geeignete Persönlichkeiten. Callas oder Caruso waren das in ihrer Zeit wie Pavarotti oder Freni danach oder wie es andere heute sind.
Ihr Repertoire umfasst Titel- und Hauptpartien aus Opern Mozarts, Verdis und Tschaikowskys ebenso wie aus Werken von Gluck, Wagner, Massenet oder Szymanowski. In wie weit werden sich zukünftig auch zeitgenössische Stücke an den großen Opernhäusern wie z.B. Metropolitan Opera auf Dauer durchsetzen?
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Was sich durchsetzt, ist von einer Generation schwierig zu beurteilen, da es dann, wenn es sich durchgesetzt hat, ja nicht mehr zeitgenössisch ist. Was sich daher „auf Dauer“ bewährt, werden unsere Kinder und Kindeskinder entscheiden. Ich bin allerdings davon überzeugt, dass es die unabdingbare Pflicht jeder Gesellschaft ist, ihre kreativen Stimmen zu Wort kommen zu lassen. Es gibt ein großes Interesse an zeitgenössischer Oper und hervorragende Komponisten. Für mich ist es immer eine Freude und Ehre zeitgenössische Werke aufführen zu dürfen, insbesondere wenn Komponisten wie Wolfgang Rihm, Friedrich Cerha, Matthias Pintscher, Richard Danielpour oder John Corigliano, etwas für mich persönlich schreiben. Ich habe das Gefühl, dass besonders in Deutschland der Trend vorherrscht, Opern nur auf Kosten anderer aufzuführen, anstatt das jeweilige Stück so zu bringen, wie es geschrieben wurde. Ich bin der Meinung, jede Regie sollte zum Ursprung des Stückes zurückgehen. Ich finde es viel, viel spannender, sich in der Regiearbeit mit vergangenen Epochen auseinanderzusetzen, als die jeweiligen Stücke immer wieder auf modern zu trimmen und die Themen mit Gewalt in die heutige Zeit zu zerren.
Sie sind in den vergangenen 30 Jahre an allen großen Musikhäusern der Welt aufgetreten. Was hat sich in dieser Zeit Ihrer Meinung nach am stärksten verändert?
Manchmal denke ich, dass Karrieren wie meine heute fast nicht mehr möglich sind. Zum einen gibt es ein äußerst starkes Fachdenken – das gilt für Stimmen wie für Interpretationen –  zum anderen wird jungen Talenten in gewisser Weise weniger Zeit zum Reifen gegeben. Ich hatte über Jahrzehnte immer die Möglichkeit, Neues zu entdecken. Selbstverständlich haben auch Plattenfirmen früher breiter gefächerte Möglichkeiten innerhalb des Repertoires eröffnet. Das ist heute anders. Nichtdestotrotz bleiben es auch besondere Begegnungen, wie etwa  die heutige  wunderbare Zusammenarbeit mit Maestro Dan Ettinger, dem Generalmusikdirektor am Nationaltheater Mannheim, die mich auch jetzt überzeugen würden, denselben „Beruf“ zu wählen oder vielleicht eher der „Berufung“ zu folgen. Die große Menge an Werken macht es Theatern und Opernhäusern heute nicht einfach, eine Auswahl zu treffen, die einem hohen Anspruch genügt und auch genügend Publikum findet. Abhängig von der Größe des Theaters und dem vorhandenen Budget wird von Intendant und Dramaturgie, jede Sparte des Theaters, wie Schauspiel, Musiktheater, Ballett, etc., ein Spielplan erarbeitet. Je nach Größe des Hauses werden verschiedene Opern in einer Spielplan neu inszeniert und das macht auch für mich die Arbeit an den verschiedenen Opernhäusern äußerst spannend.
Mr. Hampson, herzlichen Dank für das Gespräch.
Interview und Fotos: Dieter J. Maier
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5. VITA CHARITY GALA im KURHAUS WIESBADEN

5. Oktober 2014 Kommentare ausgeschaltet
 Das 5. Jubiläum der Charity Gala zugunsten des Vereins VITA e.V. Assistenzhunde im glanzvollen Ambiente des Wiesbadener Kurhauses hatte es in sich! Die Helfer auf vier Pfoten und ihre zweibeinigen Teampartner begeisterten die Gäste aus Politik, Wirtschaft und Showbusiness und sorgten für ein großartiges Spendenergebnis von über 220.000 Euro.Unter die rund 800 Gästen, die am Samstag zum fünften Jubiläum der VITA Charity Gala ins Wiesbadener Kurhaus strömten, mischten sich jede Menge prominente Gesichter. Stars wie die Schauspieler Sophie Wepper, Daniela Ziegler und Max Volkert Martens sowie die Moderatoren Dunja Hayali, Nina Ruge, Jennifer Knäble, Diana Eichhorn und Joachim Winter sowie der frühere Eiskunstlaufstar Marika Kilius, die ehemalige Fußball-Nationalspielerin Inka Grings und die Unternehmerin und Mäzenin Dr. Dr. h.c. Manuela Schmid ließen sich bis spät in die Nacht von der besonderen Atmosphäre verzaubern. Unter der Schirmherrschaft des hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier, der leider nicht vor Ort sein konnte, wurde unter dem Motto „Lebensfreude und Zukunft schenken“ zum Spenden für ein dringend benötigtes größeres behindertengerechtes VITA-Kompetenzzentrum aufgerufen. Denn ohne dieses und die Unterstützung zusätzlicher Hundeausbilder, sind die Zukunft des Vereins und die Ausbildung weiterer VITA-Assistenzhunde gefährdet. Doch mit jeder Spende kommt VITA dem großen Ziel einen Schritt näher. Der Gesamtspendenerlös des Abends summiert sich inklusive des Losverkaufs für die Tombola auf rund 220.000 Euro.

„Dieser wunderbare Abend, der Auftritt unserer VITA-Teams und die Wertschätzung unserer Gäste bestätigt mich immer wieder darin, dass wir mit VITA seit nun fast 15 Jahren den richtigen Weg verfolgen. Auch wenn dieser oft steinig und unwegsam ist, lohnt es sich, weiter zu kämpfen!“, so Tatjana Kreidler, Gründerin von VITA e.V. Assistenzhunde. „Jede noch so kleine Spende bringt uns einem neuen Wirkungsraum für unseren Verein ein Stück näher.“

Mit einer großartigen Überraschung im Gepäck war Torsten Toeller, Gründer und Inhaber der Fressnapf-Gruppe, angereist und fand auf der Bühne sehr persönliche Worte für VITA. Die von Fressnapf ins Leben gerufene Aktion „Gib-Pfötchen!“ unterstützt seit Jahren Projekte, die notleidenden Tieren zugute kommen und das Zusammenleben von Mensch und Tier fördern. In diesem Jahr geht ein Teil der Spendengelder erneut an VITA „Wir glauben an die wunderbare Beziehung zwischen Mensch und Tier – und darum glauben wir auch fest an den Erfolg und die Arbeit von VITA und werden sie In Zukunft gerne noch nachhaltiger und umfangreicher unterstützen“, so Toeller.

VITA-Vorführung: Tränen der Rührung beim Gala-Publikum

Der FFH-Moderator und VITA-Fürsprecher Daniel Fischer führte einfühlsam und mit viel Charme und Witz durch diesen ganz besonderen Gala-Abend. Die zutiefst berührende Vorführung der VITA-Teams, präsentiert von VITA-Schirmherrin und ZDF-Moderatorin Dunja Hayali und Schauspielerin Daniela Ziegler, ließ die Gäste gebannt auf die Bühne blicken. Voller Liebe und Stolz erzählten Nina, Pauline und Richard dem bewegten Publikum, wie sich ihr Leben durch den Assistenzhund nachhaltig und positiv verändert hat. Richard, der mit einer posttraumatischen Belastungsstörung aus dem Kriegseinsatz zurückkehrte, berichtet eindrucksvoll über sein Leben mit Assistenzhündin Abby: „Bevor sie in mein Leben trat, war mein Alltag ein einziger Albtraum. Nach sechs Jahren der Isolation war es die Verbindung zu Abby, die mir eine Chance auf ein zweites Leben gab.“ Ein besonderer Augenblick, der viele im Saal zu Tränen rührte, war der Auftritt des kleinen Fabio. Er sitzt seit seiner Geburt im Rollstuhl und stand seit langem auf der VITA-Warteliste. Erst vor einigen Wochen wurde der sehnlichste Wunsch des 6-jährigen wahr: Assistenzhündin Madison lebt nun an seiner Seite. Doch aktuell ist nicht sicher, ob sich dieser Traum auch für die noch rund 100 anderen Bewerber auf der Warteliste erfüllt, denn ohne weitere Förderer und Sponsoren ist die Zukunft von VITA gefährdet.

Hochkarätige Künstler und Sponsoren machen den Abend unvergesslich

Zahlreiche, hochkarätige Künstler, die ihr Können und ihre Kreativität in den Dienst der guten Sache stellten, sorgten für ein abwechslungsreiches Programm, das für jeden Geschmack das Richtige bot. Die unglaubliche Lightshow von Feeding the Fish begeisterte die Gäste, die Partyband Black & White forderte zum Tanz und die Jasper Band untermalte musikalisch das exklusive 3-gängige Menü von Gerd Käfer und seinem Team. In den Flanierbereichen feuerten die Bands Ladies First, die Saxophonistin Helen Hofmann und die Herren von Acoustic Champagne die Gäste zum Tanzen an. Zu später Stunde versetzte DJ Giorgio unterstützt vom Trommler und Percussionist Dirk Kalbitzer mit Club-Classics, House und Party-Tunes die Gäste in Partylaune.

Quelle und Fotos: Vita e.V.

Filmbericht: Dieter J. Maier
Report aus Berlin
Film hier anklicken:

Interview mit Dr. Gunther von Hagens

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Dr. Gunther von Hagens hat seit 1977  die Plastination von Leichen und Organen, nicht nur weltweit weiterentwickelt, sondern auch erfunden. Seit 1996 zeigt von Hagens‘ Institut für Plastination unter dem Titel „Körperwelten“ öffentliche Ausstellungen plastinierter Körper, die weltweit viel besucht, aber auch heftig umstritten sind.

Leichenfledderei nennen es die Einen, eine faszinierende Darstellung des menschlichen Körpers die Anderen. Die Rede ist von Gunther von Hagens’ umstrittener Ausstellung „Körperwelten“. Ab dem 24. Oktober können sich die Ausstellungsbesucher in Nürnberg ein eigenes Bild von der Welt der Toten machen. Dann wird die Ausstellung erstmals auch in Deutschland stattfinden. Ihren Ursprung haben alle gezeigten Plastinate in Guben an der polnischen Grenze. Hier werden die Präparate „hergestellt“. Gunther von Hagens’ Sohn Rurik hat uns einen Blick hinein werfen lassen in eine Welt zwischen Kunst und Wissenschaft. Eine Welt mit ganz eigenen Ansichten.

In einem exklusiven Interview  mit Report aus Berlin sprach Dr. Gunther von Hagens mit Report aus Berlin schon vorab schon u.a. über seine neuen  beruflichen Projekte, die Grenze des Vertretbaren und über seine Distanzierung  öffentlich  angebotener Verkäufe von Plastinaten an Privatpersonen.

Dieter J. Maier:

Herr Dr. von Hagens, Sie haben als deutscher Anatom, Hochschullehrer und Unternehmer die  Plastination als eine Form der Aufbearbeitung von Leichen und Organen, maßgeblich weiterentwickelt. Welchen neuen beruflichen Herausforderungen werden Sie sich in Zukunft  stellen?

Dr. Gunther von Hagens:

Den ersten Satz möchte ich dahingehend präzisieren, dass ich die Plastination als neue und beste Konservierungsmethode nicht nur führend weiterentwickelt, sondern, wie aus den erteilten Patenten (1977 – 1982)  deutlich wird, auch erfunden habe!  Gemeinsam mit der Ausstellung “KÖRPERWELTEN der Tiere” vom 7.November bis 25.Februar in Bochum, werde ich erstmals in Nürnberg eine völlig neuartige, so noch nie gesehene Ausstellung  präsentieren, an deren Konzeption ich bereits lange vorher arbeitet habe. Leider konnte ich aus rechtlichen Gründung (Patentanmeldungen etc.) vor deren Eröffnung nichts konkretes darüber mitteilen.

Dieter J. Maier:

Stießen Sie im Lauf Ihrer beruflichen Entwicklung auch öfter an  Grenzen des Vertretbaren?

Dr. Gunther von Hagens:

Wenn ich mich in die Gedankenwelt des konservativen Normalbürgers hinein versetze, dann schon. Nicht jedoch, wenn ich die eigene Überzeugung vertrete, nach der eine Gesellschaft sich nur weiter entwickelt, wenn als selbstverständlich geltende Tabus gebrochen werden.

Dieter J. Maier:

Aus welchem Grund erklärten Sie 2008, sich von dem öffentlich  angebotenen Verkauf von Plastinaten an Privatpersonen  zu distanzieren?

Dr. Gunther von Hagens:

Weil ich, wie mir die öffentlich vernehmbaren Entrüstungsschreie meiner Gegner zeigten, die Empfängergruppe menschlicher Plastinate einfach unsauber definierte. Ich beabsichtigte stets nur an diejenigen Laien menschliche Plastinate zu verkaufen, die dazu berechtigt sind und nannte dafür auch Beispiele wie den emeritierten Anatomieprofessor. Doch die Beispiele wurden in der dann folgenden Diskussionen nicht genannt. Erst als ich erklärte von dem Verkauf menschlicher Plastinate an Privatpersonen zurück  zu treten und stattdessen menschliche Plastinate nun mehr nur an “qualifizierte Nutzer” abgeben zu wollen, legte sich die Entrüstung. Gelernt habe ich daraus, dass es gerade in der Öffentlichkeitsarbeit unverzichtbar  ist, sich klar und unmissverständlich auszudrücken, um keine Ängste, welcher Art auch immer, zu wecken.

Dieter J. Maier :

Im Januar 2004 erhob der Spiegel schwere Vorwürfe gegen von Sie , da Sie für Ihre Ausstellungsstücke Leichen chinesischer Hinrichtungsopfer verwendet haben sollen. Später  gab der Verlag der Zeitschrift jedoch eine Unterlassungserklärung ab, mit der
er sich verpflichtete, diese Behauptungen nicht mehr zu verbreiten. Wie gingen  Sie damals mit diesen Vorwürfen persönlich um ?

Dr. Gunther von Hagens:

Die damaligen Vorwürfe haben mein vordem romantisches Bild, das ich von den Medien hatte, realitätskonformer werden lassen. Dass nämlich einigen Presseorganen, und dazu gehört zweifellos auch das nachrichtliche  Boulevardmagazin “DER SPIEGEL”, schlecht recherchierte sensationelle  Schlagzeilen wichtiger als unspektakuläre Wahrheiten sind. Darüber hinaus  habe ich damals begriffen, dass unserer seit Nazi-Deutschland und DDR  diktatorisch belastete Vergangenheit ihre psychologische Ursache in der  typisch deutschen Art hat, halbamtlichen Mehrheitsmeinungen a priori einen höheren Stellenwert einzuräumen als abweichenden Meinungen von  Individualisten. Anstatt Abweichlern der öffentlichen Meinung als Garanten des Rechts auf freie Meinungsäußerung zu schätzen, werden sie verteufelt oder sogar kriminalisiert. So habe ich bisher vier Hausdurchsuchungen über mich  ergehen lassen müssen. Einmal verflüchtigte sich der Anfangsverdacht, zweimal wurde ich frei gesprochen und ein Prozess läuft noch. Im Falle des Vorwurfs  des Titelmissbrauchs habe ich sogar meine Anwaltskosten aus der Staatskasse  ersetzt bekommen. So habe ich gelernt, dass die von mir nach meinem Freikauf  aus DDR-Haft erwartete demokratische Gesinnung im Westen, welche die nicht  kollektivierte Meinung des Individuum als wichtigsten Träger demokratischen Gedankenguts begreift, nur in der unabhängigen Justiz, und auch dort nur in den höheren Instanzen, zu Hause ist. Insbesondere bayrische und ostdeutsche  Politiker jedoch, welche meine Ausstellung wie die in München zu verbieten versuchten oder wie in Brandenburg Schulklassen den Besuch der Ausstellung  während des Unterricht verweigerten, stehen unzweifelhaft in der langen deutschen Tradition intellektueller Nazi- und DDR-Zensur, für die ich mich  schon mal im Ausland, wo die Ausstellung bisher noch nie zensiert oder  verboten wurde, wiederholt schämte.

Dieter J. Maier:

Herr Dr. von Hagens, herzlichen Dank für das Gespräch

Bild: Dieter J. Maier

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Interview mit Sternekoch Heinz Winkler

heinz-winklerDie Liste seiner Auszeichnungen würde Seiten füllen und seine Erfolgskarriere ist lang und vielseitig. Sternekoch Heinz Winkler gehört seit mehr als zwei Jahrzehnten in seinem Metier zu den besten Köchen Europas und wurde auf Grund seiner exzellenten Küchenleistung und seines unternehmerischen Erfolgs sogar mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. In einem exklusiven Interview gegenüber Report aus Berlin sprach Heinz Winkel u.a. über seine herausragende Kochkunst und seine beruflichen Anfänge.

Dieter J. Maier:

Sie haben lange Jahre in namhaften Häusern gearbeitet und für Ihre Kochkunst unzählige Auszeichnungen erhalten. Aus welchem Grund trafen Sie mit 40 Jahren die Entscheidung, sich hier am Chiemsee selbstständig zu machen?

Heinz Winkler:

Ich setze mich seit meinen beruflichen Anfängen  für eine gehobene Tafelkultur auch außerhalb des deutschen Sprachraumes ein. Trotzdem ist die Idee einer guten Küche, vor allem innerhalb Deutschlands, für mich Ausgangspunkt meiner Leidenschaft als Hotelier und Gastgeber. Mein Wunsch war es aber schon immer, mich selbstständig zu machen und persönlich für das Wohl meiner Gäste da zu sein. Von daher traf ich 1989 eine Entscheidung, die mein berufliches und privates Leben für immer verändern sollte. Ich erwarb damals das ehemalige Hotel zur Post im bayrischen Aschau, das malerisch zwischen Salzburg und München gelegen ist. Meine Frau und ich waren uns, als wir zum ersten Mal vor diesem Objekt standen, sofort einig, dass wir hier den Start in etwas für uns ganz Neues wagen sollten – den Einstieg in das Hotelgewerbe. Wir haben darauf im Laufe der Jahre mit viel persönlichem Engagement aus dieser spätmittelalterlichen Anlage die moderne und doch traditionsbewusstte „Residenz Heinz Winkler“ geschaffen, die von der Zimmerausstattung bis zum Wellnessbereich meine ganz eigene Handschrift trägt. Der Gast kann sich hier nicht nur in 32 luxuriös ausgestatteten Zimmern und Suiten erholen, sondern auch im eigenen Residenz Beauty- und Vitalresort Entspannung finden. Was meine Gäste allerdings hier in dieser wunderschönen Lage zwischen Alpen und Chiemsee noch erwartet, ist die ausgezeichnete Küche, die ich dem sinnesfrohen Genießer hier täglich frisch servieren kann. Doch trotz aller Perfektion konzentriere ich mich bei meiner Kochkunst vor allem auf die punktgenaue Zubereitung der einzelnen Gerichte, wobei ich hier nur beste Zutaten in einer raffinierten Verarbeitung verwende.

Dieter J. Maier:

Inwiefern bilden für Sie Kreativität und Perfektion in Ihrer Küche eine Einheit?

Heinz Winkler:

Ich liebe die Herausforderung und in meinem Leben zählt einzig und allein der Wille und der Erfolg. Selbstverständlich habe ich auch ausgezeichnete Mitarbeiter, auf die ich mich immer hundertprozentigverlassen kann, aber ich bin dennoch jeden Tag persönlich in der Küche, um die Menüs mit meinen Köchen abzustimmen und auch die einzelnen Gerichte abzuschmecken. Ich finde, dass ein harmonisches Arbeitsumfeld sehr viel zum Erfolg eines Hotels oder eines Unternehmens beitragen kann. Mein Wunschziel ist es, in meinem  Hotel alles zu perfektionieren, aber ich koche in erster Linie für meine Gäste und nicht für die Restaurant-Kritiker.

Dieter J. Maier:

Sie gehören zu den internationalen Spitzenköchen, erhielten unzählige Auszeichnungen und wurden 2001 sogar mit dem Bundesverdienstkreuz am blauen Band ausgezeichnet. Hatten Sie jemals in Ihrem Leben mit soviel Erfolg gerechnet?

Heinz Winkler:

Ehrlich gesagt hätte ich es nie zu träumen gewagt, dass ich in meinem Leben einmal so viel Erfolg haben könnte. Aber ich wollte mich auch immer beruflich weiter entwickeln, nicht auf der Mitte meines Weges stehen bleiben und immer den kürzesten Weg zu Ziel zum gehen. Ich bin als Jüngster von 11 Geschwistern zuhause in Südtirol auf einem Bauernhof aufgewachsen und habe damals lernen müssen, hart zu arbeiten und auch Geld zu sparen, um beruflich etwas zu erreichen. Ich wusste schon sehr früh, dass man erst durch die Selbständigkeit lernt, etwas im Leben zu wagen und dadurch erst wirklich erwachsen wird.

Dieter J. Maier:

Wie waren Ihre beruflichen Anfänge?

Heinz Winkler:

Ich war nach meiner Hotel-Lehre in Bozen sieben Jahre in verschiedenen Hotels und Restaurants in Deutschland, Frankreich, Italien und in der Schweiz tätig. Meinen ersten Posten als Chef de Cuisine hatte ich von 1973 bis 1977 und in dieser Zeit war ich jeweils in der Wintersaison auf Schloss Pontresina sowie im Kulm Hotel in St. Moritz und in der Sommersaison im Hotel Bad Schachen tätig. Anschließend hatte ich ein Jahr bei Kochlegende Paul Bocuse in Frankreich gearbeitet und von 1979 bis 1991 war ich als Nachfolger von Eckart Witzigmann Küchenchef im Münchner Nobel-Restaurant Tantris. In dieser Zeit wählte man mich zum Koch des Jahres und ich erhielt meinen ersten
Michelin-Stern. Aber ich hatte immer das Gefühl, das dies noch nicht alles in meinem Leben sein konnte. Von daher machte ich mich 1991 hier in Aschau am Chiemsee mit meiner Residenz selbständig und habe diesen Schritt bis heute nicht bereut, obwohl das unternehmerische Risiko, das ich damals mit einem Kredit von 14 Mio DM einging, nicht
unerheblich war.

Dieter J. Maier:

Hat sich durch Ihre Selbstständigkeit Ihr Alltag verändert?

Heinz Winkler:

Es war schon immer mein Wunsch, eigenständig zu arbeiten und kreativ zu sein. Für mich war immer klar, dass ein Angestelltenverhältnis auf Dauer beruflich nicht in Frage kommt. Was meinen Alltag betrifft, so hat sich durch die Selbstständigkeit vieles verändert, da ich verständlicherweise keinen 8-Stundentag habe und mich um vieles selbst kümmern will.

Dieter J. Maier:

Auf welche Highlights möchten Sie die Leser von Saar Report an dieser Stelle besonders aufmerksam machen?

Heinz Winkler:

In der Residenz Heinz Winkler finden unsere Gäste ideale Räume für die verschiedensten geschäftlichen Anlässe. Die besondere Atmosphäre und das professionelle Engagement der Mitarbeiter lässt jede Veranstaltung  zu einem grandiosen Erfolg und für Ihre Gäste zum besonderen Erlebnis werden. Ob geschäftliche Besprechungen auf Führungsebene, Vorträge über Themen unserer Zeit oder private Festlichkeiten, wir bieten den perfekten Rahmen dafür. Die besondere Atmosphäre und das professionelle Engagement der Mitarbeiter lässt auch private Feiern zu einem grandiosen Erfolg und für unsere Gäste zum besonderen Erlebnis werden. Ob geschäftliche Besprechungen auf Führungsebene, Vorträge über Themen unserer Zeit oder private Festlichkeiten, wir bieten den perfekten Rahmen dafür.

EDieter J. Maier:

Herr Winkler, vielen Dank für das Gespräch.